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Zurück   DKV-Kanu-Forum > Kanu-Freizeitsport > Küste

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  #1  
Alt 23.10.2017, 09:18
Udo Beier Udo Beier ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.398
Pfeil Küstenkanuwanderkurse 2018

Ahoi!

Für 2018 biete ich als Referent für Küstenkanuwandern des Hamburger Kanu-Verband e.V. mit Unterstützung des Alster-Canoe-Club e.V. wieder verschiedene Ausbildungskurse zum Küstenkanuwandern an.

Die einzelnen Kurse bauen aufeinander auf. Näheres darüber kann ab 1.12.17 den auf KANU.de abrufbaren Info-Blättern entnommen werden:

17.03.-18.03.2018: Kurs I: Workshop Küstenkanuwandern

Inhalt: Fahrtenplanung/Gezeiten-/Wetter-/Navigations-/Gewässerkunde/Verkehrsvorschriften/Rettungs- und Seitwärtssurfübungen im Hallenbad.
Dieser Kurs wird zugleich auch als "Sicherheitskurs" anerkannt.
Info-Blatt: www.kanu.de/nuke/downloads/Kurs-Workshop-Hamburg-Info.pdf

16.06.-17.06.2018: Kurs II: Brandungsübungen

Inhalt: „Learning by Doing“, d.h. üben des Startens und Anlandens sowie des Paddelns bei brechendem Seegang (von vorn, seitwärts, achtern) inkl. Rettungsübungen. Geübt wird je nach Windrichtung entweder am Strand von St.Peter-Ording (Nordsee) (bei westlichen Winden) oder Neustadt-Rettin (Ostsee) (bei östlichen Winden).
Voraussetzung: Seegangs- und kentertüchtigkeit und Kurs I.
Info-Blatt: www.kanu.de/nuke/downloads/Kurs-Brandungsuebungen-Info.pdf

27.06.-1.07.2018: Kurs IIIa: Einweisungsfahrt Rund Langeness & Co. (EPP III Küste)
oder:
8.08.-12.08.2017: Kurs IIIb: Einweisungsfahrt Rund Spiekeroog & Co. (EPP III Küste)

Inhalt: „Learning by Doing“ (ca. 125 km): Vermittlung von Grundkenntnissen zum Küstenkanuwandern anlässlich einer 5-tägigen Wanderfahrt, die entweder in die Umgebung von Langeness, Oland, Gröde, Hooge, Amrum und Föhr oder in die Umgebung von Spiekeroog, Langeoog, Baltrum und Wangerooge führt (soweit des Gewässerbedingungen es erlauben!) (max. 4 bis 5 Bft.).
Voraussetzung: Brandungstüchtigkeit und Kurs I+II sowie 125 Paddel-Kilometer in den letzten 6 Wochen vor der Einweisungsfahrt und 500 Paddel-Kilometer in den letzten 365 Tagen.
Info-Blatt:
www.kanu.de/nuke/downloads/Kurs-Langeness-Info.pdf
oder:
www.kanu.de/nuke/downloads/Kurs-Spiekeroog-Info.pdf

Infos: Udo Beierudo.beier@t-online.de

Gruß aus Hamburg:
__________________
Udo Beier
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  #2  
Alt 23.10.2017, 09:52
Schlumi Schlumi ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 26.02.2008
Beiträge: 371
Standard Küstenkanuwaderausbildung

Hallo Udo!
Allein dieser Passus: "Voraussetzung: Brandungstüchtigkeit und Kurs I+II sowie 125 Paddel-Kilometer in den letzten 6 Wochen vor der Einweisungsfahrt und 500 Paddel-Kilometer in den letzten 365 Tagen." in der Ausschreibung, zeigt die Richtigkeit der Diskussion über die konditionellen Voraussetzungen bei solchen Kursen.
Auch wir haben nach unserer "Unvollendeten" Langenesstour die Reissleine gezogen und verlangen für alle Nordseeangebote "Ochseninseln rund" ohne Pause....das sind 18km Standwasser vom Flensburger Ostseebad.
Wir "älteren Semester" sind eben doch noch lernfähig.
Wünschenswert ist auch eine Diskussion über "2 Fahrtenleiter" ab einer festzulegenden Teilnehmerzahl.
Gruß
Schlumi
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  #3  
Alt 23.10.2017, 10:14
r_u_d_i r_u_d_i ist offline
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 21.07.2012
Beiträge: 28
Standard Termine 2018

Moin Udo,

Danke fürs frühzeitige Online-Stellen der Termine !

