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  #1  
Alt 17.04.2018, 09:28
Udo Beier Udo Beier ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.381
Cool Drei-Inseln-Rundtour: Baltrum-Langeoog-Spiekeroog

Ahoi!

Im KAJAK-MAGAZIN, Nr. 03/2018, S.16-25, berichtet Christian Zicke in dem Beitrag:

„Wat geht ab im Watt? Seekajak-Abenteuer in der Nordsee“

über eine von Dornumersiel aus gestarteten 3-tägigen, kommerziellen Rundtour mit 2 Guides und 4 Gästen entlang der ostfriesischen Inseln Baltrum, Langeoog und Spiekeroog (ca. 80 km).

https://www.windfinder.com/#12/53.7291/7.6044/sfc (Karte von Norderney bis Wangerooge)

Der mit einer akzeptablen Kartenskizze (Made by Jübermann) versehene 10-seitige Bericht ist flott geschrieben, umfangreich bebildert (7 Fotos), aber auch reichlich von Werbung unterbrochen (6 Anzeigen auf ca. 3 ½ Seiten). Mit Letzterem müssen wir Leser wohl leben; denn eine solche in Hochglanz produzierte 84-seitige Kanu-Zeitschrift kann sich nicht allein von den Verkaufserlösen „über Wasser halten“!

1. Tag: Startort der Tour war der Hafen von Dornumersiel/Accumersiel. Mit ablaufendem Wasser paddelte die Gruppe entlang des Fahrwassers der „Accumersieler Balje“ durchs Gat „Accumer Ee“, das zwischen Langeoog und Baltrum liegt. Anschließend ging es weiter Richtung West entlang der Seeseite von Baltrum bis Baltrum (Nord-West). Nach Überwindung der wohl recht harmlosen Brandungszone (dennoch: 2 Gäste kenterten) wurde der Hafen von Baltrum angelaufen (ca. 14 km). Von dort aus ging es dann über trockengefallene, aber dennoch schlickige Wattflächen „tragenderweise“ auf die Wiese des lokalen Yachtvereins, der es bislang noch toleriert, dass Wassersportler dort für eine Nacht zelten!?

2. Tag: Am nächsten Tag ging es – dieses Mal mit auflaufendem Wasser und in Richtung Ost - nochmals seeseitig an Baltrum vorbei, dann übers Gat „Accumer Ee“ auf die Seeseite von Langeoog und schließlich durchs nächste Gat „Otzumer Balje“ hinüber zum Zeltplatz, der im Westen von Spiekeroog ganz dicht am Wasser liegt (ca. 23 km).

3. Tag: Es wurde wieder die Rückfahrt nach Dornumersiel, dem Startort, angetreten, ohne jedoch nicht vorher noch schnell Spiekeroog zu umrunden, um dann etwa in Höhe des Spiekerooger Wattenhochs „Muschelbalje“ möglichst direkt Kurs auf die Endstation zu nehmen. Bis zum Wattenhoch (ca. 19 km), ging es noch mit dem auflaufenden Wasser, ab dann wurde nur noch gepaddelt – egal wie es strömte, insgesamt noch zusätzliche ca. 24 km bis Dornumersiel (ca. 43 km)

Gratulation, wenn die Fahrtenplanung für die 3. Etappe geklappt hat; denn mit einem 7er Schnitt (über Grund) müsste da schon am letzten Tag gepaddelt werden, was entsprechende Trainingskilometer, ein leicht laufendes Seekajak (ohne schweres Gepäck) und eine entsprechende Wetterlage (=> schwachwindig bzw. östlicher Wind) voraussetzt.

