DKV-Kanu-Forum  

Forum


Sie sind nicht eingeloggt!
Bitte loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich.


Schnellauswahl


» Ankündigungen
» Kanu-Neuigkeiten
» Feedback & Hilfe
» Paddler-Treff
» Kanuwandern
» Faltboot
» Canadier
» Wildwasser
» Küste
» Ausrüstung
» Sicherheit
» Ausbildung & Training
» Reisen, Routen & Reviere
» Umwelt & Gewässer
» Sonstige Kanu-Themen
» Kanu-Rennsport
» Kanu-Slalom
» WW-Rennsport
» Kanu-Polo
» Kanu-Drachenboot
» Kanu-Freestyle
» Kanu-Marathon
» Outrigger-Canoe





Kontakt

» Foren Regeln
» Haftungsausschluss
» Impressum
» Team
» DKV



Zurück   DKV-Kanu-Forum > Kanu-Freizeitsport > Küste

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
  #1  
Alt 15.10.2012, 11:37
Udo Beier Udo Beier ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.295
Pfeil West-schwedische Schärenküste

Ahoi!

Im KAJAK-MAGAZIN, Nr. 6/12, S.44-49, berichtet Jörg Knorr in dem Beitrag:

Orust mit Abstechern. Eine gemütliche Urlaubsrunde an Schwedens Westküste“

über eine 10tägige Tour um die Insel Orust herum.

Die Insel Orust, die drittgrößte Insel Schwedens, liegt knapp 100 km nördlich von Göteborg, und zwar oberhalb der etwas kleineren Insel Tjörn.

Gestartet wurde von Unda aus, einem kleinen Ort der ca. 6 km südwestlich von Uddevalla auf der Nordseite des Byfjorden liegt. Da man bei der Umrundung von Orust „nur“ auf 100 km kommt, wurde wohl in die Rundtour noch Lysekil und die nördlich davon gelegene Insel Stora Kornö einbezogen.

Die Rundtour ist (ohne den Abstecher nach Lysekil) eher interessant für weniger seegangstüchtige Kanuten; denn nur die Westseite von Orust ist etwas offener, d.h. eher Wind & Wellen ausgesetzt, dafür aber typischer für die durch unzählige kahle Felsinseln geprägte west-schwedische Schärenlandschaft, die im Wesentlichen von Marstrand im Süden bis über Strömstad im Norden reicht. Die Nord-, Ost- und Südseite von Orust hat demgegenüber eher typischen schwedischen Binnenseecharakter, also nichts für „echte“ Küstenkanuwanderinnen und –wanderer.

Wer also beim Paddeln nicht nur mal Küstenluft schnuppern, sondern auch tief einatmen möchte, dem empfiehlt es sich, dann gleich auf die Westeseite von Orust zu fahren und beim Zeltplatz (inkl. Kanuvermietung) in Stocken einzusetzen.

Wer genau navigieren möchte, dass heißt jede Insel, so klein sie auch sein mag, auf der Karte erkennen will, dem rate ich, statt der vom Autor empfohlenen topografischen Karten mit dem Maßstab 1:100.000, jene mit dem Maßstab 1:50.000 zu verwenden. In Frage kommen dabei die folgenden schwedischen „Terrängkartan“:
  • Nr. 552 (Norra Göteborg) (reicht von Göteborg (Nord) bis Ende Insel Tjörn)
  • Nr. 564 (Udevalla) (deckt die östliche Hälfte von Insel Orust ab)
  • Nr. 563 (Lysekil) (deckt die westliche Hälfte von Orust ab und reicht dann weiter über Lysekil und Kungshamn hinaus bis nach Smögen)
  • Nr. 573 (Fjällbacka) (reicht vom Sötekanalen vorbei an Grebbestad bis hoch nach Havstenssund)
  • Nr. 584 (Strömstad) (deckt den Rest inkl. der Kosterinseln bis zur norwegischen Grenze ab).
Diese Karten sollte man sich schon vorher in Deutschland beschaffen, z.B. bei:

=> www.geobuchhandlung.de

auch wenn sie etwas teurer sind (je 14,50 Euro); denn nicht immer bekommt man sie vor Ort. Außerdem hat man dann noch zu Hause die Möglichkeit, von den zentralen Küstenpassagen Farbkopien zu machen und anschließend wasserfest & beschlagsfrei im Format DIN-A 3 einzulaminieren.

