DKV-Kanu-Forum  

Forum


Sie sind nicht eingeloggt!
Bitte loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich.


Schnellauswahl


» Ankündigungen
» Kanu-Neuigkeiten
» Feedback & Hilfe
» Paddler-Treff
» Kanuwandern
» Faltboot
» Canadier
» Wildwasser
» Küste
» Ausrüstung
» Sicherheit
» Ausbildung & Training
» Reisen, Routen & Reviere
» Umwelt & Gewässer
» Sonstige Kanu-Themen
» Kanu-Rennsport
» Kanu-Slalom
» WW-Rennsport
» Kanu-Polo
» Kanu-Drachenboot
» Kanu-Freestyle
» Kanu-Marathon
» Outrigger-Canoe





Kontakt

» Foren Regeln
» Haftungsausschluss
» Impressum
» Team
» DKV



Zurück   DKV-Kanu-Forum > Kanu-Freizeitsport > Küste

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
  #1  
Alt 11.01.2008, 18:34
Udo Beier Udo Beier ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.399
Daumen runter +12° C Lufttemperatur: Ideale Paddelbedingungen?

Ahoi!

Wir sind heute Nachmittag mal wieder auf der Außenalster, auf der noch vor 4 Tagen Eisschollen trieben, gepaddelt, natürlich im Neo- bzw. Trockenanzug und mit Schwimm- bzw. Rettungsweste, aber ohne Neo-Haube und Handschuhe.

Bei ca. +12° C Lufttemperatur war es schon recht warm. Aber wir konnten uns ja abkühlen. Wir hielten einfach unsere Hände ins Wasser. 15 Sekunden reichten nicht nur zur Abkühlung aus, sondern brachten uns die alt bekannte, aber gern verdrängte Erkenntnis wieder in Erinnerung, dass Paddeln unter diesen Kalt-Wasser-Bedingungen bei fehlendem Kälteschutz lebensgefährlich ist; denn unsere Hände waren krebsrot und schmerzten fast unerträglich vor Kälte.

Gut dass keiner kurz mal zeigen wollte, wie gut er rollen kann;
  1. denn auf alle Fälle hätte der einsetzende Kälteschmerz am ungeschützten Kopf ihn daran gehindert, sich so auf seine Rolle zu konzentrieren, dass sie auch wirklich klappt;
  2. außerdem hätte bei den Temperaturen die Luft nicht mehr für einen 2. und 3. Versuch gereicht;
  3. und wenn die Luft wenigstens noch für einen kontrollierten Ausstieg genügt hätte,
  4. frage ich mich, ob unser „Paddelkumpel“ noch die Kraft gehabt hätte, bei seiner eigenen Rettung (z.B. Wiedereinstieg) mitzuhelfen?
Gruß aus Hamburg:
__________________
Udo Beier
Mit Zitat antworten
  #2  
Alt 12.01.2008, 10:05
Chillosaurus Chillosaurus ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 27.01.2007
Ort: Kings -town
Beiträge: 1.128
Standard

Zitat:
Zitat von Udo Beier (DKV) Beitrag anzeigen
Ahoi!
Wir sind heute Nachmittag mal wieder auf der Außenalster, auf der noch vor 4 Tagen Eisschollen trieben, gepaddelt, natürlich im Neo- bzw. Trockenanzug und mit Schwimm- bzw. Rettungsweste, aber ohne Neo-Haube und Handschuhe.
[...]
Gut dass keiner kurz mal zeigen wollte, wie gut er rollen kann;
  1. denn auf alle Fälle hätte der einsetzende Kälteschmerz am ungeschützten Kopf ihn daran gehindert, sich so auf seine Rolle zu konzentrieren, dass sie auch wirklich klappt;
  2. außerdem hätte bei den Temperaturen die Luft nicht mehr für einen 2. und 3. Versuch gereicht;
  3. und wenn die Luft wenigstens noch für einen kontrollierten Ausstieg genügt hätte,
  4. frage ich mich, ob unser „Paddelkumpel“ noch die Kraft gehabt hätte, bei seiner eigenen Rettung (z.B. Wiedereinstieg) mitzuhelfen?
Gruß aus Hamburg:
Auf die Rolle hat man sich nicht konzentrieren. Sie hat einfach instinktiv zu funktionieren. Entscheidend ist dabei auch nicht die Lufttemperatur, sondern die des Wassers. Nach mehreren Wochen mit 12° handelt es sich in der Tat um ideales Paddelwetter. Wenn aber noch an den Vortagen die Eisberge zu Besuch kamen, kann sich jeder denken, dass man doch vllt. mal 'ne Mütze aufsetzen sollte, falls man ein Risiko eingeht zu kippen. Bei den Temperaturen würde ich behaupten hätte die Luaft noch für einen 4. oder 5. Versuch gereicht, denn der Körper brauch, wenn er gekühlt wird, weniger Sauerstoff. Dies zeigt sich auch an den Zahlreichen Fällen, der Eiseinbruchsüberlebenden, die teilweise 5-15 Min. unter der Eisdecke eingeschlossen waren, bevor sie befreit wurden. Vorraussetzung dafür ist natürlich, dass die Muskeln des Sportlers mitmachen. In solchen Extremsituationen entwickeln Menschen häufig unwahrscheinliche Kräfte (das ist ja auch das Problem mit panischen Schwimmern...). Somit wäre es durchaus gut möglich, dass er bei seiner eigenen Rettung mithelfen könnte.
Mit Zitat antworten
  #3  
Alt 12.01.2008, 20:25
Udo Beier Udo Beier ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.399
Ausrufezeichen Luftnot als Folge des Kälteschocks

Ahoi!

