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  #1  
Alt 12.12.2014, 16:53
Udo Beier Udo Beier ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.398
Pfeil Kroatien: Warum immer nur davon träumen?

Ahoi!

Im einige Jahre zurückliegenden KAJAK-MAGAZIN, Nr. 3/12, S.30-40, berichtete Christian Zicke in dem Beitrag:

„Traumrevier Kroatien. Von der Kvarner Bucht bis nach Süddalmatien“

über drei unterschiedlich lange Touren entlang des Küstenabschnitts zwischen Insel Krk und der Grenze im Süden zu Montenegro.

Die erste Tour führte von der Insel Krk bis hinunter zur Insel Rab:

Sie ging über 5 Tage. Gestartet wurde im Ort Krk: Am 1. Tag wurde entlang der Westküste bis zu dem im Süden gelegenen Ort Baska und dann weiter zur Insel Prvic gepaddelt. Am 2. Tag ging es vorbei an der Insel Goli Otok zum Zeltplatz von Lopar (Insel Rab). Am 3. Tag wurde die Insel Rab umrundet. Am 4. Tag ging es zur Nachbarinsel Sveti Grugur bevor am 5. Tag zurück zum Startort gepaddelt wurde.

https://www.google.com/maps/place/10...!3m1!1s0x0:0x0

Die zweite Tour führte im Herbst in das Kornaten-Archipel:

Gestartet wurde von Zadar aus. Am 1. Tag ging es durch die Meerenge von Insel Ugljan und Insel Pasman hinüber zur Insel Iz. Am nächsten Tag wurde zur Insel Dugi Otok und weiter zur zum Kornaten-Archipel gehörenden Insel Kornat gepaddelt. Wie weit entlang der Kornaten gepaddelt wurde und wie lange, kann dem Bericht nicht entnommen werden. Jedenfalls wurde wegen zu viel Wind und zu hohen Wellen, sowie Regen & Kälte die Tour abgebrochen und nach Zadar zurückgepaddelt.

https://www.google.com/maps/place/10...!3m1!1s0x0:0x0

Die dritte Tour führte nach Süddalmatien, genauer auf dem Zeltplatz in Molunat:

Von dort wurden dann Tagestouren unternommen, zum einen Richtung Nord bis zum Ort Cavtat und zum anderen Richtung Süd nach Montenegro bis zur Bucht von Kotor (Boka Kotorska).

https://www.google.com/maps/place/10...!1s0x0:0x0!4b1

Der Beitrag geht über 5 Seiten, enthält 9 Fotos, ein paar wichtige Kurz-Infos eine Kartenskizze, die etwas informativer und genauer hätte sein können (z.B. fehlt der Hinweis, wo der Ort Molunat liegt; außerdem wird die Insel Iz zu weit nördlich eingezeichnet).