Trotz – oder gerade wegen - des flotten Stils ist der Bericht weniger informativ. In einer „Infobox“ wird wohl pauschal auf Gefahren hingewiesen, die auf der Seeseite und in Gats lauern, aber durch Übertreibungen wie: „Wer bei … Sturm startet, hat mit allem zu rechnen, was das Seekajaker-Herz höher und schneller schlagen lässt.“ wird der Eindruck erweckt, als ob das Paddeln entlang der Küste erst bei Sturm (= 9 Bft.) so richtig Spaß macht. Ich vermisse bei dem Bericht über die einzelnen Tagesetappen Hinweise auf bestimmte Punkte der Fahrtenplanung, die einem unter Umständen bei der praktischen Durchführung der Fahrt Probleme bereiten könnten. Wenn eine 6 € teure Kanuzeitschrift nicht nur die Einsteiger des Kanusports mit belanglosen Erlebnisschilderungen unterhalten will, muss sie auch den erfahrenen Kanuten etwas bieten, wenn sie nicht will, diese als Leser zu verlieren. … und das schafft sie nur dann, wenn in einem Teil des Berichts nicht nur geplaudert wird, sondern auch zuverlässige und nachvollziehbare Fakten zur Fahrtenplanung präsentiert werden. Wie anstrengend die Anfahrt mit dem PKW, wie schlecht das Wetter, wie rau der Seegang, wie aufregend das Auftauchen von Seehunden und das Stoßtauchen der Seeschwalben, wie zuverlässig die Mitpaddler, wie günstig eine Zeltmöglichkeit, wie frisch das Bier und wie lecker das Fischbrötchen u.v.a.m. ist, soll ruhig gebracht werden, obwohl das kein Kanute mehr durchliest, der schon mehrere Jahre solche Berichte vorgesetzt bekommt. Aber die Tipps zur Fahrtenplanung sollten nicht fehlen, wie z.B.:
  • eine nachvollziehbare Kartenskizze,
  • eine Skizzierung des Tourenverlaufs (vom Start bis zum Ziel),
  • das Aufzeigen von Übernachtungsmöglichkeiten,
  • das Hervorheben wichtiger Ausrüstungsteile,
  • das Herausarbeiten von Gewässerschwierigkeiten,
  • der Hinweis auf Alternativrouten,
  • die Aufzählung zur Navigation erforderlichen Infomaterialien (z.B. „Gezeitenkalender für die Deutsche Bucht“, Seekarte D1170 u. D1180 u. D1230 sowie „Der küstennahe Gezeitenstrom in der Deutschen Bucht“, jeweils hrsg. vom BSH und beschaffbar bei z.B. www.hansenautic.de ),
  • die Empfehlung von Wetterberichten, die auch die Küste einbeziehen, z.B. APP Wetteronline.de, APP Windfinder.de, APP DWDmarine inkl. APP BlitzAlarm, APP GewitterAlarm.
Es muss jedoch dem Autor zugutegehalten werden, dass er zumindest über die ersten vier Punkten informiert, wenn auch die Kartenskizze ruhig etwas größer hätte sein können. Was ich jedoch konkret vermisse, möchte ich in den folgenden 10 Anmerkungen andeuten.

(wird fortgesetzt)

Gruß aus Hamburg:
__________________
Udo Beier

Geändert von Udo Beier (25.04.2018 um 10:07 Uhr)
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  #2  
Alt 19.04.2018, 11:50
Udo Beier Udo Beier ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.381
Frage 3-Inseln-Rundtour (II): 10 Anmerkungen zur Fahrtenplanung

Ahoi!

Im Post #1 habe ich kurz die Tour Baltrum-Langeoog-Spiekeroog vorgestellt, über die Christian Zicke im KAJAK-MAGAZIN, Nr. 3/18, S.16-26, berichtet hat. Im Folgenden möchte ich dazu ein paar Anmerkungen zur Fahrtenplanung machen:

Anmerkungen zum 1. Tag: Dornumersiel – Baltrum (ca. 14 km)

(1) Bei dieser Etappe sollten wir schon 0:30 h vor Hochwasser von Dornumersiel (Hafen) starten und uns beeilen, wenn wir uns nicht durch den verschlickten Wattboden im Baltrumer Hafen kämpfen wollen.

(2) In Anbetracht dessen, dass am nächsten Tag entlang der Seeseite von Baltrum gepaddelt wird, hätte es sich auch angeboten, am ersten Tag den direkten Weg übers Watt von Dornumersiel nach Baltrum (Hafen) zu wählen. Die Strecke ist ca. 4 km kürzer und da es sich empfiehlt, bei dieser Etappe schon 1 Std. vor Hochwasser zu starten, wären wir noch früher im Hafenbecken und hätten dann sogar die Chance, sauberen Fußes die Insel zu betreten.

(3) Abgesehen davon wäre es auch angebracht, mit Kanuten, deren Leistungsfähigkeit wir nicht so gut kennen, am ersten Tag nicht direkt vom Festland auf die Seeseite von Baltrum zu paddeln; denn vom Festland aus ist schwer zu beobachten, welche Seegangsbedingungen vor Baltrum herrschen. Selbst bei Windstille kann einlaufende Dünung Gewässerschwierigkeiten entstehen lassen, die – wenn überhaupt - nur der beherrscht, der brandungstüchtig ist.

