DKV-Kanu-Forum  

Forum


Sie sind nicht eingeloggt!
Bitte loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich.


Schnellauswahl


» Ankündigungen
» Kanu-Neuigkeiten
» Feedback & Hilfe
» Paddler-Treff
» Kanuwandern
» Faltboot
» Canadier
» Wildwasser
» Küste
» Ausrüstung
» Sicherheit
» Ausbildung & Training
» Reisen, Routen & Reviere
» Umwelt & Gewässer
» Sonstige Kanu-Themen
» Kanu-Rennsport
» Kanu-Slalom
» WW-Rennsport
» Kanu-Polo
» Kanu-Drachenboot
» Kanu-Freestyle
» Kanu-Marathon
» Outrigger-Canoe





Kontakt

» Foren Regeln
» Haftungsausschluss
» Impressum
» Team
» DKV



Zurück   DKV-Kanu-Forum > Kanu-Freizeitsport > Küste

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
  #1  
Alt 03.09.2009, 17:30
Udo Beier Udo Beier ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.399
Ausrufezeichen Schleppleinen & -methoden

Ahoi!

Ich kann mich kaum noch daran erinnern, dass bislang während der von mir seit 1987 geführten Touren jemand geschleppt werden musste, da anderenfalls die Tour anderes als geplant abgelaufen wäre.

Es passierte damals bei einer Gepäckfahrt von Hooge über Amrum nach Föhr. Eine Kanutin paddelte in einem geliehenen Seekajak mit Steuer. Trotz des Seitenwindes ließ sie das Steuer oben und versuchte stattdessen mit Bogenschlägen ihr Boot auf Kurs zu halten. „Mach doch dein Steuer runter!“ rief ich ihr irgendwann mal zu und erhielt als Antwort: „Bringt nichts, meine kurzen Beine reichen nicht bis zu den Steuerpedalen!“ Bald darauf fiel sie soweit ab, dass es sich anbot – handelte es sich doch um einen Einweisungsfahrt – zwei Mitpaddlerinnen zu beauftragen, das Schleppen zu üben, und zwar bei der Kanutin mit den ach so kurzen Beinen.

Das ist schon einige Jahr her. Ich hatte wohl Glück gehabt; denn bei meiner diesjährigen Einweisungsfahrt, die am ersten Tag von Schlüttsiel über Oland und Gröde nach Hilligenley/Langeness führen sollte, mussten gleich zwei Kanuten geschleppt werden.

1. Der eine Kanute fuhr in einem Skeg-Seekajak von P&H und hatte wohl zu viel Gepäck dabei; denn sowohl auf dem Achterdeck als auch auf dem Vorderdeck musste er einen Gepäcksack verstauen, dazu kamen noch Reservepaddel und ein Schutzhelm. Bei dieser Beladung war sein Seekajak falsch getrimmt und bei einem ca. 4er Wind extrem luvgierig. Wir versuchten den Trimm des Seekajaks zu ändern, indem das Reservepaddel vom Achtdeck genommen und auf dem Vorderdeck verstaute wurde. Außerdem musste der Kanute den Schutzhelm aufziehen. Aber auch dann war das Seekajak noch luvgierig. Ich nahm das erneut zum Anlass, dass eine Kanutin und ein Kanute am Beispiel des luvgierigen Kanuten das Schleppen üben sollten. Verwendet wurde dabei eine Schleppleine, die den „V-Schlepp“ ermöglichte. Die zwei „Schlepper“ paddelten parallel nebeneinander und zogen den luvgierigen Kanuten hinter sich her. Bei dem Seegang war das nicht so einfach; denn insbesondere die Kanutin mit einem Skeg-Seekajak konnte kaum Kurs halten. Daraufhin wurde die Fahrt hinüber nach Gröde abgebrochen und gleich gegen den Wind Richtung Hilligenley gepaddelt und geschleppt. Als dann zwei Kanuten mit je einem Steuer-Seekajak das Schleppen übernahmen, konnte wieder richtig Strecke gepaddelt werden. Übrigens, am nächsten Tag hatten wir mit dem Kanuten keine Probleme mehr; denn er hatte nun versucht, möglichst sein gesamtes Gepäck unter Deck zu verstauen. Sein Reservepaddel und das restliche Gepäck, was nicht unter Deck passte, wurden an die übrigen Mitpaddler verteilt.