Schönen Gruß,
Rudi
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  #4  
Alt 07.12.2017, 12:05
Udo Beier Udo Beier ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.398
Pfeil Info-Blätter abrufbar!

Ahoi!

Die in Post #1 erwähnten Info-Blätter zu den einzelnen meiner Küstenkanuwander-Kurse sind ab sofort abrufbar:

Workshop Küstenkanuwandern (17./18.3.18):
www.kanu.de/nuke/downloads/Kurs-Workshop-Hamburg-Info.pdf

Brandungsübungen St.Peter-Ording oder Neustadt-Rettin (16./17.6.18):
www.kanu.de/nuke/downloads/Kurs-Brandungsuebungen-Info.pdf

Einweisungsfahrt Langeness & Co. (EPP 3-Küste) (27.6.-1.7.18):
www.kanu.de/nuke/downloads/Kurs-Langeness-Info.pdf

Einweisungsfahrt Spiekeroog & Co. (EPP 3-Küste) (8.-12.8.18):
www.kanu.de/nuke/downloads/Kurs-Spiekeroog-Info.pdf

Gruß aus Hamburg:
__________________
Udo Beier
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  #5  
Alt 07.07.2018, 15:14
Udo Beier Udo Beier ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.398
Pfeil Einweisungsfahrt Langeness & Co. (EPP 3 (Küste)

Ahoi!

Vom 27.6. bis 1.7.18 wurden zum Erwerb von EPP 3 (Küste) eine Einweisungsfahrt angeboten mit Start/Ziel im Hafen von Schlüttsiel (Nordfriesland). Die Gewässerbedingungen waren optimal: „5-Tage-Kaiserwetter“, also Bedingungen, bei denen alles - was planbar ist – gepaddelt werden konnte, und zwar:

Mittwoch, 27.6.18: Schlüttsiel (Hafen) => Schlütt-Fahrwasser => Langeness-Fahrwasser =>Hilligenley (Hallig Langeness) => Langeness-Fahrwasser => Süderaue => Rütergat => Kniepsand (Amrum/West) = 31 km;

Donnerstag, 28.6.18: Kniepsand (Amrum) => Seeseite (Amrum) bis Westspitze Amrum => Vortraptief => Hörnum (Sylt) => Hörnumtief => Föhr/West = 26 km;

Freitag, 29.6.18: Föhr/West => Amrumtief-Wattfahrwasser => Norderaue => Nordmarsch-Fahrwasser/Nordmarsch-Leuchtfeuer => Rixwarft (Langeness) => Süderaue => Hooge (Seglerhafen) = 22 km

Samstag, 30.6.18: Hooge => Süderaue => Japsand => Süderaue => Nordmarsch-Fahrwasser => Norderaue => Oland/Nord = 23 km

Sonntag, 1.7.18: Oland/Süd (Hafen) => Schlütt-Fahrwasser (Tonne Schl10) => Schlüttsiel (Hafen) = 7 km

