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  #21  
Alt 25.11.2016, 11:26
Udo Beier Udo Beier ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.399
Pfeil aktueller Schären-Link

Ahoi!

Der Bericht von Silke & Co.:

Välkommen till skärgarden i västra Sverige
erschienen in: Seekajak 148/16, S.26-29

kann nun auch unter dem folgenden Link

=> www.salzwasserunion.de/images/SEEKAJAK/SEEKAJAK_148/sk_148_S.26-29_Schrentraum.pdf

downgeloaded werden.

Gruß aus Hamburg:
__________________
Udo Beier

Geändert von Udo Beier (25.11.2016 um 12:32 Uhr)
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  #22  
Alt 08.02.2017, 15:54
Udo Beier Udo Beier ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.399
Daumen hoch Schwedische Topo-Karten im Internet inkl. Naturreservatsgrenzen

Ahoi!

Infos gibt es mehr, als wir uns vorstellen können. So bin ich von Dritten auf die im Internet abrufbare „Sveriges länskarta“, einer Land- und Küstenkarte von Schweden aufmerksam gemacht worden. Es handelt sich um eine echte topografische Karte, die bis auf einen Maßstab von ca. 1:15.000 herunterzoombar und auf einem DIN-A4-Blatt (inkl. Maßstabangabe) ausdruckbar ist:

=> http://ext-webbgis.lansstyrelsen.se/...=6515118.65625 (Bovallstrand – Strömstad)
=> http://ext-webbgis.lansstyrelsen.se/...=6506804.65625 (Fjällbacka – Grebbestad)

Die erste Karte bringt eine extra ausgewählte Kartenübersicht von der west-schwedischen Schärenküste (zwischen Bovallstrand und Strömstad) und die zweite Karte zeigt einen für die Tourennavigation tauglichen Kartenausschnitt (ca. 1:70.000) (zwischen Fjällbacka und Grebbestad). Sie ist wohl eingenordet, leider fehlen jedoch ein Gitter oder Gradeinteilungen, sodass wir für einen bestimmten Ort keine Koordinaten ermitteln können. Außerdem werden nur bei der größten Vergrößerung die „Campingplätze“ angezeigt. Dennoch dient sie der Orientierung.

DIN-A3-Kartenvorlage

Wer über einen DIN-A3-Drucker verfügt, kann sich die gewünschten Kartenausschnitte ausdrucken lassen und spart sich den Kauf der entsprechenden topografischen Kartenblätter (zu je 16,95 € plus Porto):

=> http://www.geobuchhandlung.de/schweden/terrang.htm

Beim Kopieren sollte jedoch darauf geachtet werden, dass die kopierten Blätter möglichst um 5 cm überlappen, damit der Blattwechsel unterwegs bei rauem Seegang nicht zu einem Suchspiel wird. Das gilt ebenfalls dann, wenn Papierkarten, die meist vom Format her nicht geeignet sind, mit auf Deck zu führen, die Grundlage für die Navigation bilden. Auch aus diesen sollten Farbkopien im DIN-A3-Format gezogen werden, die dann – um die Wasserdichtigkeit zu gewährleisten – anschließend mit je einem Kartenblatt auf der Vorder- & Rückseite – einlaminiert werden sollten. Übrigens, für DIN-A3-Kopien (entspricht einer Diagonalen von 20 Zoll, während das größte tragbare GPS-Handgeräte nur über 4 Zoll Monitor verfügt) sprechen:
  • die größere Übersichtlichkeit auf der Karte und folglich die leichtere Orientierung und Routenwahl;
  • weniger Kartenblattwechsel unterwegs auf dem Wasser, gegebenenfalls kann der Blattschnitt so gemacht werden, dass der gewählte Revierschnitt für die ganze Tages- bzw. Halbtagesetappe reicht;
  • der festere Halt auf Deck, sodass das Blatt nicht so schnell von Wind & Welle über Bord gehen kann;
  • die bessere Ablesbarkeit des Laminats (=> kein Beschlagen, keine Falten, nur Wassertropfen).
Naturreservate

