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Zurück   DKV-Kanu-Forum > Kanu-Freizeitsport > Sicherheit

Sicherheit Unsicher, welche Sicherheitsvorkehrungen vorm Paddeln nötig sind? Frag erfahrene Paddler.

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  #1  
Alt 16.03.2013, 17:02
topo topo ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 04.01.2012
Ort: Bad Honnef
Beiträge: 255
Standard Luft anhalten bei Stress und Kälte ZDF.info

http://info.zdf.de/ZDFmediathek/kana...-Limit---Tiefe

Eigentlich mit Schwerpunkt tauchen, aber mindestens der Teil von 5:20 bis 11:00 ist sehr interessant.
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  #2  
Alt 06.01.2014, 15:46
topo topo ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 04.01.2012
Ort: Bad Honnef
Beiträge: 255
Standard Beitrag auf youtube, mediathek hat den nicht mehr

super, die Mediathek hat den Inhalt nicht mehr ...

hier der Beitrag auf youtube:

http://www.youtube.com/watch?v=pMOPSWjydoE
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  #3  
Alt 11.01.2014, 10:38
Udo Beier Udo Beier ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.398
Ausrufezeichen Kaltwasserprobleme

Ahoi!

topo hat in seinem Thread auf die folgende von „SPIEGEL TV WISSEN“ produzierte 50-minütige Dokumentation hingewiesen:

„Körper am Limit E01: Tiefe“
=> http://www.youtube.com/watch?v=pMOPSWjydoE

Er erwähnt dabei lediglich die Sendeminuten 5:20 bis 11:00 Min., während denen zum Thema. „Einfluss von kaltem Wasser auf die Atmung einer leicht bekleideten Person“ berichtet wird, ohne das Ergebnis kurz vorzustellen oder zu kommentieren. Ich möchte das daher hier nachholen:

Bei einer Wassertemperatur von +12° C wird eine schlanke, männliche Testperson, die auf einem Stuhl sitzt, langsam, aber zügig bis zum Hals ins Wasser gelassen. Ihr Ruhepuls von 50 Schläge/Minute steigt wohl vor lauter Aufregung – kurz bevor sie ins Wasser getaucht wird – auf 100 Schläge/Minute an, danach aber – nachdem das Wasser bis zum Hals reicht – auf 140 Schläge/Minute. Das ist ein Anzeichen dafür, dass der Körper einen erhöhten Sauerstoffbedarf hat, der bei der Testperson dazu führt, dass er die Anweisung, ab dem Eintauchen ins Wasser die Luft anzuhalten, nur 12 Sekunden lang befolgen kann. Anschließend setzt eine unkontrollierte Atmung ein mit 4-5 Liter Luft je Atemzug. Befände sich die Testperson unter Wasser, würde sie entsprechend viel Liter Wasser einatmen, wobei anzumerken ist, dass das Einatmen schon von 1,5 Liter Wasser tödlich wirkt.

Bei der Besprechung dieser Testergebnisse wird angemerkt, dass leicht bekleidete Personen bei solchen Testbedingungen durchschnittlich nur 6 Sekunden die Luft anhalten können. Übrigens, eine britische Untersuchung von 1994 kam zu ähnlichen Ergebnissen. Damals wurde ein Leistungsschwimmer (olympische Silbermedaille), bekleidet nur mit Badehose, gebeten, beim Eintauchen ins +10° C kalte Wasser die Luft anzuhalten. Er schaffte es 10 Sekunden lang!

Für uns Kanuten bedeutet diese Erkenntnisse, dass wir nach einer Kenterung ins kalte Wasser sofort unter Atemnot leiden, quasi uns in der 50. Sekunde befinden, wenn wir es sonst schaffen, 60 Sekunden die Luft anzuhalten. Diese Zeit reicht ungünstigstenfalls gerade noch aus, die Spritzdecke kontrolliert zu öffnen und auszusteigen. Günstigenfalls schaffen wir es u.U., einen Rollversuch zu starten, der uns jedoch mit großer Wahrscheinlichkeit misslingt, da wird die Rolle zu unkonzentriert und folglich fehlerhaft ausführen. Nach kurzer Zeit endet jedoch dieser Zeitraum äußerster Erregung. Dann haben wir uns an das kalte Wasser gewöhnt und wir können wieder kontrollierter Atmen bzw. die Luft anhalten!