Dabei sollte nicht vergessen werden, sich die drei kleinen Broschüren von J.Marklund: „Paddla kajak och tälta i Bohulsän" (auch auf English erhältlich: "Sea Kayaking and Camping in Bohuslän") (Ausgabe: 2004) downzuloaden:
  • Heft A (Marstrand till Lysekil) (40 S.)
  • Heft B (Lysekil till Grebbestad) (28 S.)
  • Heft C (Grebbestad till norska gräsen) (32 S.)
=> http://tjornkajak.se/bra-kunskap/pad...uslan-haftena/

Auch wenn man meint, in der Lage zu sein, allein mit Hilfe von topografischen Karten Zeltmöglichkeiten erkennen zu können, sollte man sich dennoch diese drei Hefte besorgen (jedoch jene Ausgaben in englischer Sprache). Ich bin dort schon –zig Mal für ca. 10 Tage auf Gepäcktour unterwegs gewesen. Fast alle „meine“ Plätze, die ich mir im Laufe der Jahr mühsam erkundschaftet hatte, finden sich auch in den Kartenskizzen dieser Broschüren wieder und noch viel mehr (insgesamt 140 Lagerplätze). Die Leute vom Kanuverleih Orust-Kajak, untergebracht auf dem Zeltplatz in Stocken, haben halt ganze Arbeit geleistet.

Übrigens, wer die Ruhe sucht, sollte dort nicht von Anfang Juli bis Mitte August auf Tour gehen. „Dank“ dieser 3 Broschüren kennen nämlich nun auch andere Kanuten diese Plätze und da passiert es dann öfters, dass in der Hauptsaison andere den angepeilten Platz schon angefahren haben. Wer das aber in Kauf nimmt, hat die einmalige Gelegenheit zu erleben, wie Schweden und Norweger in den Schären Urlaub machen: In fast jeder geschützten Bucht ankern nämlich dann meist mehr als eine Handvoll Segler bzw. Motorbootfahrer und genießen gemeinsam die Schären, ihre Schären.

Gruß aus Hamburg:
__________________
Udo Beier

Geändert von Udo Beier (10.02.2017 um 15:15 Uhr) Grund: Aktualisierung
Mit Zitat antworten
  #2  
Alt 16.10.2012, 08:38
Burkhard Burkhard ist offline
Benutzer
 
Registriert seit: 22.08.2011
Ort: Berlin
Beiträge: 36
Standard West-schwedische Schärenküste

Hallo Udo,

da haben wir dieses Jahr wohl Glück gehabt. Wir waren die ersten drei Wochen im Juli unter anderem in der Ecke dort. Einsame Plätze in Hülle und Fülle. Wir haben immer Plätze zum Übernachten gefunden, an den keine Segler oder Jachten vor Anker lagen. Absolute Ruhe einfach herrlich.

Karten kaufen muss auch nicht sein, Ausdrucke von Google Earth einlaminieren, das reicht uns.

Und der Seegang, nun ja ist wahrscheinlich auch Glücksache. Wir hatten teilweise auch nicht mehr Seegang als auf dem Wannsee oder dem Müggelsee in Berlin auf der Außenseite, teilweise sogar plattes Wasser. Es gab auch Seegangsverhältnisse im Inneren die normale Binnenpaddler in arge Schwierigkeiten gebracht hätten.