Bei dieser Halligtour handelte es sich natürlich nicht um eine normale mehrtägige Küstenkanuwandertour, vielmehr war es eine Ausbildungsfahrt, bei der die 5 „Schüler“ das anwenden mussten, was sie während eines 2-tägigen Workshops und 2-tägiger Brandungsübungen vermittelt bekamen. Das Ausbildungsmotto lautete „Learning by Doing“. Dafür eignet sich eine solche Tour in geradezu in idealer Weise; denn hier wird einem bewusst, dass die ganze Theorie (=> Wetter-, Navigations- & Gezeitenkunde; Fahrtenplanung; Gruppenkooperation; Paddel- & Rettungstechniken) einen praktischen Hintergrund hat. Was kann einen mehr motivieren, etwas zu lernen, als die Teilnahme an einem solchen Kurs, und zwar eines Kurses bei dem jeder „Schüler“ eine ganze Tagesetappe lang zeigen muss, wie er das zu Beginn der Etappe vorgegebene Ziel erreicht. Ein zweiter „Schüler“ begleitete ihn dabei, nicht um den „Leiter des Tages“ zu entlasten, sondern um schon mal mitzubekommen, was alles der „Ausbilder“ von seinem für die Etappe zuständigen „Schüler“ abverlangt. Die drei übrigen „Schüler“ bildet jeweils eine eigenständige Gruppe, wobei abwechselnd jeden Tag ein anderer „Schüler“ dafür zuständig war, auf den Gruppenzusammenhalt zu achten, ohne den Kontakt zur ebenfalls 3-köpfigen „Führungsgruppe“ zu verlieren. Dazu kam ein „Assistent, der mit „Rat & Tat“ nicht nur die „Schüler“ sondern auch den „Ausbilder“ unterstützte, sowie zwei erfahrene Gäste, die einspringen konnte, wenn plötzlich alles schief liefe.

Bemerkungen zu EPP 3 (Küste)

(1) Gezeitengewässer: Es ist seit Überarbeitung der EPP-Bedingungen Mitte 2017 nicht mehr erforderlich, dass der Kurs in tidenabhängigen Küstengewässern abgehalten werden muss. Damit kommt der DKV wohl den passionierten Ostseepaddlern entgegen, die sonst nicht die Möglichkeit hätten, vor ihrer Haustür einen Küsten-Schein zu erwerben. Der DKV hätte sich wohl dafür entscheiden können, diesen Kanuten EPP 3 (Touring) anzubieten, der mit ganz wenigen Ausnahmen nahezu identisch mit EPP 3 (Küste) ist, aber er hat jenen Weg gewählt, bei dem erst bei EPP 4 (Küste) ausdrücklich das Paddeln auf Gezeitengewässern dazukommt.

In Anbetracht dessen, dass an meinen EPP 3 (Küste)-Kursen ausschließlich Kanuten interessiert sind, die eigentlich fit gemacht werden möchten für Gezeitengewässer, hätte ich stattdessen einen EPP 4 (Küste)-Kurs anbieten können, deren Teilnahmebedingungen (z.B. Rolle auf beiden Seiten bei realistischen Gewässerbedingungen; perfektere Paddelfertigkeiten) sie wohl nicht zuverlässig erfüllt hätten. Deshalb hatte ich mich dazu entschlossen, den EPP 3 (Küste)-Kurs von den Inhalten her um die Grundanforderungen zu erweitern, die an einen Küstenkanuwanderer gestellt werden, der auch auf Gezeitengewässern paddeln möchte.

(2) Gewässerbedingungen: Bis zu welcher Gewässerschwierigkeit bzw. Windstärke ein EPP 3 (Küste)-Kurs stattfinden darf, wird bei den derzeitigen EPP-Bedingungen nicht ausdrücklich erwähnt, wohl aber finden wir Aussagen, die darauf hindeuten, dass 4 Bft. Wind die Obergrenze bilden soll:
  • „Revier: … Küste bis II“.
  • „Der ausgebildete Seekajakfahrer kann als kompetentes Gruppenmitglied an Tagestouren bei moderaten Bedingungen (Wind bis 4 Bft.) in tidenfreien Küstengewässern teilnehmen.“
  • „Prüfungsbedingungen: … Wind: moderat; max. 4 Bft., Wellen: max. ca. 50 cm …“
wobei unter „Küste II“ mäßig schwierige Gewässerbedingungen zu verstehen sind, die bei 4 Bft. angetroffen werden können, sofern nicht noch weitere Korrekturfaktoren zu berücksichtigen wären (z.B. Wind gegen Strom, Stromkabbelung, Grundsee, auf-/ablandiger Wind, Schiffsverkehr, Sicht, Temperaturen, Hindernisse).