Diese Situation ist in der Praxis jedoch noch negativer zu beurteilen:
  • da in der Regel die Kenterung unerwartet kommt, sodass wir kaum in der Lage sein werden, vor dem Untertauchen nochmals kräftig Luft einzuatmen.
  • wenn wir vor der Kenterung schon ausgekühlt & erschöpft oder noch durch eine gerade erst kurierte Krankheit geschwächt sind.
  • wenn wir beim Untertauchen einen „Kälteschock“ erleiden (unterhalb von ca. +13° C Wassertemperatur wahrscheinlich), der dazu führt, dass wir sofort einen Atemnotstand erleiden (=> Atemblockade, Schnapptamung/Hecheln, unkontrolliertes tiefes Luftholen, Luftknappheit) bzw. unser Gleichgewichtssinn gestört wird (=> wir wissen nicht mehr, wo oben oder unten ist, d.h. wir tauchen u.U. nach unten weg statt nach oben auf) bzw. wir erleben einen kaum aushaltbaren Käteschmerz, der zu einer kurzzeitigen Handlungslähmung führen kann.
Als positiv ist jedoch anzusehen:
  • dass durch die Paddelei zuvor der Kreislauf angeregt ist, so dass der Kälteschock weniger stark ausgeprägt eintreten kann. – In der Zeit, als ich mal „Kenterkönig“ in meinem Verein wurde, kenterte ich an einem Wochenende im Winter gleich zweimal: einmal sofort beim Ablegen vom Steg meines Clubhauses, was zu einer kurzzeitigen Atemblockade führte; und das zweite Mal gleich am nächsten Tag nach einer 2-stündigen Paddelei auf einem Kleinstfluss, was nur dazu führte, dass ich nass wurde. Meine Atmung wurde dabei nicht beeinträchtigt!
  • wenn durch die Paddelei der Körper schon vorher häufiger mit dem kalten Wasser in Berührung gekommen und so „abgekühlt“ ist, dass das Eintauchen ins kalte Wasser nicht mehr als „Schock“ empfunden wird. – Das trifft z.B. meist auf WW-Paddler zu, die beim Durchfahren von Stromschnellen und Walzen ständig nass gespritzt oder gar von Wellen überspült werden. So gewöhnen sie sich langsam an das kalte Wasser und erleiden bei einer Kenterung im kalten Wasser der Gebirgsflüsse seltener eine Atembeklemmung.
  • dass wir beim Paddeln im kalten Wasser nicht leicht bekleidet sind, sondern wenigstens etwas Kälteschutz tragen, z.B. eine Hose bzw. ein Hemd aus Neopren tragen. Je mehr Haut die Neoprenbekleidung abdeckt und je dicker das Neo-Material ist, desto größer wird die Chance sein, dass die Atemprobleme etwas schwächer ausfallen werden. Dabei sollte aber nicht ignoriert werden, dass ein „Kälteschock“ in der Phase, wenn das Wasser gerade langsam unter die Neo-Schicht vordringt und noch nicht vom Körper erwärmt wurde, nicht ausgeschlossen werden kann. - Zumindest erging es mir so einmal, als ich nur mit einem „Short-John“ bekleidet einst bei Paddelübungen an einem Alsterwehr kenterte. Ich erlitt sofort eine Atemblockade, konnte nicht mehr sprechen und war froh, mich nach dem Ausstieg an meinem Kajak festhalten zu können. Nach einer knappen Minute hatte sich dann jedoch mein Körper an die Kälte gewöhnt und ich konnte ganz „gemütlich“ ans Ufer schwimmen.
  • wenn wir beim Paddeln eine Schwimmweste tragen, die uns erleichtert, nach dem Ausstieg nach oben aufzutauchen, und die uns ermöglicht, den Mund weiter aus dem Wasser herauszuhalten, sodass dann die Gefahr nicht mehr so groß ist, dass wir beim Atmen Wasser verschlucken (deshalb sollten sich Kanuten nicht „eine Handbreit Wasser unterm Kiel“, sondern „eine Handbreit Luft unterm Kinn“ wünschen!).
  • wenn wir beim Paddeln einen Trockenanzug mit fest angenähten Füßlingen und mit genügend isolierender Unterbekleidung tragen und zusätzlich unseren Kopf mit einer Neo-Haube (inkl. Ohrenabdeckung) und unsere Nase mit einer Nasenklammeer schützen; denn dann wird uns die Kälte zumindest kurzfristig in unserer Leistungsfähigkeit kaum beeinträchtigen können.
Neben dieser Richtgröße, dass wir ohne entsprechenden Kälteschutz nach einer Kenterung bei +10° C Wassertemperatur
  • nur Ø 10 Sekunden die Luft anhalten können,
gibt es noch zwei weitere Richtgrößen zum Problemkreis „Nutzzeit“ und „Überlebenszeit“, nämlich:

Wer ohne entsprechenden Kälteschutz bei + 10° C Wassertemperatur kentert:
  • wird nach dem Ausstieg Ø 10 Minuten Zeit zum Wiedereinstieg haben; denn danach wird es ihm immer schwerer fallen zu schwimmen, wieder einzusteigen, die Spritzdecke zu schließen und weiter zu paddeln.
  • muss spätestens nach 100 Minuten wieder in seinem Kajak sitzen bzw. von Dritten gerettet werden, denn danach beginnt die „erwartete Überlebenszeit“ zu sinken.
Siehe hierzu: www.kanu.de/nuke/downloads/Gefahr-Unterkuehlung.pdf

Gruß aus Hamburg
__________________
Udo Beier

Geändert von Udo Beier (11.01.2014 um 10:52 Uhr)
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  #4  
Alt 15.01.2014, 12:41
neckarfan neckarfan ist offline
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 07.03.2013
Ort: Herrenberg ("Einzugsgebiet")
Beiträge: 8
Standard Melkfett/Vaseline auf Gesichtpartien

Hallo zusammen,

ist eigentlich bekannt, ob es irgendeinen Sicherheitsgewinn hinsichtlich der Kälteschockgefahr gibt, wenn man Gesichtspartien welche die Neokappe nicht verdeckt mit Melkfett oder Vaseline einschmiert?