Natürlich gab es auch anspruchsvolle Bedingungen auf der Außenseite für "echte" Seekajaker, nur muss man da ja nicht unbedingt rausgehen, es sei denn man will eine bestimmte Strecke in vorgegebener Zeit schaffen.
Mit Zitat antworten
  #3  
Alt 27.10.2012, 12:20
Wolfgang Wolfgang ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 15.01.2007
Ort: Bremen
Beiträge: 245
Standard nu min senap till denna korv

Orust KajakSport Broschüren sind immer auch unsere Begleiter gewesen, aber wenn man etwas Vorbereitungszeit hat, kann man aus dem Internet die daten sogar besser bekommen, da scheint ein Kollege aus der Oruster Verleiherstation das ganze Broschürenwerk zu Google Map konvertiert zu haben und alle platzdaten sind da dann abrufbar:
Tältplatser för kajak, Bohuslän
Kenner kennen den Link schon lange, er wurde mehrfach im Seekajakforum publiziert.

Noch ne Quelle, die man nutzen kann ist das Fatbootforum WIKI dieser Link hier geht direkt in die Schweden Schärenseiten - hier allerdings, zu Thema Westschweden kann das Wiki noch etwas nachgebessert werden.
Der GoogleMap-Link fehlt dort z.B.

Auch unsere Erfahrung (gerade dies Jahr im Mai/Juni) bei der Tour sowohl um Orust und Tjörn als auch in den Norden (Koster Inseln) zeigten, daß die Sportboot-Seekatten eigentlich zu unhandlich sind, die Topo-Karten viel besser passen - Ich hatte beides als A3-1:1-Kopien mit, ich denke, es waren von den Topo-Karten auch nur die 100.000der, denn jede kleinste Felskuppe im Wasser war nicht drauf - ist auch nicht nötig. Gut wir kennen die Gegend schon von vielen Fahrten, aber es ist such nicht so schwierig, das zu finden, was man finden will. Zugegeben, kommt man bei Hamburg Sund raus in die schären, ist es manchmal nicht ganz einfach, sich zurecht zu finden und genau zu sagen, wo ist was. Die Felsen und Passagen sehen auf den ersten Blick alle irgendwie unspezifisch aus, da hilft auch kein GPS. Mehr logisches Denken über die eigene Fahrtroute.

Platte See an einem Tag darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, das wir uns im Skagerrak befinden, Schnittstelle Nordsee/Nordatlantik. Es gibt Ecken, an denen man gut und gern gewaltig eins vor den Latz bekommen kann - besonders vor offen angeblasenen Felswänden, an denen sich dann schöne Reflexwellenmuster ("Stehende Wellen") ausbilden, die erhebliche Sattelfestigkeit des Paddlers bedürfen - da hoppelt es gewaltig. Mehrfach haben wir das westlich und südlich vor Lysekil erlebt, auch nordwestlich von Marstrand ist es recht offen, und zwischen Havtenssund und Grebbestad gibt es ebenfalls ne offene Zwangspassage, an der es auch über Tage gewaltig kacheln kann. Wagt man sich nicht weit genug raus auf das offene Wasser, wird es kabbelig wie in den Gatten zwischen den Ostfriesen bei Ebbe und Nordwest.

Daher: Schären sind nicht gleich Schären.
Allerdings: die westschwedischen Schären haben einfach die schönsten Platze, meist mit Sandstrand und Wiese, daher auch für Zelthäringe geeigntet.

Anfahrt ist für norddeutsche mit der Kiel-Göteborg-Fähre eigentlich ideal. Rechtzeitig gebucht macht es auch wirtschaftlich sinn. Anfahrt über Vogelfluglinie bzw. Beltbrücken oder Jütland und kurze Fähre ist sparen am falschen Ende - genau gerechnet kommt nix bei rüber. Travemünde-Malmö mit Frachtfähre ggf. auch ne alternative, aber obs das bringt...

Übrigens: der Kanal zwischen Kungsham/Smögen und Hunebrostrand mag auf den ersten blick öder aussehen als die Herausforderung außen rum zu paddeln. Aber dem ist nicht so: eine schnuckelige Tour!!!

