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  #1  
Alt 14.10.2018, 20:01
Paddelfrau Paddelfrau ist offline
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 19.04.2011
Ort: Rhein-Main-Gebiet
Beiträge: 17
Standard Spree: Berlin - Frankfurt/Oder - ...

Liebe Paddler,

wer ist schon mal von euch auf der Spree und Oder Richtung Frankfurt/Oder gepaddelt? Ich plane das für den nächsten Sommer.

Wie sieht es mit der Strömung aus? Ich bin zwar sportlich, doch paddele ich nur immer in meinem Sommerurlaub. Als Genusspaddlerin brauche ich jetzt nicht ständige Gegenströmung - habe das mal 1,5 km auf der Elbe erlebt ;(

Und da der halbe Urlaub in der Vorfreude besteht: Wer ist schon mal die Oder Richtung Oder Haff gepaddelt und kann davon erzählen?

Ich freue mich auf eure Berichte!
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  #2  
Alt 18.10.2018, 20:29
Paddler3 Paddler3 ist offline
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 06.04.2015
Beiträge: 2
Standard Spree und Oder

Hallo Paddelfrau,


Es kommt darauf an, ob Du im Spreewald oder in Berlin zur Oder starten willst.

In beiden Fällen mußt Du über den Oder-Spree-Kanal zur Oder, einen elend geradlinigen, langweiligen Schlauch, der kilometerweit durch märkische Kiefernforsten führt. Strömung hat der Kanal keine, Abwechslung allerdings auch nicht. Ruderer nehmen den Tag Langeweile in Kauf, aber Paddler brauchen wenigstens zwei Tage für ihn; mein Fall ist er nicht. Kommst Du von Süden von der Spree, mußt Du ihn rund 35 km bis Eisenhüttenstadt ertragen (dort kann man beim Kanuverein übernachten). Es gibt bzw. gab die Abkürzung über den Brieskowkanal, dessen acht Schleusen 1945 gesprengt wurden und alle umtragen werden müssen. Für diese „Abkürzung“ brauchst Du einen Bootswagen. Schlafen kannst Du an der Mündung des Brieskowkanals in die Oder, auf der Landzunge am alten Regattaturm.

Du klingst, als würdest Du mit Auto kommen und am Ende Deiner Tour mit Zug zum Auto zurückfahren. Da bietet sich „Spreewaldcamping Lübben“ an. (Der Spreewald selbst ist für Auto-Rückholer mit Bus und Bahn vergleichsweise schlecht erreichbar.) In Lübben beginnt der schöne Abschnitt der Spree bis zum Oder-Spree-Kanal. Paddelverkehr gering, Unterkünfte vorhanden. Du paddelst mit der (schwachen) Strömung.

Willst Du in Berlin starten, hast Du entweder rund 85 km eintönigen Oder-Spree-Kanal vor Dir, oder Du paddelst die ersten 45 km auf der Müggelspree stromauf. Auf der Müggelspree hast Du anderthalb Tage eine schwache Strömung gegen Dich, aber sie ist landschaftlich viel reizvoller als der Kanal. Gegen die Strömung kann man ankommen; wie stark sie Dich behindert, hängt von Deiner Kondition ab. Ich bin die Müggelspree immer stromab gepaddelt und war mit der Strömung zufrieden

Spätestens vor Fürstenwalde mußt Du wieder auf die Wasserstraße gehen. Schlafen kann man im Ruderclub Fürstenwalde, im Kanuverein in Eisenhüttenstadt, und ein Stück die Oder hinunter im Ruderverein Frankfurt.