Insbesondere die Aussagen von C.Z. über Wind & Wetter sollten hier hervorgehoben werden:
  • „… Das Wetter sollte nie unterschätzt werden. Auch im Sommer … kann es plötzlich zu Wetterumschwüngen kommen, starke Fallwinde mit kräftigen Böen und Wärmegewitter können den Paddler zwischen den Inseln überraschen. Deshalb ist auch im Sommer eine komplette Sicherheitsausrüstung sowie ein seetaugliches Kajak erforderlich, besonders wenn man sich auf längere Überfahrten zwischen den Inseln begibt.“
  • „Vor jeder Fahrt an den Steilküsten oder zwischen den Inseln sollte man den Seewetterbericht und den normalen Wetterbericht für die jeweilige Region abfragen.“
  • „Im Frühjahr, Herbst oder gar Winter ist besondere Vorsicht geboten. Halten die starken Winde im Sommer meist nur wenige Stunden an, so können diese im Winter einen ganzen oder gar mehrere Tage wüten.“
  • „Die gefürchtetsten Winde sind der Jugo (kontinuierlich blasender, warmer Wind aus Süden) und der kalte Fallwind Bora aus dem Norden, der in starken Böen auftritt. Die Bora kann ganz plötzlich auftreten. Wenn sie einen erwischt, so sollte man möglichst schnell eine schützende Bucht anlaufen ….“
Leider fehlen Hinweise, nach welchen Karten navigiert werden sollte, z.B. nach jenen Freizeitkarten von „freytag & berndt“, die sowohl topografische als auch nautische Infos enthalten:
  • Cres – Losinj – Krk – Rab (1:100.000),
  • Dalmatinische Küste Nr. 1: Zadar – Kornaten (1:100.000),
  • Dalmatinische Küste Nr. 2: Sibenik – Split – Vis (1:100.000),
welcher Wetterbericht zu empfehlen ist, z.B.und welches die meteorologischen Vorboten der Bora sind:Außerdem wird der Eindruck vermittelt, dass der Sommer die ideale Paddelzeit sei. Nun, im Sommer ist es für deutsche Verhältnisse brütend heiß, voller Touristen und ab 11-12 Uhr setzt der thermische Seewind ein, der mit bis zu 4-5 Bft. weht und somit für entsprechenden Winddruck (hier: Kap-/Düseneffekt; Fallwinde an der ablandig wehenden Seite der Inseln) und Seegang (hier: Kreuzseen an der auflandig wehenden Seite der Inseln) sorgt. Ich halte deshalb das späte Frühjahr und den frühen Sommer, also den Mai und Juni, für die günstigste Zeit zum Küstenkanuwandern in Kroatien.

Gruß aus Hamburg:
__________________
Udo Beier

Geändert von Udo Beier (22.11.2017 um 14:04 Uhr)
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  #2  
Alt 13.12.2014, 09:20
Schlumi Schlumi ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 26.02.2008
Beiträge: 371
Standard Dalmatien

Moin, moin!
Als Ergänzung zu Udos Ausführung ist es wichtig zu wissen, die genannten Karten sollte man schon vorher kaufen, sie sind selbst in Rijeka oder Zadar kaum kurzfristig zu erwerben.
Gruß
Schlumi
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  #3  
Alt 14.12.2014, 15:32
Udo Beier Udo Beier ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.398
Ausrufezeichen Rund Insel Krk zur Weihnachtszeit

Ahoi!

Dass zumindest im Winter nicht immer mit idealem Paddelwetter in Kroatien zu rechnen ist, musste auch Detlef Stöcker bei der Umrundung der Insel Krk erfahren. Er berichtete darüber ebenfalls im KAJAK-MAGAZIN, Nr.3/12, S.36-40, und zwar in dem Beitrag:

„Winterflucht aus Paddelsucht. Abenteuer Kroatien auf der Insel Krk“

Er wollte „dem deutschen Winterschmuddelwetter entfliehen, das Grau hinter sich lassen … um auf der kroatischen Insel Krk Sonne zu tanken und die inneren Akkus für die Zeit bis zum Frühling aufzufüllen.“ Am Heiligen Abend (!) reiste er solo an und übernachtete in dem einzig offenen Hotel. Am Tag darauf sollte die Insel Krk (=> 220 km Uferlinie; ca. 125 km, sofern die Buchten nicht ausgefahren werden) entgegen dem Uhrzeigersinn umrundet werden. 4 Tage waren dafür eingeplant.