2. Der andere Kanute fuhr in einem Lettmann-Seekajak mit jenen Lukendeckeln, die über einen zentralen Schraubverschluss verfügen. Anscheinend hatte der Kanute den Deckel auf dem Achterdeck nicht richtig verschlossen. Zumindest lief allmählich Wasser in den hinteren Stauraum. En Mitpaddler merkte irgendwann, dass Achterdeck des betroffenen Kanuten ständig unter Wasser war. Ich forderte daraufhin nochmals die Kanutin mit dem Skeg-Seekajak auf, zu schleppen, dieses Mal aber im „Single-Schlepp“, d.h. sie sollte mit ihrer Leine, die für den „V-Schlepp“ nicht hergerichtet war, ganz alleine schleppen. Zumindest das Schleppen gegen den Wind fiel ihr in ihrem Skeg-Boot nicht schwer. Wie der „Single-Schlepp“ mit einem Skeg-Seekajak bei Seitenwind bei einem 4er Seitenwind funktioniert hätte, konnte wegen des drohenden „Untergangs“ nicht mehr ausprobiert werden.

Gruß aus Hamburg:
__________________
Udo Beier
Mit Zitat antworten
  #2  
Alt 04.09.2009, 10:01
merlin2 merlin2 ist offline
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 03.11.2008
Beiträge: 23
Standard

Hallo Udo,

das sind 2-3 interessante Fallberichte. Nur erschliesst sich mir nicht, was daraus nun zu lernen wäre ???
- die Eignung von Skeg-Booten für verschiedene Schleppmethoden unter entspr. äusseren Bedingungen ???
Bitte um Aufklärung.....

Grüsse

Peter
Mit Zitat antworten
  #3  
Alt 04.09.2009, 14:43
Udo Beier Udo Beier ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.399
Ausrufezeichen Persönliche Schlussfolgerungen

Ahoi Peter!

Ich habe es bewusst den Lesern überlassen, Schlussfolgerungen aus meinen Fallschilderungen ziehen. Trotzdem habe ich natürlich meine eigene Meinung zu diesen Fällen:

1. Ich nehme auf Tour hinaus aufs Meer nur sehr ungern Kanuten mit, die mit einem geliehen Seekajak kommen.

2. Bei Kanuten mit einem Skeg-Kajak bin ich äußerst skeptisch, ob sie in der Lage sind, bei Deckslast ihr Seekajak so zu trimmen, dass sie mit dem Skeg eine etwaige Luv- oder Leegierigkeit neutralisieren können.

3. Der V-Schlepp ist bei längeren Schlepppassagen die am wenigsten anstrengende Methode, um einen Kanuten zu schleppen, sofrn die beiden "Schlepper" bereit sind, sich beim Schleppen abzustimmen.

4. Wenn mehrere Kanuten zum "V-Schleppen" in Frage kämen, würde ich stets jene auswählen, deren Kajak über ein Steuer, möglichst ein unter dem Heck integriertes Steuer (wird angeboten z.B. von Pietsch & Hansen sowie Lettmann) verfügt.

5. Ein Kanute mit Skeg-Kajak käme bei meinen Touren nur dann als "Schlepper" in Frage, wenn der "Single-Schlepp" angewandt wird.