Na ja – der landschaftliche Renner ist die Verbindung Spree-Oder nicht. Die Oder selbst aber schon! Falls Du etwas für Flachlandflüsse übrig hast (so wie die Flachlandelbe), dann genieße die Oder. Sie ist deutlich weniger kultiviert wie die Flachlandelbe, einsamer, hat kaum Schiffsverkehr und auch nur sehr wenige Sportboote. Die Oder hat bis zur Mündung des Oder-Havel-Kanals zügige Strömung, bei gutem Wetter (und ohne Gegenwind) kommst Du ohne Dich anzustrengen rund 50 km am Tag voran. Unterhalb des Oder-Havel-Kanals läßt die Strömung deutlich nach, und Du mußt entscheiden, ob Du die Oder weiterpaddeln willst (etwas Strömung, aber sehr breit und ohne Windschutz) oder die Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße (strömungslos, aber Schutz vor West- und Nordwestwind, dazu Übernachtung in Schwedt). Vorsicht im Stettiner Hafen, hier fahren Hochseeschiffe! Die hast Du auch auf der weiteren Fahrt bis ins Oderhaff. Das Haff selbst hat schon Küstencharakter, bei Schwachwind gut fahrbar, bei steifem Wind ein Seegang, der Dich vor Ort an Land festhalten kann.

Mit der Grenze gibt es keine Probleme (mehr), wenn Du Deinen Ausweis mit hast. Die Grenzkontrollen sind abgeschafft. Kulturelle Höhepunkte gibt es kaum, der Krieg hat damals alles gleichgemacht. Aber die Stille ist beeindruckend, und mit etwas Glück siehst Du nahe der Warthemündung deren Vogelleben. Übernachten kann man unterhalb Frankfurt im oder am Hafenkrug in Kienitz, in oder vor dem Gasthaus Zollbrücke (jeweils im Zimmer oder im Zelt) und dann an den Biwakplätzen der Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße, später im Kanuverein in Schwedt und am Zeltplatz in Mescherin. Melde Dich vorher an! Die Nummern stehen in den Links. Wenn Du wild zelten willst, mach das am polnischen Ufer, das deutsche steht unter Naturschutz. Bei Niedrigwasser – so wie jetzt – locken die Sandbänke in den Totwassern zum Zeltaufstellen. Ich habe schon so geschlafen, das war sehr schön, und nie Probleme gehabt. Manche Paddler haben aber von nächtlichen Pegelschwankungen um einen halben Meter berichtet, weil im Riesengebirge ein Gewitter war oder die Polen eine Welle schickten, um einen Frachter nach Szczecin zu lotsen. Sei also vorsichtig.

Wenn Du ganz mutig bist, mach das in zwei Urlauben: nimm die Spree als Einzeltour und fahr danach die Oder von viel weiter oben, z. B. vom Kanuverein in Nowa Sol aus! Die Oder ist ab Bytom Odrzanski schleusenlos bis Szczecin/Stettin befahrbar. Von Szczecin/Stettin aus fahren Züge nach Nowa Sol zurück, und die polnische Oder ist noch einsamer und urwüchsiger als der deutsche Oderabschnitt. Du erlebst eine Natur und Stille, die man in Mitteleuropa nicht mehr vermutet. Einziges Problem dürfte Nordwestwind als Gegenwind sein.

Wenn wir bei schönen Touren sind – hast Du schon mal über die „Märkische Umfahrt“ nachgedacht? Ungefähr eine Woche Umfang, außerhalb der Hochsaison nicht übermäßig befahren, aber mit guter Infrastruktur. Du brauchst einen Bootswagen oder ein paar kräftige Hände, anders ist das Treppenwehr am Spree-Dahme-Umflutkanal nicht zu bewältigen. Aber das ist das einzige Problem. Inzwischen gibt es sogar einen „Kanu-Kompakt“-Reiseführer zu der Runde, aber eigentlich brauchst Du den nicht. Nimm Fontane mit, das langt völlig. Mit ihm tauchst Du, in der Gegenwart stehend, tief in die deutsche Geschichte ein. Es gab einen alten Ruderer (Heinz Kinzelmann), der in den 80er Jahren regelrecht Fahrtberichte „Rudern mit Fontane in der Hand“ schrieb. Er fuhr auch die Märkische Umfahrt.

