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  #1  
Alt 14.10.2017, 17:20
Udo Beier Udo Beier ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.328
Ausrufezeichen Starten/Anlanden beim Küstenkanuwandern

Ahoi!

Starten und Anlanden beim Küstenkanuwandern läuft nicht immer problemlos ab. Es stellt gerade bei Seegang bzw. bei einer Felsküste große Anforderungen an das Können eines Kanuten. Beispielsweise in einem Bericht über eine Umrundung der dänischen Insel Mön (erschienen im: SEEKAJAK, Nr.152/17) werden drei Fotos vom Anlanden bei ca. 40 cm hoher Brandung gezeigt, bei der insgesamt 4 Leute einen Kanuten beim Anlanden „einfangen“ und an Land holen.

Was alles wird nun vorausgesetzt, um sicher starten und anlanden zu können?
  • An erster Stelle steht die richtige Auswahl des Start/Anlande-Platzes. Bei Felsküsten ist das noch verständlich, aber das gilt auch für Strände; denn je steiler ein Strand ist, desto steiler baut sich eine Welle auf und desto kraftvoller kann sie brechen (sog. „Dumper“). Empfehlenswert ist es dann, z.B. felsfreie bzw. flachere Plätze zu suchen. Gegebenenfalls sind wir beim Starten bzw. Anlanden auf Kameradenhilfe angewiesen (=> Der leistungsfähigste Kanute hilft den anderen beim Starten und startet dann zuletzt bzw. er landet als erster an und hilft den anderen beim Anlanden.)
  • Dann kommt es auf das richtige Timing an. Nicht nur ist jede 7. Welle besonders hoch & kräftig, sondern auch jede 7. Welle ist besonders flach & kraftlos. Außerdem tauchen hohe bzw. flache Wellen häufig nicht allein auf (=> „Drei Schwestern“). Da heißt es zu erkennen, welche Welle einem das Starten bzw. Anlanden besonders erleichtern kann, z.B. sollte die Welle beim Starten eher flach sein, damit wir von der Welle nicht zurück ans Ufer/Strand oder quer gespült werden; und beim Anlanden ist es manchmal von Vorteil, wenn sie besonders hoch ist, da sie dann einen besonders weit auf den Strand spülen kann, ohne dass dieselbe bzw. die nächste Welle einen gleich wieder mit zurück nimmt.
  • Danach gilt zumindest beim Starten die ganze Aufmerksamkeit der Wind- und Strömungsrichtung; damit das Seekajak beim Starten nicht gleich von Wind bzw. Strömung quer getrieben wird.
  • Weiterhin hängt der Erfolg des Start-/Anlandevorganges von der Beherrschung der nötigen Paddeltechnik ab. Vielfach bietet sich als Startmethode der „Robbenstart“ an. Dabei muss es uns gelingen zu verhindern, dass unserer Seekajak von Wind bzw. Strömung quer getrieben wird, und wenn wir dennoch quertreiben, müssen wir in der Lage sein, unserer Seekajak – ohne Aussteigen zu müssen – auf die Kante zu legen und wieder richtig auszurichten. Und als Anlandemethode bietet sich das „Surfen“ an. D.h. wir paddeln zunächst langsam Richtung Ufer und lassen uns zunächst von den einlaufenden Brechern überholen, um nicht zu früh ins Surfen zu kommen. Damit die Brecher unter uns durchlaufen können, müssen wir ab & an mit Konterschlägen die Fahrt aus unserem Seekajak nehmen, und damit unser Seekajak nicht ausbricht, müssen wir versuchen, es rechtzeitig mit Heck- oder Bugruder auf Kurs zu halten. Erst kurz vor dem Ufer sollten wir versuchen, uns möglichst auf den letzten Brecher vorm Strand zu „setzen“ und mit ihm ans Land surfen.
  • Schließlich ist Schnelligkeit & Kraft gefragt; denn je langsamer wir beim Start Richtung tiefes Wasser „robben“, desto größer ist die Gefahr, wieder quergetrieben zu werden. Schnell müssen wir auch sein, wenn wir versuchen, erst im knietiefen Wasser einzusteigen. Wenn wir nämlich zu langsam einsteigen und zu langsam die Spritzdecke schließen, kann es passieren, dass ein Brecher unser Seekajak überspült und die Sitzluke mit Wasser füllt. Von Vorteil ist es dabei, wenn die Sitzluke so groß ist, dass wir uns erst mit dem Po hineinsetzen und dann die Beine nachziehen können. Und beim Anlanden kommt es demgegenüber in erster Linie auf die Schnelligkeit an. Wir müssen auf jeden Ausbrechversuch unseres Seekajaks sofort reagieren, ansonsten schaffen wir es – wenn überhaupt - nur mit viel Kraft, unser Seekajak wieder auf Kurs zu bringen. Weiterhin müssen wir möglichst schnell aus unserer Sitzluke kommen und sofort unser Seekajak am Bug-Toggle aufs Trockene ziehen, wenn wir nicht wollen, dass der Rücklauf eines Brechers uns wieder zurück ins Tiefe spült.
Je planloser wir beim Starten/Anlanden vorgehen, je unvollkommener die Paddeltechnik ist, je langsamer wir sind und je weniger kraftvoll wir uns fortbewegen können, desto eher sind wir auf die Start-/Anlande-Hilfe durch Dritte angewiesen, was nicht weiter problematisch ist, wenn es einen unter den Mitpaddlern gibt, der alleine Anlanden und Starten kann.