Ein Vorteil der Karte ist es, dass wir davon ausgehen können, dass die aktuellen Grenzen aller Naturreservate aufgeführt werden, so z.B. auch die Grenzen des im Norden des westschwedischen Schärengebiets liegenden „Kosterhavets Nationalpark“, dem ersten Meeresnationalpark Schwedens:

=> http://ext-webbgis.lansstyrelsen.se/...=6533294.65625 (Koster-Archipel)

Wer wissen möchte, was dort alles verboten ist, kann das auf der folgenden Seite nachlesen:

=> http://extra.lansstyrelsen.se/koster...schriften.aspx
=> http://extra.lansstyrelsen.se/koster...osterhavet.pdf (inkl. Kartenübersicht auf S.5)

Einige der Besuchsvorschriften möchte ich hier besonders hervorheben, da sie für uns Küstenkanuwanderer als ein Beispiel für „vorbildhaftes Verhalten“ entlang der gesamten schwedischen Schärenküste angesehen werden können:
  • „Es ist verboten, auf einigen Inseln in der Hauptsaison (1.7.-15.8.) zwischen 10.00 -18.00 Uhr Zelt aufzustellen.“ (Anmerkung: Während dieser Zeit halten sich auf manchen Inseln tagsüber mehrere Leute auf. Die meisten von ihnen meiden jedoch die Plätze, wo Zelte stehen. Die Inseln aber sind für alle da!)
  • „Im Übrigen darf höchstens 2 Nächte hintereinander am selben Platz gezeltet werden.“ (Anmerkung: Damit soll die Umweltbelastung geringer gehalten und anderen Besuchern auch die Möglichkeit geboten werden, auf einem „Traumplatz“ zu zelten!)
  • „Kajaks dürfen auf die Sandstrände gezogen werden, wenn sie so platziert sind, dass die Badestrände nicht blockiert werden.“
  • „Es ist verboten, Steine zu versetzen oder mitzunehmen.“ (Anmerkungen: Das betrifft natürlich jene Kanuten, die es vorziehen ihre Zelte mit Steinen zu beschweren, wenn Zeltnägel keinen Halt finden!)
  • „Es ist verboten, Feuer außerhalb der dafür ausgewiesenen und angelegten Plätze anzuzünden.“ (Anmerkung: Dies gilt insbesondere für den Nationalpark. Außerhalb des Nationalparks gelten andere Vorschriften, aber auch dort sollten wir uns beim Feuermachen überlegen, ob es wirklich erforderlich ist, (a) mit Steinen die Feuerstelle vorm Ausbreiten des Feuers zu schützen; (b) stets eine neue Feuerstelle einzurichten, wenn bestehend in der Nachbarschaft zu finden sind; (c) auf flachem Fels Feuerstellen einzurichten, da sie den Fels auseinander sprengen können.
  • In Seehund- und Vogelschutzgebieten ist es verboten, an Land zu gehen und sich den Inseln und Schären mehr als 100 m zu nähern. Die Seehundschutzgebiete gelten vom 15.5.-15.7. Die Vogelschutzgebiete vom 1.4.-15./31.7./15.8.“
  • „Es ist verboten, Luftfahrzeuge zu starten oder zu landen.“ (Anmerkung: Das gilt auch für „Foto-Drohnen“!)
  • „Es ist verboten, Lager … mit mehr als 20 Teilnehmern ohne vorherige Absprache mit der Landesverwaltung abzuhalten.“
In anderen Naturreservaten können andere Besuchsvorschriften gelten. Meist finden wir in den schwedischen Schären diese Vorschriften auf Informationstafeln, die im jeweiligen Reservat von weitem aus sichtbar aufgestellt sind.