https://www.google.com/maps/@45.0878401,14.6793586,11z

Am 1. Weihnachtsfeiertag war es soweit. Es wurde ein Spätstart; denn es war schon gegen 15 Uhr, als er im Süden der Insel im kleinen Hafenort Baska das Seekajak vom Autodach holte. Der Wind wehte „frisch“ (= 5 Bft. (?)), die Wellen draußen hatten alle Schaumköpfe und die Luft war eisig. Einheimische Fischer erklärten ihn für „verrückt“, als er andeutete, bei auflandig wehendem Wind entlang der Ostküste bis nach Vrbnik paddeln zu wollen. … Also war er so vernünftig, packte sein Seekajak wieder aufs Autodach und fuhr zurück ins Hotel.
Am 2. Weihnachtsfeiertag versucht er es nochmals, obwohl lt. Auskunft des Hotelpersonals schon seit einem Tag die Bora blies. In Baska angenommen, wurde der Trockenanzug angezogen, das Seekajak beladen und zu Wasser gelassen. Dann ging es los. Unterwegs nahm dann jedoch der Wind wieder zu und wurde so stark, dass er unverzüglich versuchen musste, kontrolliert anzulanden, statt unkontrolliert an der Steilküste zu stranden. Zum Glück fand er eine Schlucht, die nicht in einer Höhle, sondern einer Kiesbucht endete. … Ja, und dort wartete schon ein Einheimischer auf ihn, der ihn mit einem Geländewagen zurück zu seinem Auto brachte. Die dritte und letzte Nacht verbrachte er wieder im Hotel.
Am 3. Weihnachtsfeiertag paddelte er nochmals, jedoch bei ablandigem Wind ca. 15 km entlang der weniger steilen Westküste der Insel Krk, und zwar von Punat nach Stara Baska. Retour ging es zu Fuß zum Auto. … Nachts gegen 3 Uhr war er dann wieder daheim in Deutschland.

Ja, der Bericht von Detlef Stöcker ist kein typischer Fahrtenbericht, aber er ist typisch für den Ausgang einer Tour entlang der Küste. Wer im Voraus fix einen Termin für solch eine Tour verplant, kann nie sicher sein, dass die Wetterbedingungen, insbesondere Windbedingungen, Gewässerbedingungen hervorrufen, die es vernünftig erscheinen lassen, eine andere Route zu paddeln oder erst gar nicht ins Seekajak zu steigen. Nahezu Vergleichbares hat ja auch der Autor des ersten hier vorgestellten Berichts, Christian Zicke, erlebt, als er von Zadar Richtung Kornaten startete und früher zurückkehrte, da die Gewässerbedingungen einfach zu anspruchsvoll waren bzw. werden sollten.

Damit wir beim Küstenkanuwandern nicht in „Zugzwang“ geraten, ist es immer gut, wenn wir über Alternativen verfügen, wenn die Gewässerbedingungen zu kritisch erscheinen. C.Z. hat seine Tour vorzeitig abgebrochen und - statt weiterzupaddeln - an Land Sehenswürdigkeiten besichtigt. Eine andere Alternative wäre z.B. ein spannendes Buch, das einem das Warten auf besseres Wetter erleichtern kann:
„Risiko Küstenkanuwandern: Alternativlosigkeit
Oder: Warum ein zuhause gelassenes Buch einen Seenotfall auslösen kann!?“
www.kanu.de/nuke/downloads/Seenotfallanalyse-XIV.pdf
Ansonsten ist es wichtig, dass wir bei einer Küstentour:
  • Reservetage einplanen; denn jeden Tag paddeln zu müssen, weil sonst das Tourenziel nicht erreicht werden kann, verleitet uns dazu, doch aufs Wasser zu gehen, auch wenn die Gewässerbedingungen dagegen sprechen;
  • Reserveverpflegung/-trinkwasser dabei haben, denn nichts ist unangenehmer, als Starten zu müssen, weil die Verpflegung ausgegangen ist;
  • Ausweichsrouten vorsehen und die für solche Routen nötigen Reservekarten dabeihaben;
  • den Startort so auswählen, dass wir uns bei „frischem“ Wind immer auch für eine Route mit ablandigen Windverhältnissen entscheiden können;
  • nicht nur Seekarten, sondern auch Landkarten mitführen, denen wir entnehmen können, wo unterwegs Anlande- & „Abtransportmöglichkeiten“ sind; denn nichts ist unangenehmer, als in einer kleinen Bucht ohne Weganbindung zum Sraßennetz „notzulanden“ und dann miterleben zu müssen, wie mit steigendem Wasser die Bucht allmählich überspült wird.
  • nicht solo paddeln, und zwar um „Bedenkenträger“ bzw. „Helfer in der Not“ dabei zu haben.
Übrigens, die Bora ist die „Gefahr Nr. 1“, wenn entlang der kroatischen Küste gepaddelt wird, und zwar nicht nur im Winter, sondern auch noch Ostern, bzw. nicht nur auf dem Wasser, sondern auch an Land (zumindest, wenn nicht auf einem windgeschützten und vor steigendem Wasser geschützten Platz übernachtet wird!)- In einem Beitrag berichte ich über zwei Kanuten, die Ostern 2004 auf der Tour von der Insel Plavnik hinüber zur nur 1 km entfernt liegenden Insel Cres in Seenot gerieten:

https://www.google.com/maps/@44.9801.../data=!5m1!1e4

den leider nur eine Person überlebte:
„Risiko Küstenkanuwandern: Analyse eines tödlich ausgegangenen Seenotfalls an der kroatischen Küste“
www.kanu.de/nuke/downloads/Seenotfallanalyse-III.pdf
Zur Info: Telefon SAR-Seenotleitung: 00385-51-9155 (KR) oder 0049-421-536870 (D)

Gruß aus Hamburg: Udo Beier
__________________
Udo Beier

Geändert von Udo Beier (28.10.2015 um 11:51 Uhr)
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  #4  
Alt 15.12.2014, 07:34
Xcks Xcks ist offline
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Registriert seit: 14.11.2013
Beiträge: 137
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Lohnen sich denn die Inseln Krk und Cres? Oder ist es ab bzw. um Zadar schöner? Wie sieht es denn allgemein mit Camping- oder Biwakmöglichkeiten in dieser Region aus?
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  #5  
Alt 15.12.2014, 08:41
haubentaucher haubentaucher ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 22.05.2013
Beiträge: 604
Standard Dress for air, mind the sky

Zitat:
Zitat von Schlumi Beitrag anzeigen
Als Ergänzung zu Udos Ausführung ist es wichtig zu wissen, die genannten Karten sollte man schon vorher kaufen, sie sind selbst in Rijeka oder Zadar kaum kurzfristig zu erwerben.
Es gibt durchaus nationale Karten, die gut und erschwinglich sind. Sonst sind die "British Admiralty Nautical Chart" zu empfehlen. Hier ein Verzeichnis für die Adria. (bei größeren Booten gelegentlich die Einheiten für Tiefenangaben beachten) Karten haben eine hohe Halbwertzeit. - Kein Vergleich mit der Wattensee. Zu Titos Zeiten wurde dann und wann mal eine Tonne gestrichen, wenn sie gesunken war. Terrestrische Navigation ist in Anbetracht der markanten Küstenlinien zuverlässig.

So pauschal ist das mit den Winden nicht: Sicher gibt es Bora und es gibt Jugo, es gibt auch Tage mit Thermik, die physikalisch bedingt an den meisten Stellen sehr schwach ist und es gibt immer wieder Tage mit 4 bis 5. Bft, gerade ab der Mittagszeit.
Mistral spielt ab mittags eine Rolle; von Tramontan und Shiroco sollte man schon mal gehört haben. Aufziehenden Neverra erkennen zu können, ist besonders günstig. In Kreuzseen gelangt man, wenn man sich bei viel Wind ungünstig gelegenen Küstenlinien zu weit nähert.
Spiegelglattes Wasser hat man an sehr vielen Tagen ab dem ersten Licht morgens bis etwa 7°°. Ab 10°° nur noch selten, in ausgesprochenen Flautenecken oder an Flautentagen. So gesehen lohnt es, später am Abend nur noc h wenig Proschek zu trinken, dafür vielleicht Mittags nach einer Badeeinlage einen ersten(?!)

Ergänzend zu den wenigen Einzelaufnahmen in Form von Kajakfahrer-Reiseberichten hat mein einen größeren Fundus, wenn man Handbücher für Segler sichtet. Admiral Denham hat das damals sehr anschaulich geschildert. Sein Handbuch ist zwischenzeitlich natürlich in Bezug auf die Häfen völlig veraltet. Die Inseln, die Küsten und das Wetter sind allerdings geblieben, so wie sein unvergesslicher Schreibstil.