In den folgenden Posts, sollen beispielhaft verschiedene Start/Anlande-Situationen per Video gezeigt werden. Ich beginne mal mit den schwierigsten Situationen, nämlich dem Starten und Anlanden inmitten hoher Felsen.

Gruß aus Hamburg:
__________________
Udo Beier

Geändert von Udo Beier (15.10.2017 um 10:17 Uhr)
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  #2  
Alt 15.10.2017, 10:21
Udo Beier Udo Beier ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.328
Pfeil Starten/Anlanden an einer Felsküste

Ahoi!

Das folgende Video der NEPTUNE'S RANGERS demonstriert das Anlanden und Starten auf Felsen:

https://www.youtube.com/watch?v=WD6au3vEHvU (T.Johnsons)

Ich möchte es als Beispiel dafür verstanden wissen, dass die Gewässerbedingungen eigentlich nicht schwerer werden können. Und trotzdem finden sich immer wieder Leute, die in der Lage sind, die „Grenzen der Befahrbarkeit“ ins schier Unbefahrbare zu verschieben.

Wer so etwas nachmachen will, der muss nicht nur über das geeignete Seekajak verfügen, nämlich aus PE und möglichst kurz (max. 450 cm!?), sondern der muss vor allen Dingen über genügenden „Erfahrungen“, richtiger: „Befahrungen“ in einem solchen Revier verfügen.

Für den klassischen deutschen Küstenkanuwanderer, der nur ein Revier vorzieht, nämlich Strand- bzw. Wattküsten der Nord- und Ostsee, ist das nichts. Jedoch könnte ich mir schon vorstellen, dass ein WW-V-Fahrer nach einer gewissen Eingewöhnungsphase mit solchen Felsen schnell zurechtkommen könnte, wobei ihm das „Rutschen“ über die Felsen sicherlich leichter fallen würde, als das Erkennen des zu erwartenden Seegangs.

Gruß aus Hamburg:
__________________
Udo Beier
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  #3  
Alt 19.10.2017, 11:29
Udo Beier Udo Beier ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.328
Pfeil Starten von einem Strand aus

Ahoi!

Wollen wir von einem Strand aus starten, ist nur dann mit Problemen zu rechnen, wenn der brechende Seegang bis an den Spülsaum bzw. Wattkante reicht.

Ohne Welle

Ansonsten schieben wir unser Seekajak z.B. ins flache Wasser:
  • legen entweder zum Abstützen unser Paddel querab hinterm Süllrand, setzen uns in Höhe des hinteren Süllrandes mehr oder weniger direkt auf den Paddelschaft, steigen mit den Füßen in die Sitzluke, rutschen dann mit dem Po auf den Sitz und hoffen, dass sich dabei nicht der Rückengurt verdreht („Seitwärts-Start“);
  • oder wir grätschen mit den Beinen in Höhe der Sitzluke über unser Seekajak, setzen uns mit dem Po auf unseren Sitz und – vorausgesetzt die Sitzluke ist lang genug – ziehen unsere Beine nacheinander in die Sitzluke („Cowboy-Start“).
In den folgenden beiden Videos werden beide Startvarianten mehr oder weniger perfekt demonstriert:

https://www.youtube.com/watch?v=AigEzKlry9c (Seitwärts-Einstieg) (Wild Coast)
https://www.youtube.com/watch?v=5iR3TYgTzxw (Cowboy-Einstieg) (R.Wirth)

Probleme dabei kann es eigentlich nur dann geben, wenn wir nicht darauf achten, dass wir beim Einsteigen uns nicht auf den hinteren bzw. vorderen Teil der Spritzdecke setzen, also: hinteren Teil der Spritzdecke vor dem Einsteigen etwas hochkrempeln und vorderen Teil des Spritzdeckentellers hochnehmen und z.B. am oberen Spritzdeckenschaft festklemmen.