Um die Teilnehmer meines EPP 3 (Küste)-Kurses über die potenziellen Schwierigkeiten, die bei der geplanten Tour angetroffen werden können, aufzuklären, wird von mir vorab darauf hingewiesen, dass je nach Situation auch noch bei 5 Bft. Wind gepaddelt werden kann. Letztlich soll damit auch erreicht werden, dass nicht an Land geblieben werden muss, nur weil z.B. der Seewetterbericht 5 Bft. Wind (=> „frischer Wind“) nicht ausschließen kann. Damit die Teilnehmer jedoch nicht völlig unvorbereitet auf schwierigere Gewässerbedingungen stoßen, die durch einen 5er Wind erzeugt werden können, schalte ich jedoch einer jeden „Einweisungsfahrt“ „Brandungsübungen“ vor. Dieses Jahr fanden sie in St. Peter-Ording statt bei bis zu 5 Bft. Windstärke aus westlicher Richtung.

(3) Voraussetzungen: Die Formulierung, dass „der ausbildete (EPP 3 (Küste)-Seekajakfahrer als kompetentes Gruppenmitglied an Tagestouren bei moderaten Bedingungen (Wind bis 4 Bft.) in tidenfreien Küstengewässern teilnehmen (kann).“ ist insofern etwas unglücklich gewählt, weil er nur fit gemacht wird
  • für Tagestouren,
  • bis 4 Bft. Wind
  • auf tidenfreien Küstengewässern (z.B. Ostsee).
D.h. ein Fahrtenleiter, der eine Nordseetour anbietet, dürfte eigentlich einen EPP 3 (Küste)-Kanuten gar nicht mitnehmen. Letztlich könnte sogar daraus abgeleitet werden, dass die EPP 3 (Küste)-Ausbildung nicht während einer Gepäckfahrt, sondern nur bei Tagestouren ohne Gepäck stattfinden dürfte; denn wenn der ausbildete EPP 3 (Küste)-Kanute erst nach Abschluss der Ausbildung fit für eine geführte Tagestour ist, dann dürfte eigentlich der Teilnehmer eines solchen Kurses erst recht nicht fit für eine mehrtägige Gepäckfahrt sein.

(4) „Kenteraufsicht“: Nicht bei der Prüfung der Rollfähigkeiten, wohl aber bei der Prüfung der „Partnerrettung“ (=> TX-Lenzmethode, Parallel-Wiedereinstieg) finden wir den folgenden „Prüfungshinweis“:
„Sobald eine Person sich mit dem Kopf unter Wasser befindet, gelten besondere Vorsichtsmaßnahmen. Während eine Zweiergruppe übt, sichert eine andere Zweiergruppe diese ab.“
Bei den Bedingungen für EPP 1/2 suchen wir einen solchen Hinweis vergeblich, obwohl er hier in Anbetracht der noch beschränkten Paddelfähigkeiten eines EPP 1 bzw. 2-Kandidaten angebracht wäre. Aber für einen EPP 3-Kandidaten, der zumindest das Rollen auf einer Seite gelernt hat (was dazu geführt hat, dass er während der Rolllernphase –zig Male gekentert und ausgestiegen ist!!) und erst recht für einen EPP 4-Kandidaten, der sicher bei fast jeden Gewässerbedingungen rollen kann, handelt es sich um eine überflüssige Vorsichtsmaßnahmen, dass ein jeder Kanute, der kentern soll, automatisch von einer „Zweiergruppe“ gesichert wird. Natürlich sollte ein Ausbilder vor Beginn des Kurses sich zusichern lassen, dass der Teilnehmer nicht nur schwimmen kann, sondern auch in der Lage ist zu kentern und unter Wasser auszusteigen! Wenn er letzteres nicht zusichern kann, dann sollten jedoch die Alarmglocken schrillen, d.h. dann sollte erst einmal im Flachen das Kentern und der Unterwasserausstieg geübt werden, anderenfalls würde ich den Teilnehmer nicht mit geschlossener Spritzdecke paddeln lassen. Aber das sind Überlegungen, die eigentlich nur einen EPP 1/2-Kandidaten betreffen.