Noch was: einen guten punkt zu finden, wo man einsetzt, ist nicht so ganz trivial, man muss ja auch seinen Wagen irgendwo lassen - unseren Startpunkt-Favoriten erzähl ich aber nicht, sonst geht der auch noch kaputt - und ggf. möchte man zum wagen auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurück, es könnte ja sein, dass das wetter einen Strich durch die Fahrtenplanung macht, also denkt auch da dran... In den Städten und größeren Orten ist das anlanden oft nicht einfach z.B. Lysekil, Kungsham, Grebbestadt - es ist ne felsige Gegend. Das gilt auch für das Einkaufen. Smögen z.B. ist wirklich einen Besuch wert, aber geh da mal aus dem Boot, in der nähe eines Ladens - da muß man dann bisweilen nen Kilometer oder zwei marschieren.

Gute Wasserbevorratung ist auch komfortabel, es sind zwar über all Marinas mit wasserhahn und schaluch, aber auf dem einsamen schären, auf denen man ggf. mehrere Tage zelten möchte, findet man keine Zisternen oder Wasserleitungen. Dagegen haufenweise Trockenklos und Soppel-Stationen...
Mit Zitat antworten
  #4  
Alt 28.10.2012, 19:32
Canadier Canadier ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 30.11.2009
Ort: kiel
Beiträge: 365
Standard Kopieren+Karten

moin,
da wir gerade mit der Planung fürs nächste Jahr beschäftigt sind, kommt der Beitrag wie gerufen, danke!
Zum kopieren und laminieren von fotografischen Kartenauschnitten bietet sich wegen vieler Vorteile www.eniro.se gegenüber google maps an.
Perönlich reichen mir zusätzlich die Terrängkarten oder für Dänemark der Topografisk Atlas.
Da ich überwiegend mit dem Silva Kartenkompass arbeite, gefallen mir die Gitternetze zum einfacheren anlegen des Kompasses an jeder Stelle der Karten.
Für mich sind alle Schären wunderschön auch wenn sie ein bisschen unterschiedlich sind.
Das mit dem manchmal etwas pustigeren Wetter kann einen ja überall in Schwierigkeiten bringen wenn man nicht umsichtig genug ist. Die Schären bieten auf jeden Fall den Vorteil gegenüber offenerem Wasser, sich schneller mal windgeschützt verkrümeln zu können auch aussenseitig.
Im Forum www.Skarja.de, einigen ist der in Schweden lebende Paddler sicher schon bekannt, könnt ihr euch schöne Paddeltouren in + um Skandinavien und gerade auch um Orust, mit sehr schönen Bildern der Gegend auch von den dort reichlich vorkommenden schönen Kreuzottern ansehen.
Zu Fährüberfahrten könnte auch noch die preiswerte Übernachtfähre von Fredrikshavn nach Oslo in Frage kommen und dann von dort über Orust nach Göteborg, ist eine Zeitfrage.
Wer zusätzliche vernünftige Fragen zu paddeln in Schweden hat, bekommt sie von Peter aus erster Hand kompetent beantwortet.
Wer nächstes Jahr evtl. auch mit Kind oder ohne dort im Canadier oder Falter, geruhsam in den Ferien an der Küste unterwegs ist, kann bei Mitfahrinteresse gerne eine PN schicken. Nicht immer allein unterwegs, kann sicherer sein.
Gruß Jürgen
Mit Zitat antworten
  #5  
Alt 30.10.2012, 12:13
MartinP MartinP ist offline
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 30.10.2012
Beiträge: 3
Standard

Hi,

ich war im September für ein langes Wochenende im südlichen Archipelago vor Göteborg.
Dies ist der Artikel, den ich für unseren Paddelklub geschrieben habe:

Grüße - Martin

Paddeln im südlichen Archipelago vor Göteborg

Die Anreise erfolgte über Kopenhagen bis zum Flughafen Landvetter. Von dort ging es mit dem “Flygbussarna” Busdienst bis in die Innenstadt von Göteborg. Dort noch schnell zum “Naturkompaniet” Geschäft um Gas für den Kocher und ein paar gefriergetrocknete Gerichte zu kaufen. An der „Brunnsparken“ Bushaltestelle gibt eine Servicestelle der Busgesellschaft von Göteborg und dort habe ich ein 5er Ticket gekauft. Man kann ich den Bussen keine Tickets kaufen.