Mit Welle

Reicht die Brandung bis an den Strand, wird es schon schwieriger.

Startplatzwechsel: Wenn es uns zu schwierig erscheint, sollten wir prüfen, ob es nicht etwas weiter links bzw. rechts unseres Startplatzes einen Bereich gibt, wo aufgrund der Strandstruktur (steil, flach), die Brandung doch nicht ganz bis auf den Strand läuft (vorgelagerte Sandbank). Notfalls packen wir unser Seekajak auf den Bootswagen und rollern so lange am Strand entlang, bis wir eine geeignete Stelle finden, wo es nicht bis an den Strand brandet.

Anschubhilfe: Haben nur einige wenige Paddler Probleme mit dem Brandungsstart, dann bietet es sich an, dass ein erfahrener Mitpaddler beim Einsteigen und Hineinschieben in die Brandung Hilfestellung leistet.

"Robbenstart": Ansonsten versuchen wir allein wie folgt durch die Brandung zu starten:
  • Wir schieben unser Seekajak soweit ins Wasser, dass es gerade so - ohne Mann an Bord - aufschwimmt.
  • Dabei richten wir es ungefähr so zur Brandung aus, dass der Bug genau zur Brandung zeigt (notfalls sind dabei Korrekturen vorzunehmen, wenn Wind bzw. Strom den Bug zur Seite treiben lassen).
  • Wir setzen uns dann in die Sitzluke, richten es nochmals zur Brandung aus, schließen die Spritzdecke, richten es gegebenenfalls nochmals zur Bandung aus
  • und „robben“ dann vorwärts (eine Hand am Paddel, mit dessen Paddelblatt wir uns auf dem Grund abstoßen, und die andere Hand auf dem Grund).
Zwei Probleme können dabei auftreten:
  1. Die Brandung ist so stark, dass unser Seekajak zurück, hoch auf den Strand getrieben wird. Dann müssen wir entweder wieder nach vorne zur Brandung robben oder wir steigen aus und beginnen den nächsten Startversuche usw. usf. Gegebenenfalls achten wir dabei darauf, dass wir erst dann versuchen zu starten, wenn die Brecher nicht ganz so hoch angerollt kommen, ist doch bekanntlich nicht nur jede 7. Welle besonders hoch, sondern auch jede 7. Welle besonders niedrig!
  2. Die Brandung, der Wind bzw. die Strömung drehen unser Seekajak seitwärts. Dann steigen wir entweder aus und richten unser Seekajak erneut direkt gegen die Brandung aus usw. usf., oder wir kanten auf dem nassen Strand unser Seekajak so um 90° an, dass wir es im flachen Wasser wieder zurück Richtung Brandung drehen können und versuchen dann erneut Richtung Brandung zu robben.
Übrigens, es gibt noch ein drittes „bauartbedingtes“ Problem: Seekajaks mit starrer Heckflosse bzw. mit einer am Heckende befestigten Steuerblatt, welches den tiefsten Punkt im Heckbereich bilden, haben die Eigenschaft, beim „Robben“ über den Strand sich hinten im Sand bzw. Kies festzukrallen, so dass das Vorwärtsrobben einem noch schwerer fällt. Je langsamer wir aber beim Robben vorankommen, desto wahrscheinlicher wird es, dass unser Seekajak von Welle, Wind bzw. Strom zur Seite getrieben wird, sodass wir den Startvorgang abbrechen und erneut beginnen müssen.

Siehe hierzu das Video von Mitch Mitchell:

https://www.youtube.com/watch?v=4bqFjEK3mnE (M.Mitchell)

Nach 1:05 Minuten wird der Robbenstart gezeigt und ab Minute 2:00 das Drehen des auf dem nassen Sand liegenden Seekajaks auf der Kante. Übrigens, das Video zeigt leichte Brandungsverhältnisse, da die eigentlichen Brecher nicht mit voller Kraft auf den Strand spülen, sondern etwas weiter draußen aufsteilen und sich überschlagen. Abgesehen davon wird mit einem unbeladenen Seekajak geübt. Je schwerer ein Seekajak beladen ist, desto mehr Kraft benötigen wir beim Robben.