(5) Touren-Erfahrungen: Dem Kanuten, der an Nordseetouren teilnehmen möchte, bleibt folglich rein formal nichts anderes übrigen, als die EPP 4 (Küste)-Qualifikationen zu erlangen. Aber um für einen solchen Kurs zugelassen zu werden, wird der „Nachweis von mindestens 12 Touren auf See“ gefordert!? Heißt das etwa, dass er diese 12 Touren „solo“ bzw. mit „unterqualifizierten“ Kameraden unternehmen muss, weil bei einer offiziellen DKV-Mehrtagestour (bei der nie 5 Bft. ganz ausgeschlossen werden können!) auf Tidengewässern nur Kanuten mitgenommen werden sollten, die über den EPP 4 (Küste)-Schein verfügen?

(6) Ausbilderqualifikation: Die EPP 3 (Küste)-Qualifikation von „gestern“ entspricht mit wenigen Ausnahmen der EPP 4 (Küste)-Qualifikation von „heute“. Bislang genügte es, dass grundsätzlich ein „DKV-Fachübungsleiter“ (Trainer C) mit EPP 4 (Küste)-Qualifikation einen EPP 3 bzw. 4 (Küste)-Kurs veranstalten durfte. Erst vom Veranstalter eines EPP 5 (Küste)-Kurses wurde verlangt, dass er über die DKV-Kanulehrer (Trainer B)-Qualifikation verfügt. Nun wird schon beim ersten waschechten Küsten-Schein, nämlich EPP 4 (Küste), die Kanulehrer-Qualifikation verlangt, d.h. die Übungsleiter-Qualifikation reicht nicht mehr aus. Das ist insofern bedauerlich, als es nur ganz wenige Kanulehrer mit Küsten-Qualifikation gibt, und die bieten meist - wenn überhaupt – ihre Küstenkurse über kommerzielle Veranstalter, nicht aber über den DKV an!?
(wird fortgesetzt)

Gruß aus Hamburg:
__________________
Udo Beier

Geändert von Udo Beier (16.07.2018 um 07:42 Uhr)
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  #6  
Alt 11.07.2018, 10:03
Udo Beier Udo Beier ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.398
Frage „Sitzenbleiber“ (Bemerkungen zu EPP 3 (Küste))

Ahoi!

Ich möchte noch als siebten Punkt auf den Aspekt des nicht erfolgreichen Abschlusses eine EPP 3 (Küste)-Kurses verweisen und kommentieren:

(7) "Sitzenbleiber": Die jeweilige EPP-Urkunde wird nach Bestehen einer praktischen und theoretischen Prüfung überreicht. „Eine nicht bestandene Prüfung gilt als Training!“ so lautet eine Bedingung zum Prüfungsablauf. Es wird dabei dem Ausbilder/Prüfer überlassen, wie viel falsch gemacht werden darf, bis eine Prüfung als nicht bestanden angesehen werden muss.

Als Beispiel fällt mir dabei die folgende EPP 3 (Küste)-Bedingung ein: „Der Kandidat soll unter Flachwasserbedingungen sein Kajak einseitig durchrollen und aufrichten können.“ Wir können hier die Auffassung vertreten, dass es sich beim Rollen (Eskimotieren/Inuitieren) um ein zentrales Kriterium zur Erlangung von EPP 3 (Küste) handelt. Wer diese Fähigkeit zum Rollen (=> Vorbereitetes Kentern und Rollen auf der „Schokoladenseite“ bei fehlendem Seegang!) nicht nachweisen kann, sollte den Schein (noch) nicht ausgestellt bekommen.

Aber muss ein solcher EPP 3 (Küste)-Kandidat dann gleich den ganzen, womöglich über 5 Tage dauernden Kurs nochmals belegen müssen? Warum sollte es nicht genügen, den Kandidaten zu vertrösten und ihn anzuspornen, jetzt erst recht intensiv die Rolle wenigstens auf einer Seite so lange zu üben, bis er sie kann? D.h. wenn der Kandidat dem Ausbilder (oder: einen anderen DKV-Fachübungsleiter) nachträglich seine Rolltüchtigkeit nachweist, müsste das eigentlich genügen, um ihm die EPP 3 (Küste)-Urkunde doch noch auszustellen, natürlich nur dann solange die übrigen Bedingungen ausreichend erfüllt wurden.