Gruß aus Hamburg:
__________________
Udo Beier

Geändert von Udo Beier (09.02.2017 um 13:13 Uhr)
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  #23  
Alt 07.05.2017, 21:43
Udo Beier Udo Beier ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.399
Daumen hoch West-schwedische-Schären-Impressionen

Ahoi!

Zunächst einmal wird zum „Anfüttern“ auf ein 46-Sekunden-Video von der west-schwedischen Schärenküste verwiesen:

=> https://www.youtube.com/watch?v=wUnb1mKaVwo (aus der Vogelperspektive)

Dann kommen einige Videos mit dem Schwerpunkten Wasser bzw. Landgang:

=> https://www.youtube.com/watch?v=knoWjr7vq1s (aus der Paddlerperspektive 1)

=> https://www.youtube.com/watch?v=HOV8M-dN8YI (aus der Paddlerperspektive 2)

=> https://www.youtube.com/watch?v=SAzrqdUDQC4 (mal ganz entspannt & gemütlich)

Und als Zugabe ein Video zur Relevanz der Seegangstüchtigkeit von Kanute und Seekajak. Es demonstriert eindrucksvoll, dass - wenn es dort in der traumhaften Felsenkulisse windet – es auch wellen kann:

=> https://www.youtube.com/watch?v=Wzxg3unCQpY&t=2s (für Hartgesottene)

Gruß aus Hamburg:
__________________
Udo Beier
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  #24  
Alt 02.07.2017, 17:39
Udo Beier Udo Beier ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.399
Pfeil 9 Tage in den west-schwedischen Schären (Überblick)

Ahoi!

Im steten Wechsel fahre ich jedes Jahr mit einer Gruppe entweder in die ost-schwedischen, die west-schwedischen oder die süd-norwegischen Schären. Dieses Jahr paddelte ich mit 6 Leuten in Einer-Seekajaks mal wieder in den west-schwedischen Schären, und zwar vom 15.-23.6. zwischen Bovallstrand und Havstenssund. Wie immer sollte es eine Rundtour werden; denn ich paddle lieber, als Autos umzusetzen:

https://www.google.com/maps/@58.6053.../data=!3m1!1e3

http://ext-webbgis.lansstyrelsen.se/...=6504646.65625

Den Zeitraum bis kurz nach Mittsommernacht hatte ich bewusst gewählt, weil ab dem Wochenende nach dem 21.6. die Schweden dann beginnen, selber ihren Urlaub in den Schären zu verbringen. Das ist zum einen beeindruckend, weil wir dann mal erleben können, wie die Schweden und Norweger dort in den Schären „urlauben“, zum anderen aber erschwert uns das die Suche nach einer noch nicht belegten Übernachtungsmöglichkeit draußen weitab von der Küste auf einer einsamen Schäre; denn spätestens seit der Herausgabe einer Broschüre über die Übernachtungsmöglichkeiten entlang der Küste von Bohuslän (von Marstrand über Lysekil und Grebbestad bis zur norwegischen Grenze):

Marklund,J.: Paddla kajak och tälta i Bohuslän
(Sea Kayaking and Camping in Bohuslän) (3. Broschüren mit insgesamt 100 S.) (2004)
(von Marstrand bis zur norwegischen Grenze) (auch auf Englisch)
=> http://tjornkajak.se/bra-kunskap/pad...uslan-haftena/

trauen sich mehr Küstenkanuwanderer in diese Region (… aber dank dieser Broschüre verteilen sich jedoch die Kanuten auf mehrere Plätze)!

Geplant war, zwischen Bovallstrand und den Kosterinseln zu paddeln, weil hier die Schären:
  • nicht nur am gewaltigsten aussehen (=> draußen vor dem Festland überwiegen riesige Granitbrocken, die den Pflanzen nur in den Rinnen und Schluchten Platz zum Wachsen lassen),
  • sondern auch am dichtesten stehen und somit für mehr Abwechslung, aber auch Wind- & Wellenschutz sorgen.
Angereist sind wir mit der Nachtfähre Kiel-Göteborg (mit Ankunft 9.15 Uhr in Göteborg).