6. Ansonsten wünsche ich allen Kanuten, nur bei Gegenwindkursen schleppen zu müssen.

Das hier ist kein allgemeiner Beitrag zum Schleppen; denn sonst müsste ich noch auf die verschiedensten Probleme eingehen, mit denen man beim Schleppen konfrontiert wird:

a) Die Schleppleine sollte griffbereit möglichst auf Deck liegen.
b) Je höher die Schleppleine am Rücken geführt wird, desto weniger kann sie sich am Heck des eigenen Seekajaks verheddern; desto kippliger wird jedoch der "Schlepper".
c) Schleppleinen haben die unangenehme Eigenschaft, sich an Gepäckstücken zu verhaken, die auf dem Achterdeck transportiert werden.
d) Entsprechend verhaken kann sich auch die Schleppleine an der Steueranlage, die außen am Heckende montiert ist, bzw. bei einem weit hoch auslaufenden Ende des Hecks.
e) Aluminium Haken, die man an dem zu schleppenden Seekajak einhakt, können sich verbiegen bzw. können korrodieren.
f) Im Notfall muss es möglich sein, dass der "Schlepper" seine Schleppleine abwerfen kann. Die beim WW-Fahren gebräuchlichen Panikschnallen sind dabei weniger geeignet als die aus dem Rucksackbereich bekannten "Steckverschlüsse".

Gruß aus Hamburg:
__________________
Udo Beier

Geändert von Udo Beier (04.09.2009 um 15:19 Uhr)
Mit Zitat antworten
  #4  
Alt 04.09.2009, 15:20
merlin2 merlin2 ist offline
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 03.11.2008
Beiträge: 23
Standard

Danke Udo, das gibt mir mehr Stoff, wobei ich bzgl. Skeg oder Steuer Deine Meinung nicht komplett teile. Ich stimme Dir zu, dass der Trim eine entscheidende Rolle spielt. Wenn der aber gelingt (was ich nicht für allzu schwer halte), sehe ich keine Nachteile der Skeg-Boote ggüber denen mit Steuer.

Grüsse

Peter
Mit Zitat antworten
  #5  
Alt 04.09.2009, 18:46
Eckehard Eckehard ist offline
Benutzer
 