Das setzt natürlich voraus, dass der Satz „Grundlage der Beurteilung sind ausschließlich die während der Veranstaltung gezeigten Leistungen.“ wie folgt geändert wird:
„Grundlage der Beurteilung sollten die während der Veranstaltung gezeigten Leistungen sein.“
Bei einer Entscheidung für oder gegen die Änderung sollten sich die dafür Verantwortlichen das Folgende fragen: Wem nützt es, diese Änderung nicht vorzunehmen, und wen schadet es, wenn diese Änderung vorgenommen wird?!

Einem kommerziellen Ausbilder mag das nützen; denn je mehr Leute er ausbildet, desto mehr Einnahmen wird er haben.

Dem DKV wird es jedoch voraussichtlich schaden; denn in Anbetracht des geringen Angebots an EPP 3 (Küste)-Kursen seitens der einzelnen DKV-Vereine wird ein solcher „Sitzenbleiber“ sich nicht nur überlegen, ob es sich wirklich für ihn lohnt, einen solchen Kurs bis zum erfolgreichen Abschluss zu besuchen, sondern er wir sicherlich – denn „Sitzenbleiber“ suchen die Schuld meistens nicht bei sich selber, sondern beim Ausbilder – in Zukunft kein Fürsprecher für solche EPP-Kurse sein.

Anmerkungen: Beim dem 5-tägigen EPP 3 (Küste)-Kurs konnte 1 Kurs-Teilnehmerin auf beiden Seiten rollen, je 1 Teilnehmerin und 2 Teilnehmern gelang die Rolle auf einer Seite und 1 Teilnehmerin konnte weder Rollen noch Wriggen.

Gruß aus Hamburg:
__________________
Udo Beier

Geändert von Udo Beier (13.07.2018 um 17:30 Uhr)
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  #7  
Alt 17.07.2018, 20:56
Udo Beier Udo Beier ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.398
Pfeil Hausaufgaben

Ahoi!

Im Rahmen der Vorbereitung auf den von mir organisierten EPP 3 (Küste)-Kurs
sind Hausaufgaben zu lösen.

Wen es interessiert, was dabei für Fragen zu beantworten sind, der kann den Fragenkatalog von der DKV-Homepage herunterladen, und zwar unterschieden nach der:

Einweisungsfahrt Langeness & Co. (27.6.-1.7.18):
=> www.kanu.de/nuke/downloads/Kurs-Langeness-Fragen.pdf

Einweisungsfahrt Spiekeroog & Co. (8.-12.8.18):
=> www.kanu.de/nuke/downloads/Kurs-Spiekeroog-Fragen.pdf

Gruß aus Hamburg:
__________________
Udo Beier
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  #8  
Alt 16.08.2018, 16:50
Udo Beier Udo Beier ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.398
Pfeil Vom Winde verweht: Einweisungsfahrt Spiekeroog & Co. (EPP 3 Küste)

Ahoi!

Was für ein Sommer. Eine Hitzeperiode folgte der nächsten. Die Gewässerbedingungen konnten nicht günstiger sein. „Alles“ entlang der Küste erschien praktisch erpaddelbar zu sein. Schließlich wurde ein Wetterwechsel prognostiziert, und zwar gerade dann, als ich im Rahmen von EPP 3 (Küste) die „Einweisungsfahrt Spiekeroog & Co.“ angesetzt hatte (8.-12.8.18). Ursprünglich geplant war, 5 Tage lang mit 5 „Schülern“, 5 „Gästen“ und 2 Betreuern die Wetter-Chance zu nutzen, mehrere ostfriesische Inseln anzupaddeln. Was daraus wurde, kann den folgenden Ausführungen entnommen werden.