Navigiert wurde nach schwedischen topografischen Karten (1:50.000) (=> drei DIN A3-Farbkopien, die einlaminiert wurden), und zwar die Karten-Nr. 573 + 584.

Und die Wetterinfos wurden eingeholten über die Apps von Wetteronline und Windfinder sowie den SMS-Berichtsdienst von Wetterwelt.de.

(Der Bericht über die einzelnen Fahrtentage folgt im Anschluss!)

Gruß aus Hamburg:
__________________
Udo Beier

Geändert von Udo Beier (03.07.2017 um 18:16 Uhr)
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  #25  
Alt 02.07.2017, 19:03
Udo Beier Udo Beier ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.399
Pfeil 9 Tage in den west-schwedischen Schären (Bericht)

Ahoi!
... und nun folgt der Bericht für die 9 Fahrtentage:

1. Tag: Um 12 Uhr hatten wir Bovallstrand (liegt zwischen Hunnebostrand und Hamburgsund) erreicht und 2 Stunden später saßen wir schon in unseren Seekajaks:

58° 28,510 N 011° 18,935 E (=> bei Google Earth unter "Suche" einsetzen!)

Bovallstrand hatte ich ausgesucht, da sich am Westende des Ortes am Rande des Sportboothafens ein Parkplatz, ein WC, ein Wasseranschluss und ein kleiner Sandstrand befindet.

Die erste kritische Passage 2 km nordwestlich von Bovallstrand, nämlich die knapp 2 km lange Steilküstenpassage westlich vor Valön, war unkritisch. (Bei westlichem 5er Wind (8-11 m/s) und einlaufender Dünung würde ich mich da nur mit Kanuten entlang trauen, die voll seegangstüchtig sind!):

https://www.google.com/maps/@58.4939.../data=!3m1!1e3

Durch den Hamburgsund (=> Pausenplatz am kleinen Strand auf der Westseite am nördlichen Ende des Sunds)

58° 33,754 N 011° 15,293 E

ging es dann weiter durch das Inselgewirr vorbei an den Häusersiedlungen, die zwischen Flaskön und Dyngön liegen, nach Langeskär (insgesamt 21 km). Ein geschützt liegender Sandstrand mit dahinter liegender Blumenwiese lädt regelrecht zum Zelten ein:

58° 36,339 N 011° 10,498 E

https://www.google.com/maps/@58.6053.../data=!3m1!1e3

Nachdem wir die Schäre erkundet hatten und unsere ersten „Gletschertöpfe“ bewundert hatten, setzte erst einmal Dauerregen ein, der erst am nächsten Tag um kurz vor 15 Uhr endete.

2. Tag: Tags darauf ging es folglich erst um 16 Uhr in die Kajaks. Vorbei an der Insel Otterön (am östlich an einem Strand gelegenen Ort gibt es mitten auf einer großen Wiese einen Wasserhahn!) paddelten wir zur Schäre Käften (ca. 15 km). Dort lag eingerahmt von mächtigen Granitfelsen auf einer Wiese mit Strand unsere nächste Zeltmöglichkeit:

58° 41,530 N 011° 12,528 E

https://www.google.com/maps/@58.6918.../data=!3m1!1e3

Wer es etwas unromantischer haben möchte, dafür aber mit Warmwasserdusche, hätte 1 km vorher zum am Festland gelegenen Zeltplatz abbiegen können:

58° 41,283 N 011° 13,461 E

3. Tag: Unser nächstes Ziel war Ulsholmen (ca. 7 km), eine große Schäre mit viel Auslauf und noch viel mehr Zeltmöglichkeiten gleich hinter einem breiten Sandstrand und zwei „Doppel-WCs“:

58°43,487 N 011° 08,593 E

https://www.google.com/maps/@58.7225.../data=!3m1!1e3

Wir waren jedoch nicht die einzigen; denn 7 norwegische Seakayaker hatten hier ihr Standquartier aufgeschlagen. Aber es war genügend Platz für alle da.