Anmerkungen zum 2. Tag: Baltrum – Spiekeroog (ca. 23 km)

(4) Am 2. Tag lässt sich vor Ort leichter beurteilen, ob einer Befahrung der Seeseite der Inseln machbar ist. Es genügt ein Blick hinüber auf die Seeseite von Norderney, um zu erkennen, ob auf der Seeseite Brandungsbedingungen vorherrschen und ob diese Bedingungen die einzelnen Mitpaddler überfordern könnten. Bei höher anrollender Dünung bzw. ab einem 4er Wind aus nördlicher Richtung können vor den Inseln leicht Gewässerbedingungen entstehen, die die meisten Küstenkanuwanderer an ihr Grenzen stoßen lassen.

(5) Im Zweifel bietet jedoch das nur 5 km lange Baltrum risikobereiteren Kanuten an, es auf der Seeseite zu versuchen. Sollten allzu viele Kenterungen die Gruppe am Weiterpaddeln hindern, kann – sofern die Ausrüstung komplett ist – der fehlende Teil von Baltrum per Bootswagen überwunden werden, um dann anschließend ab dem Gat wieder per Seekajak auf die Wattseite von Langeoog zu wechseln. Anschließend ist dann über das „Langeooger Wattfahrwasser“ von Pricke zu Pricke (nicht: „Prigge“(!)) Richtung Spiegeroog zu paddeln. Aber Obacht, wer nicht auf den letzten 5 km gegen den Tidenstrom paddeln will, der sollte am Wattenhoch (Wattrücken, Wasserscheide) des „Langeooger Wattfahrwassers“ erst dann vorbei paddeln, wenn dort Hochwasser ist.

(6) Trotzdem bleibt die Tour bis zum Schluss spannend; denn bei ablaufendem Wasser und nördlichem Wind inkl. Dünung steilt sich im Gat der „Otzumer Balje“ nicht nur die See auf, sondern es können sich zusätzlich an der Wattkante des „Janssand“ Grundsee bilden, die einen leicht überfordern können, wenn wir nichtsahnend dort hineingeraten. Also schön wachsam sein und ständig beobachten, ob sich auf der geplanten Route zum nahen Spiekeroog weiße Schaumkäme aufbauen. Wenn ja: Stellen merken und großzügig drum herum paddeln, und zwar auch dann wenn’s mal nicht bricht!

(7) Übrigens, problemlose Gewässerbedingungen auf der Seeseite der Inseln herrschen i.d.R. bei südlichem Wind vor – solange die Dünung nicht einem einen Strich durch die „Gewässerschwierigkeitsgradberechnung“ macht. „Lediglich“ in den Gats ist bei auflaufendem Wasser und südlichem Wind, also Gegenwind, mit einer abrupten Erhöhung der Gewässerschwierigkeiten zu rechnen, auf die wir vorbereitet sein sollten.

Anmerkungen zum 3. Tag: Spiekeroog – Dornumersiel (ca. 43 km)

Was bei dieser ca. 43 km langen 3. Etappe geleistet wurde, ist nur für Küstenkanuwanderer mit Revierkenntnissen begreifbar. Schade, dass das in dem Bericht nicht beispielhaft herausgearbeitet wurde.

(8) Es sollte möglichst noch bei ablaufendem Wasser, also so um 0:30 Std vor Niedrigwasser von Spiekeroog hinaus auf die Seeseite (ca. 4 km) gestartet werden, um bei Tidenkipp an der Seeseite zu sein und anschließend – mit dem beginnenden Tidenstrom im Rücken – möglichst dann am Wattenhoch der „Muschelbalje“ zu sein, wenn der Wasserstand es gerade so erlaubt, darüber zu paddeln (ca. 15 km). Notfalls ist es treidelnd zu überqueren!? In der Regel könnte jedoch bei einem gewünschten Wasserstand von 0,50 m die Querung dieses ersten Wattenhochs schon 3 Std. vor Hochwasser Harlesiel möglich sein; denn die höchste Watthöhe liegt hier bei etwa 1,6 m, das mittlere Hochwasser (MHW) bei 3,50 m und der mittlere Tidenhub (MTH) bei 2,60 m (=> „12er-Regel).

(9) Danach galt es, die ca. 9 km lange Strecke bis zum zweiten Wattenhoch, dem Langeooger Wattenhoch („Baklegde“), zu überwinden, was bedeutet, dass zunächst etwa bis zur draußen gelegenen Hafeneinfahrt von Neuharlingersiel ca. 6 km gegen das auflaufende Wasser und danach erst wieder mit dem auflaufenden Wasser zu paddeln ist.