Mit dem Bus und einmal Umsteigen ging es dann bis vor die Haustür vom Kajakverleih „Escapeoutdoors“ (www.escapeoutdoors.se) im Stadtteil Önnered. Der Verleih liegt in einem kleinen Fischer- und Sportboothafen. Als ich ankam war gerade eine Gruppe dabei abzulegen. Übrig blieb noch ein weißes „UK Seakayaking Explorer“ und ich dachte schon, das würde wohl ein privates Boot sein, aber der Mitarbeiter vom Verleih sagte mir gleich, das es für mich schon am Bootssteg bereit gelegt wurde. Ich konnte ein Teil meines Gepäcks im Verleih lassen, mein Handy noch schnell etwas laden Trinkwasser tanken. Mir wurden noch ein paar Tipps für Übernachtungsplätze mitgegeben.



Geben 18:00 bin ich dann in See gestochen. Die Orientierung war zuerst nicht einfach, weil viele Inseln flach sind und aus der Ferne alle gleich aussehen. Ich hatte mir schon zuhause eine Karte in Folie laminiert und eine Offline-Karte auf das iPhone geladen. Damit konnte ich ganz gut navigieren.



Nach ca. 1 Stunde wusste ich die erste Schifffahrsrinne passieren. Die Inseln sind fast alle bewohnt und werden mit Fähren von Festland versorgt. Im Kajak bedeutet das, dass man ständig nach allen Seiten Ausschau halten muss, da die Fähren sehr schnell sind und man sich nicht drauf verlassen sollte, das man gesehen wird. Weiterhin sind auch viele Sportboote unterwegs.
Gegen 20:00 hatte ich die Insel „Kallö“ gefunden für mein erstes Biwak. Die Inseln bestehen fast alle aus Felsen. Manchmal gibt es kleine Grasflächen (oft sehr nass) und Strände. Ich habe einen Strand gefunden der eben genug war, um mein Zelt aufzustellen.



Die Nacht war ruhig und trocken und ich bin schon um 7:00 wieder auf dem Wasser gewesen. Mein Ziel war es die Nordwest Ecke des Archipelagos anzusteuern. Nachdem ich ein bisschen zwischen den Inseln gepaddelt bin, ging es durch einen schmalen Kanal („Galterö Sund“) zwischen „Galterö“ und „Brännö „hindurch in die Schifffahrtsrinne die in den Hafen von Göteborg führt. Dort tauchte auch gleich eine Fähre der Stena Line auf, die ordentlich Wellen erzeugt hat. Ich bin dann von der Nordwest Ecke an der westlichen Außenseite der Inseln Richtung Süden gepaddelt. Ein bisschen habe ich gehofft Seehunde zu treffen, aber die waren wohl gerade im Urlaub. Sehr kleine Inseln luden für eine Kaffeepause ein.



Vorbei an der Insel St. Känso (Anlanden verboten, da Militärgelände) und am Naturreservat „Vargo“ dann zu einer der größeren Inseln „Styrsö“. Eigentlich wollte ich dort aussteigen und ein Geschäft suchen, aber der Hafen sah wenig interessant aus, sodass ich weitergepaddelt bin (wieder an der Westweite des Archipelagos) bis ich schließlich in „Vrängö“ angekommen bin. Auf dem Weg habe ich noch die Kajakgruppe getroffen die kurz vor mit beim Kajakverleih abgelegt haben. Auf „Vrängö“ konnte ich in den Hafen einfahren und eine Ecke finden an der ich mein Kajak anladen konnte. Am Hafen gab es einen Supermarkt und eine Fischimbiss. Ich versorgte mich mit etwas Bier und einem Fischburger. In den Waschräumen für die Hafengäste konnte ich noch mein Handy laden und in der Zwischenzeit dem Leben im Hafen zuschauen. Im Supermarkt gab es Krebse zu kaufen und die wurden Eimerweise nach Hause geschleppt.