Zuvor galt es jedoch den ca. 3,5 km breiten „Tjurpannan“, einen Küstenabschnitt, der keinen Wind- & Wellenschutz bietet und der bei stärkeren westlichen bis südlichen Winden inkl. Dünung von einem Seegang dominiert wird, der eine Mischung aus Windsee, Dünung, Grundsee, Kreuzseen und Reflexionswellen darstellt und kurz als sehr rauer Seegang bezeichnet werden kann. Häufiger musste ich hier schon umkehren und mich den südlicheren Schären zuwenden, da nicht alle Mitpaddler so fit waren, um diesen Seegang „kenterlos“ zu meistern. Aber wir hatten für diesen dritten Tag Glück, es war nur wellig aber nicht kabbelig.

4. Tag: Für die nächsten Tage wurde wieder 5er Wind prognostiziert. Einen Pausentag wollten wir jedoch noch nicht einlegen, also ging es los über Havstenssund nach Amundholmen, einer lieblicheren Schäre – wieder mit Sandstrand, aber mit vielen Nadelbäumen - nur knapp 1 km nördlich von Havstenssund (ca. 7 km):

58° 46,392 N 011° 10,545 E

https://www.google.com/maps/@58.7738.../data=!3m1!1e3

Weiter wollten wir nicht mehr paddeln. Aufgrund der Windprognosen gaben wir unser Ziel, die Kosterinseln zu erreichen, auf. Am nächsten Tag wollten wir umkehren in der Hoffnung, dass der Seegang auf dem „Tjurpannan“ es „erlaubt“.

Zunächst hatten wir jedoch dem Ort am Havstenssund einen Besuch abgestattet. Kurz vor dem Hafen, bevor sich der Sund auf wenige Meter verengt, gibt es eine Badestelle, die sich zum Anlanden anbot. Anschließend schlenderten wir durch die Häuseransammlung, füllten unsere Wasservorräte auf, fanden schließlich einen offenen Kiosk mit dürftigem Angebot und bestiegen danach den Hausberg mit herrlicher Rundumsicht, der nur über eine schulterbreite Schlucht zu erreichen ist!

Die, die noch etwas paddeln wollten, erkundeten nach dem Zeltaufbau die nahe Schärenwelt.

5. Tag: Das war unser „härtester“ Tag; denn wir wollten versuchen, bei 4-5 Bft. Seitenwind aus süd-westlicher Richtung den „Tjurpannan“ zu queren. Nun, der Seegang war sehr anspruchsvoll und beherrschbar … aber was hätte er mit uns gemacht, wenn jemand gekentert und der Wind einen auf die nahe Steilküste getrieben hätte? Ende gut, alles gut! Selbst die Fischerboote, die bei solchem Seegang immer wieder plötzlich auftauchen und den Seegang um einen Grad erhöhen, ließen sich nicht blicken! In Käften gingen wir erstmal an Land. Danach paddelten wir westlich an Otterön vorbei nach Stora Makholmen (ca. 16 km):

58° 38,626 N 011° 12,450 E

https://www.google.com/maps/@58.6433.../data=!3m1!1e3

An einem breiten Sandstrand landeten wir an und im Schutz der Felsen bauten wir als einzige unsere Zelte auf. Vor 3 Jahren sah das mal anders aus. Es war Juli, also Hauptsaison. Über 20 Seakayaker blieben hier über Nacht, dazu kam noch eine Menge von Tagesgästen, die per Motorboot angereist waren.