(10) Schließlich waren die letzten 15 km – davon 10 km gegen den Tidenstrom - so schnell hinter sich zu bringen, dass noch in die Hafeneinfahrt von Dornumersiel gepaddelt werden konnte. Bei einer Watthöhe von 2,8 m und einem Mittlerem Hochwasser (bei Seekartennull) von 3,40 m müsste die 6er-Gruppe lt. Seekarte & Gezeitenkalender spätestens 1 Std. nach Hochwasser dort einlaufen. Bei einer angenommenen Watthöhe von 2,3 m (?) reichen jedoch auch noch 2 Std. nach Hochwasser. D.h. ca. 1-2 Std. nach Hochwasser müsste die Hafeneinfahrt beginnen trockenzufallen. Lt. „Insider-Infos“ soll es jedoch möglich sein, noch 4 Std. nach Hochwasser im Hafen aussetzen zu können, vorausgesetzt, die davor liegende Wattfläche der „Neiderplate“ bzw. der „Damsumer Sand“ kann noch bei genügend Wasserstand gequert werden:

=> www.lkv-nds.de/download/169_Revierfuehrer_Ostfriesland_und_Friesland_beta_ 2.pdf

Gruß aus Hamburg:
__________________
Udo Beier

Geändert von Udo Beier (25.04.2018 um 07:48 Uhr)
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  #3  
Alt 25.04.2018, 10:14
Udo Beier Udo Beier ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.381
Unglücklich 3-Inseln-Rundtour (III): „Verdirbt Geld den Charakter der ehrenamtlich Tätigen?“

Ahoi!

Ja, das war schon eine etwas besondere Tour entlang der ostfriesischen Inseln, über die Christian Zicke im KAJAK-MAGAZIN, Nr. 3/18, S.16-25, berichtet hat. Während eines verlängerten Wochenendes ist da nicht viel mehr zu machen … außer man heißt „Rudi T.“, der am 25.5.16 von Baltrum (West) aus startete, seeseitig an Baltrum und wattseitig an Langeoog sowie Spiekeroog paddelte, um dann noch am selben Tag retour zu paddeln, und zwar seeseitig an Spiekeroog, Langeoog und Baltrum vorbei bis zum Startort zurück (ca. 73 km in 12:15 Std.):

=> http://kanuforum.de/showthread.php?t...hlight=Baltrum

Das heißt natürlich nicht, dass diese 3-Tage-Tour von Christian Zicke wenig anspruchsvoll war:
  • denn das hängt bei Küstentouren in erster Linie nicht von den zurückgelegten Kilometern ab,
  • sondern von den unterwegs erlebten Gewässerbedingungen (=> Strömung, Windstärke, Windeffekte, Seegang, Temperaturen, Sicht, Schiffsverkehr).
Abgesehen davon handelte sich bei dieser Tour quasi um eine „Testfahrt“ des Tourenveranstalters „Outdoordirekt“, „ob eine Reise durch die Inselwelt des ostfriesischen Wattenmeers etwas für „fortgeschrittene Einsteiger“ sei.“ Aus diesem Blickwinkel geurteilt, war das jedoch eher eine suboptimale Tour, die mit der wiederholten Befahrung der Seeseite von Baltrum etwas phantasielos begann und mit dem „Wattenendspurt“ teils gegen die Tide wenig mit „Küstenkanuwandern“ und mehr mit „Coastal Canoe Racing“ zu tun hatte. Immerhin war diese Tour als Rundtour angesetzt, die aber hätte bei der vor Ort erlebten Wetterlage eleganter gelöst werden können, insbesondere wenn die Tour für 4 Tage angesetzt worden wäre; denn nur 3 Tage für ein kommerzielle Küstentour einzuplanen, ist schon etwas riskant. Wenn dann nämlich das Wetter nicht mitspielen will, kommt man – wenn man Glück hat – bloß bis zur nächsten Insel und per Fähre wieder zurück, sodass das verlängerte Wochenende schon mal 500,- € Kosten kann, ohne dass so richtiges Küstenfeeling entstehen wollte.

..... und wie sähe solch eine 4-Tage-Küstenrundtour aus:

1. Tag: Dornumersiel (Hafen) => Baltrumer Wattseite => Baltrum (Hafen) (ca. 10 km),
2. Tag: Baltrum (Hafen) => Baltrumer Seeseite => Gat => Langeooger Wattseite => Gat => Spiekeroog (Zeltplatz) (ca. 23 km),
3. Tag: Rund Spiekeroog (mind. 30 km),
4. Tag: Spiekeroog (Zeltplatz) => Gat => Langeooger Seeseite => Gat => Dornumersiel (Hafen) (ca. 23 km).