Revierkarte Spiekeroog:
https://www.google.com/maps/@53.7467.../data=!3m1!1e3

Seekarte vom BSH: A 1230 (1:50.000) (von Langeoog (Ost) bis Wangerooge (West))

Dienstag, 7.8.18 (Anreise): Die meisten Teilnehmer reisten schon Dienstag, spät am Nachmittag, an, um den Start am Mittwochvormittag (8.8.) nicht aus verkehrstechnischen Gründen zu verpassen. Geplant war, auf der Zeltplatzwiese des nahen Neuharlingersieler Campingplatzes zu übernachten. Aufgrund der noch vorherrschend sommerlichen Wetterlage und der günstigen Anfahrtbedingungen verzichteten jedoch 5 Teilnehmer auf die Übernachtung in Neuharlingersiel und paddelten stattdessen während der Stauwasserphase (HW Neuharlingersiel = 20.23 Uhr) kurz vor Sonnenuntergang (SU = 21.11 Uhr) hinüber zum Spiekerooger Zeltplatz.
Ein Wetter-Check verleitete uns zu biwakieren. Die bei WINDFINDER.de angekündigten 5 Bft. Wind um 4 Uhr früh und der eine Regentropfen ab 8 Uhr wurden „schön geredet. Die Nacht war dann unruhiger als erhofft; denn um 4 Uhr setzten 7er Böen aus West ein und der prognostizierte Regen veranlasste alle, ihr Lager früher zu räumen. Während der Stauwasserphase (HW Neuharlingersiel = 9.07 Uhr) ging es dann wieder zurück nach Neuharlingersiel, um die restlichen Teilnehmer abzuholen.

Mittwoch, 8.8.18 (Neuharlingersiel => Spiekeroog (8 km)): Kurz vor 13 Uhr wurde in Richtung Spiekeroog gestartet (NW Spiekeroog = 15.42 Uhr). In Anbetracht der Windprognose für die nächsten Tage wurde nicht weiter bis nach Langeoog gepaddelt. Stattdessen wurden im Priel südöstlich der Robbenplate Paddeltechnikübungen angesetzt und anschließend beim Spiekerooger Zeltplatz angelandet, um bei 5er Regenböen im „Texastal“ die Zelte aufzubauen.

Donnerstag, 9.8.18 (Rund Spiekeroog IUZS) (35 km): Für Donnerstag ab 18 Uhr wurden 7er Böen aus östlicher Richtung angekündigt. Bis dahin sollte es mit 3 Bft. aus südlicher Richtung wehen (in Böen 4 Bft.). Um auf Nr. Sicher zu gehen, wurde eine Umrundung von Spiekeroog im Uhrzeigersinn (IUZS) (=> mit Hochwasser Wattenhoch Spiekeroog = 10.32 Uhr) angesetzt. Gestartet wurde kurz vor Sonnenaufgang (=> 6.07 Uhr, mit NW Spiekeroog = 4.21 Uhr), d.h. anfänglich wurde bis zur Seeseite gegen die Strömung im Gat der Otzumer Baljje gepaddelt, dann ging es mit dem Strom in Richtung Wangerooge und weiter. Am Hafen von Harlesiel legten wir während der Hochwasserphase einen Zwischenstopp ein, sodass wir schon um 13 Uhr wieder zurück auf dem Zeltplatz von Spiekeroog waren. Um 14 Uhr setzten dann die ersten 6er Böen aus östlicher Richtung ein, die dann um 18 Uhr auf 7 Bft. anstiegen.

Freitag, 10.8.18 (Orkanwarnung): Für die Nachtstunden von Donnerstag auf Freitag wurden Böen in Orkanstärke prognostiziert und von WINDFINDER.de (Dünenmessstation) um 2.00 und 5.30 Uhr 9er Böen aus westlicher Richtung, von 5.30 - 8.30 8er Böen und um 15.00 Uhr nochmals 8er Böen aus südwestlicher Richtung gemessen. Dank des Windschutzes, den die Zeltplatzdünen boten, gab es jedoch keine Sturmschäden an den Zelten. Bei Hochwasser näherte sich jedoch die Flut bis auf 10 m unseren mit Seilen miteinander „verschnürten“ Seekajaks. Nachdem wir uns allmählich an den mit Sand versetzten Wind gewöhnt hatten, ging es nachmittags mit etwas abflauendem Wind für knapp 2 Stunden aufs Wasser, um im Priel der Robbenplate unter realistischen Bedingungen die gängigen Rettungsmethoden (z.B. Rollen, Eskimo-Rettung, TX-Lenzen, Parallelwiedereinstieg) zu üben.