Dass sich Wetter "plötzlich" ändert, ist immer ein persönlicher Eindruck, der nur dann entstehen kann, wenn man Wetterentwicklungen nicht bemerkt oder fehldeutet. Eine Wettervorhersage für die nächste Stunde, meist auch für die nächsten Stunden ist auch an der östlichen Adria immer möglich. Ich bin schon als Kleinkind auf offenem Wasser mit unterwegs gewesen und es gab in fast 50 Jahren nicht eine einzige plötzliche Wetteränderung. Ein Barometer, ganz vielleicht ein Thermometer, vor allem aber ein nasser Finger und Sehkraft von etwa 70% auf einem Auge genügen völlig.

"Dress for water not for air" ist aus gutem Grund von Engländern formuliert worden. In den Breiten ist es mittags im Hochsommer ohne kühlenden Wind sehr, sehr warm, wenn man Amrum oder Rügen als Vergleich nimmt. Richtig heiß kann es dagegen im Landesinneren werden. Da gibt es Stellen, wo nach einem Sprichwort "die Steine brennen". Ein schattiges Plätzchen unter einer Pinie oder etwas Schwimmen ist mittags auch an der Küste herrlich. Der typischen Teutonenurlaub, Frühstück bis 10°°, Strand ab 11°°, rote Birne ab 12°° wäre nichts, sofern man eine kleine Rundtour plant. Morgens bis 9³° und ab dem sehr späten Nachmittag hat man auch im Juli/August schöne Stunden, wenn man sich außerhalb des Wassers etwas bewegen möchte.



Schönen Urlaub
Chris
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  #6  
Alt 15.12.2014, 10:32
Crizz Crizz ist offline
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Zitat:
Zitat von Xcks Beitrag anzeigen
Lohnen sich denn die Inseln Krk und Cres? Oder ist es ab bzw. um Zadar schöner? Wie sieht es denn allgemein mit Camping- oder Biwakmöglichkeiten in dieser Region aus?
Kroatien ist allgemein super fürs Camping - gibt Plätze wirklich en masse und die Erfahrungen, die ich bis jetzt da gemacht habe, waren auch immer gut.
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  #7  
Alt 15.12.2014, 16:55
Schlumi Schlumi ist offline
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Standard Kroatien

Moin, moin!
Kroatien ist immer gut? Ich sehe das etwas anders. Auf Istrien ist es in der Hauptsaison zu überlaufen...und einige Campingplätze nehmen nur Pauschalgebühren, die für uns mit den kleinen Zelten doch sehr heftig sind. Allerdings findet man immer wieder einsame Buchten in denen man für eine Nacht sehr schön zelten kann.
Die Insel Cres ist wegen der Vielfäligkeit und der einsamen Buchten einfach genial.
Zu dem Fuga und Bora: wer die Augen aufhält merkt früh genug, wenn sich etwas - auch schnell - zusammenbraut. Auch die "Entenpolizei" warnt einen, wenn sie in der Nähe ist.
Gruß
Schlumi
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  #8  
Alt 16.12.2014, 08:06
Xcks Xcks ist offline
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Beiträge: 137
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Zitat:
Zitat von Crizz Beitrag anzeigen
Kroatien ist allgemein super fürs Camping - gibt Plätze wirklich en masse ...
Nur wie kommt man hin? Auf Korsika gibt es z.B. auch zahlreiche CP, allerdings sind die ohne schweißtreibende Wanderung, mit Boot im Schlepptau, kaum zu erreichen.