6. Tag: Im Windschutz der Inseln paddelten wir nach Fjällbacka, einem sehenswerten Ort mit einem – ebenfalls - über eine Schlucht erreichbaren Berg, der bekannt ist für sein Panorama. Danach ging es zur ca. 2 km im Nordwesten von Fjällbacka gelegenen Schäre Porsholmen, wo wir auf der Nordseite an einem Strandplatz mit Wiese & scheuen Schafen übernachteten:

58° 36,574 N 011° 14,905 E

https://www.google.com/maps/@58.6082.../data=!3m1!1e3

Übrigens, Porsholmen zeichnet sich durch seine Vielzahl an „Gletschertöpfen“ aus: kreisrund in den Granit gefräste Löcher, die durch „Gletschermühlen“ erzeugt wurden:

https://de.wikipedia.org/wiki/Gletscherm%C3%BChle

7. Tag: In einem halben Tag hätten wir wieder zurück in Bovallstrand sein können, aber wir hatten noch Zeit und paddelten so eine Runde durch die Schärenwelt Fjällbackas, hinaus nach Vedholmen, um dort bei der Umrundung dieser Schäre nochmals vom Seegang so richtig durchgeschüttelt zu werden, und weiter nach Langeskär, wo wir schon die erste Nacht verbracht hatten (ca. 18 km).

8. Tag: In 3 Tagen sollte es wieder so richtig wehen & wellen, also machten wir uns Richtung Bovallstrand auf, paddelten nochmals entlang des Hamburgsunds mit Pause am östlich gelegenen Sportboothafen (=> dort gibt es 2 Rampen zum Aussteigen und eine WC/Duschanlage mit Wasserhahn)

58° 33,089 N 011° 16,252 E

und landeten schließlich in Dannemark an (ca. 16 km):

58° 30,817 N 011° 15,619 E

https://www.google.com/maps/@58.5110.../data=!3m1!1e3

Wir stiegen auf der Ostseite gleich beim ersten kleinen Sandstrand aus. Zwischenzeitlich landeten an den anderen Stränden noch 2 weitere Gruppen mit ihren Seekajaks an, um dort die Nacht zu verbringen. Übrigens, Dannemark gehört zu einem Naturreservat. Dort ist es üblicherweise erlaubt, max. 2 Nächte hintereinander zu zelten. Das gilt jedoch nicht an den großen Sand- und Wiesenflächen, die Dannemark mit Ulön verbinden. Dort ist nur in der Not erlaubt, höchstens 1 Nacht zu lagern.

9. Tag: Da für den nächsten Tag je nach Wetterbericht 5-7 Bft. Wind aus westlicher Richtung prognostiziert wurde, packten wir unsere Kajaks und paddelten die 7 km zurück nach Bovallstrand. Eigentlich wollten wir eine Nacht länger auf Dannemark verbringen und tagsüber die Mittsommernachtsfeierlichkeit im Hamburgsund erleben. Aber wir zogen die Alternative vor, d.h. wir verpackten unser Gepäck in unsere Autos, fuhren dann zum Zeltplatz, der 1,5 km südlich von Hamburgsund liegt:

58° 32,404 N 011° 16,892 E

https://www.google.com/maps/@58.5402.../data=!3m1!1e3

bauten dort wieder unsere Zelte auf und gingen dann im Regen in die nahe Ortschaft, schauten kurz bei den ins „Wasser gefallenen" Feierlichkeiten vorbei und verbrachten die restliche Zeit auf der trockenen & windgeschützten Terrasse des nahen Hafenrestaurants, wo wir im Halbstundenrhythmus für 7 Leute eine Pizza nach der anderen konsumierten.

Gruß aus Hamburg:
__________________
Udo Beier

Geändert von Udo Beier (03.07.2017 um 18:33 Uhr) Grund: Korrektur einiger Koordinaten
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  #26  
Alt 29.04.2018, 15:39
Udo Beier Udo Beier ist offline
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Beiträge: 1.399
Lächeln Schärenwinterkajakgepäcktour: Rückblick

Hej!

Wen es interessiert, wie die schwedischen Schären im Winter aussehen, möge sich das folgende Video von einer Gepäckfahrt irgendwo durch die schwedischen Schären anschauen. Es wurde von den beiden Pensionären Magnus Fischer & Göran Fredriksson 2005 aufgenommen:

=> https://www.youtube.com/watch?v=DrFLYEMh_DY

Gruß aus Hamburg:
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Udo Beier
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  #27  
Alt 29.08.2018, 12:11
Udo Beier Udo Beier ist offline
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Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.399
Pfeil Boshuslän (West-Schweden) im Dreier-Pack

Ahoi!