Der Kampf mit den Brechern

Zum Schluss möchte ich noch ein Video von Jasper Pons zeigen, bei dem zwei Sit-on-Top-Kayaker mehr oder weniger erfolgreich alleine versuchen, durch die Brandung zu kommen. Es stammt wohl von 2009 ist aber immer noch aktuell:

https://www.youtube.com/watch?v=Zq6gLujwBHg

Anekdote

Bei einer Einweisungsfahrt von Baltrum rüber nach Langeoog wurden gleich zwei Kanuten von einem anrollenden Brecher umgeschmissen. Da die Rettungsaktion etwas länger dauerte (bei einem Kanuten drehte der Brecher das Steuerblatt aus der Buchse und beim anderen funktionierte die eingebaute Fußlenzpumpe nicht richtig), wies ich meine Mitpaddler an, am nahe Strand anzulanden.
Nach einer kurzen Pause wurde wieder vom Strand aus durch die Brandung gestartet. Da die Zeit eilte, gaben die erfahreneren Kanuten den anderen beim Starten Hilfestellung und schob sie durch den ersten Brecher hinaus, mit der Auflage draußen, wo es nicht so doll brach, auf die anderen zu warten.
Zurück blieb schließlich ich. Wohl ahnend, dass es mir nach den vorhergehenden Anschubaktionen u.U. an Kraft mangeln wird, bat ich eine Strandspaziergängerin, mich etwas in die Brandung zu schieben. Sie willigte ein und fragte mich, wass ich denn ohne sie getan hätte: „Nun, dann würde ich es solang allein probieren, bis ich mich 10 Jahre älter fühlte. Dann würde ich abbrechen!“ So weit, so gut. Trotz Hilfestellung kam ich nicht durch die Brandung. So nach dem 5. oder 6. Versuch hörte ich dann meine Helferin stöhnen: „Ich fühle mich 10 Jahre älter!“ – „Ich aber auch!“ antwortet ich und wir brachen die Hilfsaktion ab.
Daraufhin winkte ich einen leistungsfähigen Mitpaddler zurück an den Strand und bat ihn, mich hereinzuschieben, bevor er dann alleine versucht, hinaus zur Gruppe zu kommen.
Gesagt, getan, wir warten ab, bis die Brecher nicht mehr ganz so hoch angespült kam und dann ging es los …. hinein in zwei kopfhohe Brecher (wohlgemerkt: gemeint ist Sitzhöhe), die mich links und rechts in die Zange nahmen, packten, trotz Paddelstütze umschmissen (mein Paddel bog sich wie ein Flitzebogen) und mich samt Seekajak vorbei an meinem zurückgehenden Helfer hoch auf den Strand spülten.
Das reichte mir. Meine Kraftreserven waren aufgebraucht. Ich wies meinem Helfer an, mit der Gruppe bis ans Ostende von Baltrum zu paddeln und dort auf mich zu warten. Dann schob ich ihn erfolgreich in die Brandung.
Ich selber holte meinen Bootswagen raus und zog mit Hilfe eines anderen Strandspaziergängers mein Seekajak solange am – etwas aufgeweichten – Strand entlang, bis ich eine Stelle fand, wo die Brandung weniger kritisch auflief.

Gruß aus Hamburg:
__________________
Udo Beier
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  #4  
Alt 31.10.2017, 15:11
Udo Beier Udo Beier ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.328
Pfeil Starten/Anlanden vom Steg bzw. Strand aus

Ahoi!

Für weniger erfahrene Küstenkanuwanderer mag das ein Problem sein, auch bei Flachwasserbedingungen ein- bzw. auszusteigen.