Ich bin dann wieder in See gestochen. Mittlerweile war es Nachmittag und er Wind hatte aufgefrischt. Mein Ziel war die südlichste Insel „Kalvholmen“. Als ich die letzten Kilometer bis zu Insel paddeln wollte waren die Wellen allerdings schon so, dass ich meine Pläne änderte und nach Osten ausgewichen bin. Alleine wollte ich nichts riskieren.



An der Ostseite des Archipelagos bin ich dann nach Norden gepaddelt und wurde dabei von mehr und mehr Regenwolken überholt. Da ich mir nicht sicher war, wie sich das Wetter entwickeln würde, habe ich für das Biwak eine Insel gewählt („Längholmen“) von der aus ich am nächsten Tag entweder schnell zum Kajakverleih zurück oder noch weiter zwischen den Inseln paddeln könnte.
Gegen 18:00 hatte ich das Zelt auf einer kleinen Wiese gleich beim Strand aufgeschlagen und dann fing es auch schon an zu regnen. So ein Abend im Zelt kann dann schon etwas langweilig werden...



Am nächsten Morgen war dann zu meiner Freude doch gutes Wetter und blauer Himmeln. Ich war schon um 6:00 auf dem Wasser und konnte noch die Nordost Ecke des Archipelagos erreichen (die Insel „Rivö“, die von vielen Schafen bewohnt ist). Von dort aus habe ich dann den Sund zwischen den Inseln und Festland gequert. Wieder sehr vorsichtig, da ich das Fahrwasser von einigen Fährlinien queren musste. Nach einer letzten Kaffeepause auf einem Felsen mitten im Sund dann der letzte Abschnitt bis zum Kajakverleih. Mittlerweile war es stark bewölkt und ein paar Minuten bevor ich mein Ziel erreicht hatte fing es an zu regnen. Zum Glück konnte ich im Verleih meine Sachen in Ruhe sortieren und etwas trocknen. Mit dem Bus ging es dann wieder zurück nach Göteborg.

Paddeln in dem Archipelago von Göteborg ist sehr schön und durch die viele Inseln ist man selten weiter als ein paar hundert Meter vom Land entfernt. Allerdings sind die meisten Inseln bewohnt und fast alle dort haben Motorboote für den Transport. Das heißt man muss auf diese und auch auf die Fähren achten. Es war kein Problem Übernachtungsplätze zu finden und in den größeren Häfen gab es Geschäfte, Klos und Frischwasser.
Der Kajakverleih „Escapeoutdoors“ hat zwar nur eine Homepage auf Schwedisch, aber man kann Emails auf Englisch senden und die Boote Online reservieren. Das Bootsmaterial war erstklassig. Soweit ich sehen konnte haben sie fast nur Boote von „UK Seakayaking“.

Mit Zitat antworten
  #6  
Alt 31.10.2012, 19:56
Wolfgang Wolfgang ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 15.01.2007
Ort: Bremen
Beiträge: 245
Standard Danke für den Beitrag !!!!

Hallo Martin,

Zugegebenermaßen war ich erst etwas skeptisch, ob hier im Forum solch ein bebilderter Fahrtenbericht der richtig aufgehoben ist ... so dachte ich erst, naja, noch ein Erlebnisbericht wie viele,
ABER:
Schwer getäuscht.
Wie oft habe ich von der Stena-Fähre vor Göteborg - wenn wir nach ner Westschwedentour heim schipperten - in die Göteborger Inseln geschaut, Paddler beobachtet und gedacht, da müsste man auch mal hin.
Es ist sicher ne Gegend, die für uns, die nicht in Göteborg wohnen, nicht so im Fokus ist, weil das Gebiet insgesamt etwas weniger ausgedehnt ist als die nördlicheren Inseln ab Marstall. Also düst man gleich Richtung Orust - geht mir jedenfalls so.

Du machst einem das Gebiet aber recht schmackhaft. Es ist eben nicht ein Bericht unter vielen vom immer gleichen Ziel - es ist ein Appetizer auf einen nicht so abgegriffenen Edelstein. Zumindest publizistisch...