Von Pula aus Richtung Süden, weiter nach Zagorje und rüber nach Cres scheint mir auch eine nette Tour zu sein.
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  #9  
Alt 16.12.2014, 08:34
Schlumi Schlumi ist offline
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Registriert seit: 26.02.2008
Beiträge: 371
Standard Kroatien

Moin, moin!
Wir sind im letzten Jahr rund um Istrien gepaddelt. An der Ostküste gibt es wenig gute Campingplätze und einige sind auch vom Wasser nur umständlich zu erreichen. Oft gibt es auf vielen Kilometern keine gute Anlandemöglichkeit. - Vor 2 Jahren sind wir von Rijeka Westküste Cres-Permude-Ist-Zadargepaddelt. Dort gibt es gute wassernahe Campingplätze und fast überall Zeltmöglichkeiten. Ein Problem ist die Rückfahrt nach Rijeka, es gibt keine direkte Fährverbindung von Zadar nach Rijeka.
Gruß
Schlumi
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  #10  
Alt 16.12.2014, 10:53
Udo Beier Udo Beier ist offline
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Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.398
Pfeil Kroatien: Islandhopping, Inselrunden oder Streckepaddeln?

Ahoi!

Im Katalog eines Hamburger Händlers für nautische Literatur werden insgesamt 26 Handbücher für Segler aufgeführt, die allein das kroatische Segelrevier betreffen. Paddelbücher von dieser Region kenne ich noch nicht, wohl aber eine große Anzahl von Zeitschriften- bzw. Internet-Beiträgen. Das ist kein Wunder; denn Kroatien hat nicht nur den Seglern etwas zu bieten, sondern auch uns Kanuten.

Die vier Küstenkanuwanderregionen Kroatiens

Kroatiens Küstenrevier ist recht vielfältig. Da gibt es die:
  • Küste im Norden von Kroatien, nämlich Istrien, die viele sehenswerte Städte bietet, aber einen Küstenstreifen, der sich nur bedingt für eine Rundtour eignet, da der Küste nur wenige Inseln vorgelagert sind. D.h. wenn wir dort entlangpaddeln, bietet sich das „Streckepaddeln“ an, bei dem wir das Land stets auf unserer linken oder stets auf unserer rechten Seite haben, je nachdem ob wir vom Norden kommend (z.B. von Umag, bzw. Piran (Slowenien) oder Triest (Italien)) Richtung Süden (z.B. bis Pula) bzw. kurz danach in Richtung Nord/Ost bis Rijeka paddeln … oder anders herum.
Karte: Istrien (Umag – Pula – Rijeka)
https://www.google.com/maps/@45.1635.../data=!3m1!1e3
  • Küste des nördlichen Dalmatiens, welches durch die größeren Inseln Krk, Cres und Pag geprägt ist. Von der Struktur her ähnelt eine Tour entlang der Küste dieser Inseln dem „Streckepaddeln“; denn wir paddeln dort immer der Küste entlang von Bucht zu Bucht, von Kap zu Kap (ausgenommen der Sprung von Krk über Rab nach Pag), d.h. je nachdem wie wir runden, haben wir das Land tagelang auf unserer linken oder rechten Seite. Immerhin bieten sich hier jedoch Rundtouren an, d.h. es macht Sinn, wieder zum Ausgangsort zurückzupaddeln.
Karte: Krk, Cres & Pag
https://www.google.com/maps/@44.8596.../data=!3m1!1e3
  • Küste des mittleren Dalmatiens, welches von Mali Losinj vorbei an Zadar bzw. den Kornaten bis Höhe Primosten reicht. Aufgrund der Vielzahl von Inseln bietet sich hier statt des tagelangen „Inselrundens“ ein „Islandhopping“ an, d.h. jeden Tag geht es an mehreren Inseln vorbei. Das bringt viel Abwechslung mit sich, da wir tagtäglich nicht nur mehr oder weniger dicht an den Insel vorbei paddeln können, wobei wir immer die Auswahl haben, ob wir auf jener Seite entlangpaddeln, wo der Wind auflandige oder ablandig weht, sondern wir haben auch mehrmals am Tag eine mehr oder weniger weite Querung hinüber zur nächsten Insel vor uns.
Karte: Mali Losinj - Primosten
https://www.google.com/maps/@43.9927.../data=!3m1!1e3
  • Küste des südlichen Dalmatiens, welches von Primosten bis Dubrovnik reicht und stark geprägt wird von den größeren Inseln Brac. Hvar, Korcula und Peljesac. Von der Inselgröße her ähnelt die Küstenstruktur eher den Inseln im nördlichen Dalmatien. Aufgrund der überwiegenden West-Ost-Ausrichtung dieser Inseln bietet sich auch ein „Islandhopping“ an, jedoch nicht mehrmals täglich, wie bei den Inseln des mittleren Dalamatiens, sondern überwiegend nur alle 2-3 Tage.
Karte: Primosten – Otok Span (nrdl. Dubrovnik)
https://www.google.com/maps/@43.1236.../data=!3m1!1e3