Im folgenden Video von Katie/REI werden gleich mehrere Varianten gezeigt:

https://www.youtube.com/watch?v=43s7QUzCW2E (Katie/REI)

(1) Ein-/Aussteigen bei einem höheren Steg (bis 1:10 min.):
Je höher der Steg wird (Maximum: Wir klettern eine Leiter herunter und steigen dann in unser Seekajak), je kleiner die Sitzluke (Maximum: Wir müssen uns wegen zu kleiner Sitzluke erst auf den hinteren Süllrand der Sitzluke setzen, um dann anschließend ins Cockpit „Beine voraus“ hereinrutschen zu können), mit desto mehr Schwierigkeiten müssen wir rechnen, die dann noch erhöht werden können, wenn der Rückengurt beim Einsteigen sich verdreht bzw. wir beim Einsteigen auf Teile des Spritzdeckentellers sitzen. Vgl. hierzu auch die folgenden Videos:

https://www.youtube.com/watch?v=0RyCIA0M1RQ (Mitch Mitchell)
https://www.youtube.com/watch?v=9Tdk0YKflhk (Ontario Seakayak Centre) (ab 1:25 min.)
https://www.youtube.com/watch?v=wFU3ub-Nym4 (Geobeats)
https://www.youtube.com/watch?v=mHDudVzb6Ro (Ken Fink)
insbesondere auch das folgende Video von einem besonders extremen Startversuch:
https://www.youtube.com/watch?v=Di69trQlxTg (Leon Sommé/Shawna Franklin)

(2) Einsteigen vom Strand aus mit Hilfe (ab 1:10 min.) bzw. ohne Hilfe (ab 1:50 min.) (vgl. hierzu auch Post #3):

Die Variante mit Kameradenhilfe ist wohl der einfachste Weg, um ins Wasser zu kommen. Sie ist besonders bei Seegang angesagt. Beim Einstieg ohne Hilfe hängt es wesentlich von der Steilheit des Strandes ab; denn je steiler der Strand ist, desto kippliger wird ein Seekajak, welches zu einer Hälfte noch auf dem Strand liegt, zur anderen Hälfte aber schon aufgeschwommen. Dann muss der „Robbenstart“ schnell & kraftvoll erfolgen, damit das Heck nicht im Sand stecken bleibt und u.U. kentert.

In einem Video des „Canadian Safe Boating Coucil“ wird der Nassstart bei flacher See demonstriert:

https://www.youtube.com/watch?v=YfGKHvJE6nQ (CSBC)

Zwei Varianten werden gezeigt:

(3) Nasser Ein-/Ausstieg mit „Paddelbrücke“ (bis 1:15 min. und ab 1:45-2:10 min.)

und

(4) Nasser Ein-/Ausstieg per „Cowboy“-Methode (1:15-1:45 min. und ab 2:10 min.).

Bei beiden Varianten stellen wir uns rittlings über das Cockpit, wobei wir mit den Beinen links und rechts des Cockpits im Wasser stehen. Bei der „Paddelbrücken“-Methode (3) legen wir zum Balancieren & Abstützen den Paddelschaft auf dem hinteren Süllrand, setzen uns kurz auf den Paddelschaft, ziehen die Beine in die Sitzluke und rutschen rein. Diese Methode empfiehlt sich insbesondere dann, wenn die Sitzluke zu klein ist, um die „Cowboy‘“-Methode (4) anwenden zu können. Siehe hierzu auch:

https://www.youtube.com/watch?v=9Tdk0YKflhk (Ontario Seakayak Centre)

Bei der „Cowboy“-Methode setzen wir uns gleich auf den Sitz und ziehen dann die Beine nach, während wir zum Abstützen das Paddel in den Händen halten. Siehe hierzu auch:

https://www.youtube.com/watch?v=j50kSU6Zobs (Seakayaking Scotland)

Eine Variante zum „Paddelbrücken“-Einstieg zeigt das folgende Video:

https://www.youtube.com/watch?v=AigEzKlry9c (Wild Coast)

und zwar das:

(5) Nass-Starten per „Paddelbrücken“-Seitwärtseinstieg:

D.h. zunächst wird sich bei Flachwasserbedingungen in Höhe der Sitzluke neben das Seekajak gestellt, wobei das Paddel zum Abstützen auf den hinteren Süllrand gelegt wird. Dann setzen wir uns seitwärts per „Damensitz“ auf den hinten Süllrand, um schließlich ein Bein nach dem anderen in die Sitzluke zu ziehen.

Übrigens, die „Paddelbrücken“-Methoden bergen die Gefahr in sich, dass insbesondere teilbare Paddel so stark beansprucht werden, dass sie brechen können.