Ich könnte mir allerdings denken, dass man in Göteborgs Vorgarten noch stärker mit anderen Paddlern und Wassersportlern um die schönen Zeltplatzstrände konkurriert, oder?

Ich werde mir auf jeden Fall Deinen Beitrag in meine Sammlung wertvoller Infos auf meine Schwedenfestplatte laden !!!!
Vielen Dank!
Wolfgang
Mit Zitat antworten
  #7  
Alt 31.10.2012, 21:44
MartinP MartinP ist offline
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 30.10.2012
Beiträge: 3
Standard

Hallo Wolfgang,

danke. Ich war mir etwas unsicher, weil erster Post in diesem Forum...
Also zu den Zeltplätzen: Es war kein Problem bzgl. der Konkurrenz, da ich ausser
einer Gruppe keine anderen Kajaker betroffen habe. Allerdings waren die
Grasflächen die man aus dem Boot ausmacht habe oft sehr nass und/oder von
Gänsen total vollgeschissen. Die anderen Wassersportler waren meist mit der
Jacht oder Motorboot unterwegs und hatten wohl irgendwo in ihrer Hütte oder konnten
im Boot übernachten.

Grüße - Martin
Mit Zitat antworten
  #8  
Alt 01.11.2012, 01:02
berndard berndard ist offline
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 25.10.2012
Beiträge: 9
Standard

Sehr schöne Anregungen in dem ersten Bericht, vor allem auch die Tipps mit den Karten, aber auch die nachfolgenden Beiträge machen Spaß zu lesen, lohnt sich wirklich immer wieder hier einmal reinzuschauen in das Forum!
Mit Zitat antworten
  #9  
Alt 01.11.2012, 22:58
Wolfgang Wolfgang ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 15.01.2007
Ort: Bremen
Beiträge: 245
Standard Gänseschiss

Hallo Martin,

September war sicher schon Saison-Ausklang, da ist der Inseltrubel vielleicht ebenso abgeebbt wie bei uns an der Küste. Wir sind in die Nördlicheren Schären auch immer vor Sommersonnenwende gefahren, gerade um dem Ansturm der schwedischen Ferienwassersportler zu entgehen.

Den Gänseschiss haben wir in Addition zu haufenweisen Schafskotteln praktisch auf allen Inselgrassflächen erlebt. Mit dem Paddel kann man die Zeltfläche von den Schafshinterlassenschaften säubern in dem man mit den Kötteln "Golf" spielt, die Gänsehinterlassenschaften haben wir notdürftig mit dem Paddel weggefegt, muß immer lustig ausgesehen haben uns bei den Zeltvorbereitungen zu beobachten.

Tja, und wenn es dein erster Post war, dann hast du dich hier perfekt eingeführt. Diese Klasse Eigenerlebnisbeschreibung ist immer ne ultimative Bereicherung.

Bin gespannt auf deinen nächsten Beitrag!
Gruß#
Wolfgang.
Mit Zitat antworten
  #10  
Alt 02.11.2012, 01:54
Gerhard Falk Gerhard Falk ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 28.02.2007
Ort: Dautphetal (Hessen)
Beiträge: 278
Standard

Das macht alles wirklich einen großen Appetit nach Meer! Herzlichen Dank!

Mit besten Grüßen
Gerhard
Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen

Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu

Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Diskobucht (West-Grönland) Udo Beier Küste 0 17.08.2011 09:19
Anfänger-Tour mit Mietkanus im Süd(west)deutschen Raum duffy6 Reisen, Routen & Reviere 6 10.08.2011 10:46
Schwedische Schärengärten: Übernachtungsmöglichkeiten? Udo Beier Küste 2 14.07.2010 20:24
Zeltmöglichkeiten an der west-schwedischen Schärenküste Udo Beier Küste 2 23.04.2010 10:22
Seekajakvermietung ost-schwedische Schärenküste (Gryt) Udo Beier Küste 6 03.01.2008 00:13


Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 20:01 Uhr.


Powered by vBulletin® Version 3.8.9 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2017, vBulletin Solutions, Inc.