Ja, und wo sollten wir paddeln dort unten an Kroatiens Küste?

Welchen kroatischen Küstenstreifen wir nun zum Paddeln vorziehen hängt von unseren persönlichen Präferenzen, unserer „Seetüchtigkeit“ (insbesondere „Seegangs- & Navigatgionstüchtigkeit“ und der Zeit ab, die uns nach je 1-2 Tage An-/Rückreise zum Paddeln bleibt.

(1) Wer gern Städte besichtigt und am liebsten von Zeltplatz zu Zeltplatz hüpfen möchte, der sollte sich für die Westküste Istriens entscheiden. Bei stetigen westlichen Winden wird das jedoch eine sehr wellige Angelegenheit werden und u.U. dazu führen, dass wir wegen des kabbligen Seegangs tagelang nicht paddeln können. Und bei stetigen nördlichen bzw. südlichen Winden können wir nur hoffen, dass wir auf der von uns gewählten Passage den Wind von hinten statt von vorn haben werden. Vielleicht kann "Schlumi", der mal die ganze istrische Küste abgepaddelt skizzieren, welche Etappen gepaddelt ist und welchen Gewässerschwierigkeiten er erlebt hat.

(2) Wer die Einsamkeit und das freie Zelten/Biwakieren liebt, den Seegang nicht scheut, gerne navigiert und es vorzieht, täglich mehrmals von Insel zu Insel zu hüpfen, für den ist die Inselwelt des mittleren Dalmatiens wie geschaffen. Zumindest mir hat dieses Gebiet gefallen:

Karte: Ist - Rogoznica
https://www.google.com/maps/@43.9571.../data=!3m1!1e3

Gepaddelt sind wir 2009 in der zweiten Maihälfte ca. 380 km in 12 Paddeltagen und 1 Ruhetag, und zwar vom Norden der Insel Ugljan aus (auf der Insel schienen uns unsere Autos sicherer abgestellt zu sein als in Zadar!) hinüber nach Iz, Richtung Süd um die Südspitze von Dugi Otok herum. Nach einem Pausentag ging es an der westlichen Seite der Kornaten-Inseln entlang bis fast zum Ende der Kornaten. Danach paddelten wir weiter zwischen Kaprije & Kakan hindurch bis kurz vor das Festland auf die Insel Tmara. Von dort ging es auf Spritztour vorbei an der Festlandküste mit den Orten Primosten & Rogoznica und dann retour. Nun paddelten wir – jedoch etwas östlicher - wieder Richtung Nord, vorbei an Zlalrin, Prvic bis hoch nach Murter; am nächsten Tag weiter vorbei an Vrgada und Zizanj bis nach Kosara und von dort hinüber nach Zut. Dann entschieden wir uns, entlang der ca. 45 km langen Westküste von Dugi Otok zu paddeln, wofür wir 2 Tage brauchten. Anschließend ging es westlich vorbei an Molat bis nach Ist. Schon unterwegs dorthin herrschte unheimlich klare Sicht. Die bis zu 1.400 m hohen Festlandsberge waren zum Greifen nahe. An den Berghängen schwebte eine dicht-geschlossene Kumulus-Kette. Für abends war die Bora angesagt. Als wir mittags von Ist hinüber nach Olib paddeln wollten, wurde es sehr plötzlich windiger. Wir kehrten sofort um und „notlandeten“ im Hafen Porat im Norden von Molat. Anschließend weht ca. 10 Stunden die aus dem Osten kommende Bora. Am nächsten Tag paddelten wir östlich von Molat im Windschutz der Insel wieder retour bis zur Süd-Ost-Ecke von Molat. Von dort ging es östlich an Tun Veli und Zverinac vorbei bis zum Hafen Bozava im Nord-Osten von ‚Dugi Otok. Da der Wetterbericht Regen für die nächsten Tage angesagt hatte, entschlossen wir uns - 1 Tag früher als geplant - noch am selben Tag zum Startort auf Ugljan zurückzupaddeln.