Registriert seit: 31.01.2007
Beiträge: 95
Standard

Moin,
wenn man kein ausgesprochen schwacher Paddler ist und den Unterschied zwischen Paddeln mit und ohne nicht als bedeutsam wahrnimmt, so ist die Kombination Skeg und Steuer ideal. Das Skeg bringt die Ruhe ins Boot, das Steuer die bequeme Feineinstellung. Beim Surfen wird das Steuer sehr intensiv genutzt.
Ich meine wirklich zwei autarke Einrichtungen. Die Paddler, die meinem Vorschlag folgten, konnten ihre Wünsche bei den Herstellern realisieren und empfinden es als wahren Luxus.
Die Kombination Skeg und Steuer wie bei Pietsch, Lettmann und vereinzelt auif Wunsch auch bei Thomas Meier Booten meine ich nicht, die sind aber wirklich auch sehr gut.
Auf allen meinen Seekayaktouren nehme ich keine Paddler mit Deckslasten mit.
Ich sehe es als absolut überflüssig und in vielfacher Hinsicht als ggf. extrem nachteilig an, Aussenlasten zu genehmigen. Die sind echten Expeditionen wie in Spitzbergen, Gröland etc, wo man woochenlang autark aus dem Boot leben muss, vorbehalten.
Wer hier in den Ferienländern Niedlichsachsen, Meck-Pomm oder Schläfrig-Holzbein so tut, als trainiere er fürs Survival, der spinnt doch genau so wie der Luxuscamper, der noch seine 12Volt Kühlbox samt Lithium Ionen Akku mitschleppt. Man kann im Serienkayak alles mitnehmen inklusive 40-teiliger Gewürzbar, Rolltisch, Klapphocker, Daunenisomatte und stehhohes Tipi, wenn man leider den Sinn eines etwas asketischeren Sportes nicht zu begreifen in der Lage ist und viel Zeit fürs Packen, Kochen und schnacken verbrauchen will, aber eben nicht locker lustig leicht surfen und vorwärts kommen will. Es gibt ja eben auch Schnackpaddler, da ist viel Paddeln nicht angesagt, man ist ja nicht auf der Flucht und wer Großschnacker und Selbstdarsteller samt umfangreicher Selbstdarsteller-Homepage ist, hat (scheinbar) mehr vom Leben.
Spätestens beim Anlanden maltraitiert man dann die Bandscheiben aller Mitträger völlig unnötig. Und abends schleichen sich solche Helden dann eh noch schnell kurz vor Küchenschluss in das beste Restaurant am Orte, um völlig uniforme warmgemachte Convenience-Food zu vertilgen. Ein charmantes Lächeln der Kellnerin, und schon gibt man sich zufrieden.
Aber wie es abgeht, wenn Schlechtwetter und andere ernstere Probleme auftreten und man hat ein leer samt Gepäckbeladung schon an die 70 kp wiegendes Seekayak vor sich, können viele sich denken, die anderen sollten es mal testen. Die zu bewegenden Lasten sind heftig, der Luxus verdreht sich zum Gegenteil.
Verfängt sich dann noch etwas, beim Schleppen etwa, möglichst bei schwierigen Seebedingungen, ansonsten käme man ja auch klar, ja dann gute Nacht, da hilft u.U. nur das Messer.
Meine Schlepperfahrungen zeigen, dass es leichter sein kann, wenn man als Schlepper ein Steuer hat, aber mein bester Schlepper hat nur ein Skeg, der übertrifft alle Träume eines Fahrtenleiters - der übrigens nie selber schleppen sollte, es sei denn, er kann sich kompetent vertreten lassen.
Schleppen bedeutet eine Minderung der Sicherheit einer Fahrtenabwicklung, es sollte vermieden werden, schwache ungeeignete Paddler mitzunehmen.
Der Zusammenhalt der Gruppe wird nicht leichter, man erlebt oft, dass ein guter Schlepper samt Anhang der Truppe locker davon fahren kann.
Mangelnde Kenntnis der Fähigkeiten der Mitpaddler ist ein Planungsdefizit, das verhängnisvoll werden kann, aber es ist eben nicht immer vermeidbar.
Auf der ersten gemeinsamen Tour mag es mal vorkommen, ansonsten sollte der Fahrtenleiter am Paddelstil und Verhalten erkennen und ggf. genau überprüfen, auf wen er sich da einläßt. Dazu gibt es ja auch noch das Fahrtenbuch und Ausbildungsnachweise und auch den EPP.
Die Selbstbeschreibung der Mitfahrer ist definitiv fast bedeutungslos, die Newcomer sind zu oft stolze Selbstbeweihräucherer, die länger erfahrenen Experten untertreiben aber stets. Es gibt auch unscheinbare Sportskanonen, für die habe ich wohl einen Riecher, die nahm ich zur ersten Seekayaktour im April noch bei 5 Beaufort und viel Welle über den Kleinen Belt mit oder im tiefen Winter zum Surfen nachts nach Hallig Hooge. Da waren nette Schaumkronen, die leuchteten, aber eben null Schiffsverkehr, und megagute Sicht trotz rabenschwarzer Wolkennacht. Ich erwähne dies mal extra für die, die mein Paddlerlatein sammeln.
Tschüss
Eckehard

Jo, also ich plädiere für Gepäckbegrenzung und Aussenlastverbot auf Kurztouren. In meinen Sirius S passt auch locker mehr als das Material für eine Woche hinein, und ein leichteres Boot belohnt den Paddler mit mehr Spielmöglichkeiten und leichteren Lauf. Wer geschleppt wird, hat Fehler gemacht, die See wird aber während des Schleppens von niemandem glattgebügelt und die Schwierigkeiten halten dann an.
Tschüss
Eckehard
Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen

Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu

Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Solo-Wiedereinstiegs-Methoden Udo Beier Küste 1 11.04.2011 10:50


Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 12:33 Uhr.


Powered by vBulletin® Version 3.8.11 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2018, vBulletin Solutions, Inc.