Und: Bei Seegangsbedingungen treten oft Probleme auf, die wir meist ohne Kameradenhilfe nicht bewältigen können, und zwar auch dann nicht, wenn wir mit einem SOT-Kajak paddeln. Siehe hierzu:

https://www.youtube.com/watch?v=fpWr1rLO5WY (Mike Morales)

Gruß aus Hamburg:
__________________
Udo Beier

Geändert von Udo Beier (31.10.2017 um 17:36 Uhr)
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  #5  
Alt 06.11.2017, 10:24
Udo Beier Udo Beier ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.328
Lächeln Anlandeprobleme am Steg

Ahoi!

Dass das Anlanden am Steg nicht immer problemlos abläuft, können wir den folgenden Videos entnehmen, die zeigen, welche Schwierigkeiten dabei manchmal insbesondere die Älteren bzw. Unsportlicheren unter uns haben. Das Sympathische an diesen Videos ist es, dass die Betroffenen selber über sich und ihre Ungeschicklichkeit herzhaft lachen können:

https://www.youtube.com/watch?v=pqQym8YlwsY (L.Polisinello)
https://www.youtube.com/watch?v=UQ8rD0wLbX8 (St.Cattererall)

Übrigens, u.U. kann die folgende Einrichtung das Anlanden aber auch Starten zumindest an der heimatlichen Steganlage des eigenen Vereins erleichtern:

Anlande-Hilfe (für Senioren):
https://www.youtube.com/watch?v=t0_SSzWy4wk (R.Wirsig)

Gruß aus Hamburg:
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Udo Beier
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  #6  
Alt 11.11.2017, 22:24
Susanne L. Susanne L. ist offline
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 03.07.2011
Ort: Schleswig-Holstein
Beiträge: 23
Standard keine Hilfe

Ist ja nett, bringt aber überhaupt nichts. Niemand ist freiwillig unsportlich und schafft etwas nicht. Was nützt mir der Anblick einer jungen Frau, die ohne Knieprobleme aus dem Kajak aussteigt, wenn ich mich wegen Arthose beim besten Willen nicht vom Sitz hochstemmen kann? Soll ich deshalb auf Paddeln verzichten? Eine echte Hilfe wäre es, zu zeigen, wie man trotz Knieproblemen besser rauskommt.
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  #7  
Alt 11.11.2017, 22:43
d-harry d-harry ist offline
Super-Moderator
 
Registriert seit: 25.05.2007
Ort: Köln
Beiträge: 326
Standard

Ganz einfach, die Einhornrolle.

Man fährt an das Ufer, den Steg heran. legt das Paddel auf den Steg. Jetzt kommt es auf das Timing an. Du zeigst über den Steg und rufst laut "eine ganze Herde Einhörner" worauf sich alle Anwesenden umdrehen. Jetzt rollst du dich seitlich auf den Steg und damit aus dem Boot heraus. Du bist perfekt, wenn du es schaffst noch vor Ende der Verwirrung neben den Zuschauern zu stehen.

PS: Ich habe auch keine Traummaße/alter/gesundheit und manchmal nutze ich diese daher auch.
__________________
Das Seepferdchen ist kein Schwimmabzeichen
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  #8  
Alt 12.11.2017, 10:16
Schlumi Schlumi ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 26.02.2008
Beiträge: 360
Standard Anlanden

Moin, moin!
Mich machen das Alter und andere Mängel meiner Gesundheit manchmal zum "Rollmops"! Was soll´s - von den eleganten Aussteigern haben einige schoneine Schwimmeinlage gegeben.
Gruß
Schlumi
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  #9  
Alt 16.11.2017, 15:06
Udo Beier Udo Beier ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.328
Daumen hoch Speed-Start

Ahoi!

Last not least soll hier noch eine weitere Startmethode gezeigt werden, und zwar den sog. „Speed-Start“ („Speed-Launch“), der von Shawn Franklin & Leon Sommé im folgenden Video demonstriert wird:

https://www.youtube.com/watch?v=Y6Lo8jOSJ0c (Bodyboatblade)

Er stellt eine Variante der „Cowboy-Wiedereinstiegsmethode“ dar, die viel Übung, letztlich akrobatische Geschicklichkeit voraussetzt … aber auch ein Achter-Deck, auf dem keine Ausrüstungsteile gelagert werden, und entsprechend gepolsterte Paddelbekleidung (z.B. Neo).

In dem Thread „Starten/Anlanden beim Küstenkanuwandern“ wurden in insgesamt 6 Posts diverse Start- bzw. Anlande-Methoden vorgestellt. Wer weitere Methoden kennt, möge sie hier beschreiben bzw. per Video vorstellen.

Gruß aus Hamburg:
__________________
Udo Beier
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