(3) Wer es vorzieht, größere Inselsprünge und danach etwas längere Inselpassagen zu unternehmen, dem bieten sich die Inseln in Süden Dalmatiens an. Er muss jedoch dabei in Kauf nehmen, dem Wind mehr ausgesetzt zu sein, als auf den Inseln des mittleren Dalmatiens. In einem Beitrag beschreibt „Beyond“ eine Tour zusammen mit „Suomalee“, die eine gute Mischung zwischen dem „Islandhopping“ des mittleren Dalmatiens und des „Islandjumping“ des südlichen Dalmatiens darstellt:
Seekkajaking: Küstentörn und Inselsprung - Tipps & Tricks (ab #861)
https://www.outdoorseiten.net/forum/...=1#post1187425 (mit Kartenskizze)
Dalmatinische Inseln – Informationen und Impressionen
http://soloreisender.de/-Kajak-Fahrten/KF-14
"Suomalee" schildert in einem weiteren Beitrag zur selben Tour ihre Eindrücke & Gedanken:
Seekajakherz reloaded & die Geschichte vom Wellenkamm
https://www.outdoorseiten.net/forum/...vom-Wellenkamm
Im Juni/Juli 2013 waren sie 16 Paddeltage und 3 Ruhetage unterwegs (ca. 380 km). Gestartet wurde in Srima/Vodice. Dann ging es weiter über: Mala Krbela – Mali Drvenik – Solta (2x) – Hvar – Vis (2x) – Vis/Budikovac – Hvar (2x) – Solta (2x) – Veli Drevnik – Bucht zwischen Rogoznica/Primosten – Mali Krbela – Srima/Vodice:

Karte: Vodice - Vis
https://www.google.com/maps/@43.3291.../data=!3m1!1e3

(4) „Last and least“ bleiben die Inseln im Norden Dalmatiens. Ich weiß auch nicht, warum so viele gerade dieses Revier mit den großen Inseln Krk, Cres und Pag so reizvoll finden. Liegt es vielleicht daran, dass dieses Gebiet eine Inselumrundung ermöglicht, ohne große navigatorische Kenntnisse abzuverlangen? Oder fühlen sich manche sicherer, wenn sie keine großen Querungen zu den nächsten Inseln unternehmen müssen, sondern stattdessen immer dicht entlang des Inselufers paddeln können? Bei all diesen Überlegungen sollte jedoch bedacht werden, dass, wenn die Bora bläst, sie an der östlichen Seite dieser Inseln am kräftigsten wehen soll! Dann sind schon mal bei Krk über 40 km Ostküste ohne Windschutz entlangzupaddeln und bei Cres über 65 km bzw. Pag über 60 km. D.h. in ein paar Stunden können wir solche Passagen nicht hinter uns bringen. 1 bis 2 Tage werden wir wohl schon dafür benötigen, um wieder auf der dem Wind abgewandten westlichen Seite paddeln zu können, einer Seite aber, die dort in Kroatien nicht unbedingt vor der Bora schützt, weil da Fallwinde vorherrschen können.

Gruß aus Hamburg:
__________________
Udo Beier

Geändert von Udo Beier (16.12.2014 um 11:30 Uhr)
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