Die west-schwedischen Schären (zwischen Göteborg und Strömstad):

https://www.google.com/maps/place/56...55!4d-160.1148 (Kartenskizze)

scheinen wohl so im Fokus der Küstenkanuwanderinnen und –wanderer zu stehen, dass gleich drei Zeitschriften über dieses Küstenrevier berichten:
Björn Nehrhoff von Holderberg:
Inselhüpfen und Meeresleuchten
in: KANU-MAGAZIN, Nr. 4/18, S.10-19

Anna Rettig:
Paddelabenteuer in Westschweden. Von Felsklecks zu Felsklecks
in: KAJAK-MAGAZIN, Nr.5/18, S.68-73

Jürgen u. Corvin:
Schöne Schärerei! Westschwedische Schären die Zweite
In: SEEKAJAK, Nr. 154/18, S.18-22
Im KANU-MAGAZIN präsentiert Björn Nehrhoff von Holderberg seinen Bericht. Wir merken gleich, dass hier ein „Profi“ schreibt. Der Text ist geschliffen. Er ist wohl chronologisch gestaltet, aber so locker, dass auch historische, landschaftliche und botanische Besonderheiten Platz eingeräumt wird. Lediglich die Kurz-Infos sind etwas dürftig. Dafür gibt es beeindruckende Fotos (insgesamt 12), die in dem Beitrag außergewöhnlich präsentiert werden.

Gestartet wird von Knutsvik aus (östlich von Kungshamn). Vorbei geht es durch den Sotekanal, Hunnebostrand, Dannemark, Hamburgsund, Trinisla, Fjällbacka, Grebbestad, Ulsholmen, Havstenssund, Resö, Kackholmen und Rassö. Die Tour endet in Strömstad. Zurück zum Auto geht es per Bus.

Anna Rettig berichtet im KAJAK-MAGAZIN über ihre Tour, und zwar einer kommerziellen Tour, die im Winter (bei +5° C Lufttemperaturen) stattfand.

Gepaddelt wurde in den Schären rund um Grebbestad. Welche Schären nun angesteuert wurden und wie lange sie unterwegs waren, kommt aus dem Beitrag nicht heraus. Auf alle Fälle wurde auf der Insel Käften Pause gemacht. Vermutlich handelt es sich bei diesem 6-seitigen Bericht um eine Tagestour …. also ein typischer „Me-too“-Beitrag, d.h. die Redaktion hat nichts Besseres zum Thema West-Schwedische Küste zu bieten, will aber unbedingt etwas darüber schreiben und peppt den Beitrag (indem etwas über Land & Leute, Essen & Trinken und Fauna & Flora stehen sollte) mit ein paar Fotos (8) und einer „Infobox“ auf.

Übrigens, „weiße Schären“ gibt es oft nur für etwa eine Woche im Jahr. Wen es interessiert, wie dann die Landschaft aussieht, der möge sich das folgende Video von Magnus Fischer & Göran Fredriksson anschauen:

=> https://www.youtube.com/watch?v=DrFLYEMh_DY

Last not least bringen Jürgen & Corvin einen Bericht über dieses Küstenrevier, der im SEEKAJAK, dem Mitgliedermagazin der Salzwasserunion e.V., erschienen ist. Die Tour fand Ende Mai statt. Gepaddelt wurde an 6 Tagen. Es handelt sich um eine für Vereinszeitschriften typische chronologischen „Nacherzählung“ garniert mit 9 aussagefähigen Fotos, und zwar von Inseln, wo übernachtet wurde. Der erste Paddeltag beginnt mit dem Hinweis: „Bestens ausgeschlafen und mit einem leckeren Frühstück vom Buffet auf der Fähre im Bauch fahren wir am Sonntagmorgen die letzten 135 km“ zum Einsatzort. Und der letzte Paddeltag endet mit: „Die (Fähr-)Fahrt hinaus durch die vielen kleinen Schären ist im Abendlicht ein wunderbarer Abschluss unserer Reise, die wir mit einem oder zwei Bieren genießen. … Nochmals vielen Dank an … unseren Planer und Fahrtenleiter! Es war eine super Tour!!!“ So weit, so interessant. Zumindest bei einer guten Nacherzählung bekommen wir wenigstens mit, welche Tagesetappen gepaddelt wurden:
1. Tag; Campingplatz Rörvik (Hamburgsund) => Vedholmen,
2. Tag: Vedhjolmen => Fjällbacka => Porsholmen,
3. Tag: Porsholmen => Havstenssund =>Bissen (gegenüber Resö),
4. Tag: Bissen => (Koster-Inseln) => Lilla und Stora Tenholmen,
5. Tag: Tenholmen => Nord-Hällsö,
6. Tag: Nord-Hällsö => Strömstad.
Ein Auto wurde vorher umgesetzt und die anderen am Ende der Tour nachgeholt.

Fazit

Die drei Berichte wurden in verschiedenen Paddelfachzeitschriften veröffentlicht. Sie wenden sich folglich an Kanuten, die vielleicht auch mal dort paddeln möchten. Um diese zu motivieren, solche Berichte durchzulesen, bedarf es:
  • ein paar aussagefähiger Fotos, quasi als „Lockvogel“,
  • einer Kartenskizze, auf der man die Tour so deutlich nachvollziehen kann, dass wir sie (notfalls) auch als Karte für unterwegs einsetzen können,
  • ein paar Kurz-Infos (z.B. Kartenmaterial, Übersicht von Übernachtungsmöglichkeiten, lokaler Wetterbericht),
  • last and least einer Touren-/Revier-Beschreibung für die, die sich ernsthaft für die Tour interessieren.
Leider bringen alle drei Berichte keine entsprechende Kartenskizze. Zwei Berichte enthalten wohl Kurz-Infos, die jedoch nur bedingt zum Erfolg einer solchen Tour beitragen. Alle drei Berichte bringen weder einen Hinweis auf insgesamt drei englischsprachige Broschüren von Übernachtungsmöglichkeiten zwischen Marstrand und Strömstad/norwegische Grenze:

=> http://tjornkajak.se/bra-kunskap/pad...uslan-haftena/

noch verweisen sie auf empfehlenswertes Kartenmaterial, z.B. schwedische topografische Terrängkartan (1:50.000): Nr. 563, 573 u. 584.

Ebenfalls fehlt ein Hinweis auf einen lokalen Wetterbericht, z.B. die App „Yr“ vom Norwegian Meteorological Institut.

Dafür enthalten alle drei Berichte viel Text, der manchmal auch recht locker zu lesen ist. Aber es handelt sich doch bei solchen Texten in der Regel nur um Erlebnisschilderungen ohne jeglichen literarischen Wert. Jeder Abonnent einer solchen Fachzeitschrift wird spätestens nach 3 Jahren Abo nach dem Anschauen der Fotos einfach weiterblättern, statt sich der Mühe zu unterziehen, solche Schilderungen zu lesen. Ja, wenn mich einer fragen würde, welchen Einfluss das Internet auf solche Fachzeitschriften haben wird, so würden die beiden folgenden Vorschläge bringen:

(1) Solche Erlebnisschilderungen sollten auf die Homepage der Redaktion ausgegliedert werden!
(2) Stattdessen sollte eine mindestens 1-seitige Kartenskizze gebracht werden, nach der wir paddeln können!

Gruß aus Hamburg:
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Udo Beier
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Seekajakvermietung ost-schwedische Schärenküste (Gryt) Udo Beier Küste 6 03.01.2008 01:13


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