Samstag, 11.8.18 (Brandungsübungen): Bis 10.30 Uhr hatte es noch mit 7 Bft. in Böen 8 Bft. aus westlicher Richtung geweht, anschließend ging der Wind zurück auf 6 Bft. in Böen 7 Bft. Auf der Wattseite des Spiekerooger Zeltplatzes brandete es. Während der Hochwasserphase (HW = 12.35 Uhr) nutzen wir den Sonnenschein und das an die 22° C warme Wasser, um in der Brandung etwas zu üben. Jeweils durften nur max. 3 Paddler zur selben Zeit in der Brandung üben, und zwar unter Aufsicht einer vierten Person, die verhindern sollte, dass ein „Kenterbruder“ von der Strömung mitgenommen wird. Alle machten mit; denn ganz so ungewohnt war ihnen die Brandung nun auch nicht. Hatten sie doch zuvor bei den Brandungsübungen in St.Peter-Ording (16.-17.6.18) fast ähnliche Gewässerbedingungen erlebt und überstanden. Die Wasserwucht war so stark, dass nur mit Kameradenhilfe durch die Brandung gestartet werden konnte. Gekentert wurde höchstens beim Anlanden. Bei 4 Teilnehmern klappte zumindest auf einer Seite die Rolle (=> eine zukünftige EPP 5 Küste-Bedingung!?)

Sonntag, 12.8.18 (Retour) (10 km): Nun ging es wieder zurück nach Neuharlingersiel: Um 6.30 Uhr standen die ersten auf und um 9.00 Uhr sollte alles gepackt auf der Zeltplatzwiese liegen. Dann wurde das Gepäck zu den Seekajaks getragen und verpackt. Anschließend wurden die Seekajaks zur Wattkante transportiert, so dass um 10.30 Uhr gestartet werden konnte (=> NW Spiekeroog = 7.29 Uhr; HW Neuharlingersiel = 13.20 Uhr). Angepeilt wurde zunächst bei stark auflaufendem Tidenstrom die Ostseite von Langeoog (ca. 1,5 km) (=> Vorsicht „Hundekurve“!), danach das im Süden liegende Neuharlingersieler Wattfahrwasser (ca. 5,5 km) und schließlich der im Osten liegende Neuharlingersieler Hafen (Westseite) (ca. 3 km). Um 12.30 Uhr waren alle an Land. Es herrschte während der ganzen Fahrt ein 3er Südwind.

Fazit

Hätte dieser EPP-Kurs um eine Woche vorverlegt werden können, dann wäre er etwas anders abgelaufen, jedoch bei „Ententeich“-Bedingungen. So erlebten wir für 2 Tage „Rauwasser“-Bedingungen, die uns deutlich machten, dass wir – entsprechende Hindernisfreiheit vorausgesetzt - bei solchen Bedingungen im Wasser üben, jedoch keine größeren Strecken paddeln können. Das gilt zumindest für EPP 3/4-Küste-Paddlerinnen und –Paddler.
Leider hatte ich versäumt, bei Eintreffen der Orkanböen Freitag früh um 5 Uhr die Teilnehmer zu wecken, um den Winddruck persönlich zu erleben. Vielleicht würden solche Bedingungen einen überzeugen, bei der nächsten Küstentour auf Zeltnägel zu verzichten und stattdessen etwas breitere und längere Heringe (mind. 20 cm) plus 4-6 Sandheringe mitzunehmen.
Wohl hatte ich dazu angeraten, die an der Dünenkante im Trockenen gelagerten Seekajaks mit Seilen vorm Abtreiben bzw. Wegwehen zu schützen, aber eine „Wache“ vorzuschlagen, die ab 1 Stunde vor Hochwasser (=> HW Spiekeroog = 0.11 Uhr) aufpasst, ob die anrauschende Sturmflut die gelagerten Seekajaks fortspülen könnte, darauf bin ich erst um 0.30 Uhr gekommen, als die Brandung so laut rauschte, dass ich den Eindruck hatte, die Überspülung des Zeltplatzes stände unmittelbar bevor!?

Gruß aus Hamburg:
__________________
Udo Beier
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Küstenkanuwanderkurse 2017 Udo Beier Küste 11 12.09.2017 09:47


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