So weit ich gelesen habe, machen das manche Kaltwasserschwimmer auf freien Hautpartien.

Viele Grüße,
Thorsten
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  #5  
Alt 15.01.2014, 21:16
topo topo ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 04.01.2012
Ort: Bad Honnef
Beiträge: 255
Standard

hmm, im Normalfall würde ich bei Neopren vermeiden mit Fetten und Ölen zu arbeiten. Das schadet auf Dauer dem Material.
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  #6  
Alt 16.01.2014, 13:44
neckarfan neckarfan ist offline
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 07.03.2013
Ort: Herrenberg ("Einzugsgebiet")
Beiträge: 8
Standard

Zitat:
Zitat von topo Beitrag anzeigen
hmm, im Normalfall würde ich bei Neopren vermeiden mit Fetten und Ölen zu arbeiten. Das schadet auf Dauer dem Material.
in direktem Kontakt mit dem Neopren möchte ich das auch vermeiden. Also entweder unter der Thermounterwäsche, welche ich unter dem Neozeugs trage und/oder die kleine Gesichtsfläche, welche von der Neo-Kappe nicht verdeckt werden.
(Ok, die "Grenzlinie" mag dann noch problematisch sein.)

Natürlich stellt sich auch bei der Thermounterwäsche die Frage, wie weit diese Fett verträgt, und ob das unter als den Schichten überhaupt noch Sinn macht.
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  #7  
Alt 16.01.2014, 14:06
fischmeister fischmeister ist offline
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 23.02.2011
Beiträge: 25
Standard

Die benutzen Lanolin (Wollwachs), das wird aber sehr dick aufgetragen und sieht dann entsprechend ziemlich seltsam aus (und riecht auch sehr intensiv). Manche schwören drauf, manche sagen aber auch, dass es nur psychologisch wirkt. Auftragen sollte man das Zeug unbedingt mit Handschuhen, sonst kann man anschließend das Gefühl fürs Paddel vergessen.

Habe selber mal Vaseline getestet, das war nix. Die Haut ist eher zusätzlich ausgekühlt durch das ständige "feuchte" Gefühl im Gesicht.

Geändert von fischmeister (16.01.2014 um 14:28 Uhr)
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  #8  
Alt 17.01.2014, 14:00
Siegmund Siegmund ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 15.01.2007
Ort: Bremen
Beiträge: 306
Standard Wollfett

Hallo, das schmieren die sich doch nicht auf die Haut, damit es wärmer wird, sondern um den Pökelfleisch-Effekt zu mildern.
Grüße
Siegmund

Zitat:
Zitat von fischmeister Beitrag anzeigen
Die benutzen Lanolin (Wollwachs), das wird aber sehr dick aufgetragen und sieht dann entsprechend ziemlich seltsam aus (und riecht auch sehr intensiv). Manche schwören drauf, manche sagen aber auch, dass es nur psychologisch wirkt. Auftragen sollte man das Zeug unbedingt mit Handschuhen, sonst kann man anschließend das Gefühl fürs Paddel vergessen.

Habe selber mal Vaseline getestet, das war nix. Die Haut ist eher zusätzlich ausgekühlt durch das ständige "feuchte" Gefühl im Gesicht.
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  #9  
Alt 17.01.2014, 22:23
Stefsi Stefsi ist offline
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 17.01.2014
Beiträge: 6
Standard

Der Beitrag war sehr interessant - aber m.E. doch schon längst bekannt!
Es haben mehrere Sender die letzten Jahre darüber berichtet!

VG
Stef
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  #10  
Alt 18.01.2014, 07:59
Siegmund Siegmund ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 15.01.2007
Ort: Bremen
Beiträge: 306
Standard Alles bekannt!

Zitat:
Zitat von Stefsi Beitrag anzeigen
Der Beitrag war sehr interessant - aber m.E. doch schon längst bekannt!
Es haben mehrere Sender die letzten Jahre darüber berichtet!

VG
Stef
Hallo,
ja, da hast du recht. Es auch schon lange bekannt, das man in kaltem Wasser schnell ersaufen kann und sich dementsprechend schützen muss. Es ist aber auch bekannt, das trotzdem immer wieder Wassersportler zu Tode kommen. Manchmal macht mich das fassungslos, wie bei dem Hamburger Schüler im letzten Winter.
Grüße
Siegmund
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