Für Touren rund um Berlin hilft, wenn Du nicht schon das Flußwanderbuch hast, der Jübermannatlas „Berlin-Brandenburg“, das Gehaltvollste und Genaueste, was es auf dem Markt gibt. Hier findest Du nicht nur Karten mit allen nötigen Streckenhinweisen, sondern auch Namen und Telefonnummern der Unterkünfte. Die neue Auflage ist grade ein halbes Jahr alt. Neben der Spree enthält er auch die Oder bis ins Haff hinein.

Fein-Beschreibungen der Oder stehen in den oben verlinkten Beschreibungen, eine allgemeine Einführung hast Du hier. Für weitere Details setz eine Anfrage ins Faltbootforum. Dort schreiben mehrere erfahrene Oderpaddler, u. a. eine Frau, die im Umland wohnt und auch auf der polnischen Oder unterwegs ist.


Viel Spaß beim Planen!

Paddler3 (gern auf der Oder)
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  #3  
Alt 19.10.2018, 20:10
Piefke Piefke ist offline
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 28.07.2007
Ort: Bocka
Beiträge: 28
Standard

Wie schon von Paddler3 beschrieben, ist der Oder-Spree-Kanal sehr langweilg.
Die Spree ist ab Bärwalde (Sachsen) paddelbar und bietet damit genug Flusslänge für eine Woche.
Die Oder würde ich dann lieber mit der Neiße verbinden.
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  #4  
Alt 21.10.2018, 21:24
Paddelfrau Paddelfrau ist offline
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 19.04.2011
Ort: Rhein-Main-Gebiet
Beiträge: 17
Standard Spree 2019

VIELEN DANK für eure ausführlichen Antworten!
Ich habe eben erst hier gesehen, dass du, Piefke, mir so detailliert geantwortet hast.

Ich habe ja bereits die passende Jübermann-Wasserkarte - bin schon mal ab Berlin die Havel runter gepaddelt, was auch sehr schön war.
Es sieht so aus, dass ich die Spree ab Eisenhüttenstadt Richtung Berlin paddele - muss es mir im Urlaub ja nicht unnötig schwer machen. Und 2020 dann ab Eisenhüttenstadt die Oder runter.

Da mein Mann es nicht so mit dem Paddeln hat:
Vielleicht gibt es eine Frau +- 50 (also in meinem Alter), zu der dies hier passt:
-du willst auch morgens spätestens um 10 auf dem Wasser sein, damit man noch was unterwegs anschauen kann
- du willst auch im EZ einer Pension, u.u. auch bei einem Verein übernachten
-du hast Anfang / Mitte Juli 19 ca. 6 Tage Zeit

Bei Interesse schreibe mir gerne eine persönliche Nachricht.

Viele Grüße
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  #5  
Alt 21.10.2018, 21:27
Paddelfrau Paddelfrau ist offline
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 19.04.2011
Ort: Rhein-Main-Gebiet
Beiträge: 17
Standard

... Die sehr ausführliche Antwort von dir, Paddler 3, war sehr hilfreich.
Vielen Dank!!!
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  #6  
Alt 22.10.2018, 16:04
Piefke Piefke ist offline
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 28.07.2007
Ort: Bocka
Beiträge: 28
Standard

Zitat:
Zitat von Paddelfrau Beitrag anzeigen
Es sieht so aus, dass ich die Spree ab Eisenhüttenstadt Richtung Berlin paddele - muss es mir im Urlaub ja nicht unnötig schwer machen. Und 2020 dann ab Eisenhüttenstadt die Oder runter.
Die Spree fließt nicht durch Eisenhüttenstadt, also heißte es in Richtung Berlin erst mal ca. 60 km Oder - Spree - Kanal paddeln, also 2 bis 3 Tage nur öden Kanal. Dann würde ich lieber in Beeskow starten, das ist km-mäßig genaus so wiet bis Berlin, da musst du aber "nur" 30 km Kanal paddeln und das kann man bei einer Rast in Berkerbrück auf zwei Tage verteilen.

Wie viele km bzw. wie viele Tage willst du denn paddeln?
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