Jetzt müssen nur noch die Gewässerbedingungen stimmen, um diese Traumroute zu realisieren! Aber es müssen sich auch genügend seetüchtige Kanuten finden, die bereit sind, für solch eine 4-tägige Tour ca. 450,- € zu bezahlen! Solange nicht die Vereine des DKV bzw. die Salzwasserunion (SaU) die Ausbildung zum Küstenkanuwandern vernachlässigen, dürfte es den Kommerziellen schwer fallen, am Küstenkanuwandern interessierte Kundschaft zu gewinnen; denn wer zum seetüchtigen Kanuten ausgebildet wurde, der ist anschließend sehr wohl in der Lage, sich allmählich mit immer länger werdenden Touren entlang der Küste vorzutasten und für zukünftige Touren eigene Erfahrungen zu sammeln. Der braucht dann nicht mehr auf „fremde“ Erfahrungen eines kommerziellen Guides zurückzugreifen! …. Und kann sich zudem quasi zur Belohnung, dass er die Küstentour eigenverantwortlich, d.h. ohne fremde Hilfe, geschafft hat, z.B. mal ein Hightech-Paddel und das nächste Mal ein Hightech-Zelt leisten.

Aussichten

Leider zeigt sich jedoch eine Entwicklung, die insbesondere die Ausbildung zum Küstenkanuwandern betrifft. Die von ehrenamtlich tätigen Ausbildern geschulten Fahrtenleiter und Ausbilder machen sich als ehrenamtlich tätige Fahrtenleiter/Ausbilder immer rarer, und zwar dergestalt, dass sie ihr Angebot an Veranstaltungen in Vereinen herunterfahren zugunsten von Veranstaltungen, die von kommerziellen Veranstaltern angeboten werden.

Dieser Trend hin zur Kommerzialisierung ist nicht neu. Wir konnten es im Rahmen des Küstenkanuwandern als erstes bei der SaU bemerken, wo zunächst Peter Nicolaiwww.nanuk.de und später Trenk Müllerwww.seakayakinggermany.de eine kommerzielle Küstenkanuwanderschulung betreiben, die überwiegend von ehrenamtlichen Ausbildern der SaU getragen wird, die sich auf diese Weise ein „Zubrot“ verdienen wollen. Nun scheinen auch dem DKV näherstehende Ausbilder den Kontakt zu den Kommerziellen zu suchen, z.B. zu „Outdoordirekt.de“. Mal sehen, wohin diese Entwicklung geht. Vielleicht mutieren die DKV-Vereine zu reinen Bootslagerstätten ohne Gemeinschaftsleben, sofern nicht die Kajaks ganz von Mietkajaks verdrängt werden, sodass letztendlich niemand mehr einen Grund hat, in einen Kanuverein einzutreten.

„Geld verdirbt den Charakter der ehrenamtlich Tätigen!“ Dieser Erkenntnis besitzt keine Allgemeingültigkeit! Wenn die Vereine nicht wollen, dass die Paddelausbildung im Allgemeinen und die Küstenkanuwanderausbildung im Besonderen aus den Vereinen ausgelagert und von „Kommerziellen“ übernommen wird, dann müssen sie ihren Fahrtenleitern und Ausbildern (Trainern) eine finanzielle Entschädigung für ihre Tätigkeit inkl. den nötigen „Haftungsschutz“ anbieten, und zwar in solcher Höhe, dass sie keinen Grund mehr haben, ihre „Dienste“ kommerziellen Unternehmungen anzubieten. Finanziert werden kann das über die Mitgliedsbeiträge und zusätzlich durch Teilnehmergebühren für bestimmte Touren- bzw. Ausbildungsveranstaltungen.

Förderlich wäre es dabei, wenn die Fahrtenleiter und Ausbilder für einen bestimmten lokalen Verein tätig werden, dass aber der organisatorische Rahmen (z.B. Werbung, Planung, Anmeldung, Korrespondenz, Haftungsregelung, Finanzverwaltung, Urkundenverwaltung (Zertifizierung)) zentral von jedem einzelnen Landeskanu-Verband oder gleich vom DKV gestellt wird.

Gruß aus Hamburg:
__________________
Udo Beier

Geändert von Udo Beier (21.06.2018 um 09:57 Uhr)
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