Chillosaurus vertritt in seinem Posting von heute (11:05 Uhr) die Auffassung:

„Bei den Temperaturen würde ich behaupten, hätte die Luft noch für einen 4. oder 5. (Roll-)Versuch gereicht; denn der Körper braucht, wenn er gekühlt wird, weniger Sauerstoff.“

Ich vermute, dass die Alster gestern knapp 5° C kalt war. Im benachbarten Thread über „Kälteschock, Schwimmversagen & Co.“ ist zu lesen, dass:

„Unter +15° C Wassertemperatur wird das Vermögen, Luft anzuhalten, um etwa 25-50 % reduziert. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt können wir höchstens noch 12-17 Sekunden die Luft anhalten.“

In einer britischen Literaturstelle zum Kälteschock wurde von einem „Schwimmbadversuch“ berichtet, bei dem ein Silbermedaillen-Schwimmer ohne Abkühlung ins 10°C kalte Wasser springen musste. Er konnte nur 10 Sekunden die Luft anhalten und spätestens nach 10 Minuten war er nicht mehr in der Lage, seine Schwimmbewegungen richtig zu koordinieren.

Übrigens, bei Hallenbadkenterübungen kann ich immer mal wieder feststellen, dass trotz einer Wassertemperatur von 25-28° C die Kenterbrüder & -schwestern sofort nach der Kenterung aussteigen müssen, weil sie meinen, keine Luft mehr zu haben. Und wenn ich denen dann erzähle, dass sie doch eigentlich in der Lage seinen müssten, wenigstens 15 Sekunden die Luft anzuhalten, erlebe ich wohl dann beim folgenden Kenterversuch, dass sich ihr Luftanhaltevermögen um 300% steigert, aber wenn es vorher 1 Sekunde war, sind 4 Sekunden nicht sehr viel!?

Übrigens, Chillosaurus liegt mit seiner Behauptung nicht ganz falsch. Sie betrifft jedoch die Sauerstoffversorgung des Gehirns eines Ohnmächtigen, nicht jedoch die der Lunge eines „Mächtigen“.

Zum Schluss möchte ich Folgendes klarstellen: Diese Aussagen zum Kälteschock betreffen nicht jene Kanutinnen und Kanuten
  1. die sich entsprechend vor dem Kaltwasser schützen (ideal für Großgewässer wären Trockenanzug (mit Füßlingen) mit dicker Unterkleidung aus Fleece, Neoprenhaube, Neohandschuhe (denn Paddelpfötchen sind optimal zum Paddeln, taugen aber nichts zum Schwimmen);
  2. die die Möglichkeit hatten, vor einer Kenterung sich abzukühlen (zutreffend i.d.R. bei Wildwassertouren);
  3. und die sich schon warm gepaddelt haben, sodass ihre Kreislauf das Kaltwasserbad eher wegstecken kann.
Gruß von der Alster:
__________________
Udo Beier
Mit Zitat antworten
  #4  
Alt 12.01.2008, 22:22
Karlsson
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard Kälteschock?

Zitat:
Zitat von Udo Beier (DKV) Beitrag anzeigen
...
Übrigens, bei Hallenbadkenterübungen kann ich immer mal wieder feststellen, dass trotz einer Wassertemperatur von 25-28° C die Kenterbrüder & -schwestern sofort nach der Kenterung aussteigen müssen, weil sie meinen, keine Luft mehr zu haben. ...
Hallo Udo,
den inzwischen arg strapazierten Kälteschock wollen wir weder unterschätzen noch überbewerten. In dem o.g. Beispiel scheint es sich IMO eher um Panik zu handeln. Bei meinen ersten Ausstiegsversuchen unter Wasser habe ich auch panisch reagiert. Erst langsam gewöhnt man sich an die "verkehrte" Welt unter Wasser. Wenn man sich dann auch selbst zur Ruhe zwingt und in Selbstbeherrschung übt, ist alles wieder "normal", sprich Denkvermögen und Luftvorrat sind wieder vorhanden.
Das ist doch auch ein wesentlicher Teil derartiger Übungen: Gewöhnung an die Situation "Kopf unter" und Panik vermeiden. Erst wenn ich beim Üben seelenruhig unter Wasser im Boot baumeln kann, kann ich doch mit den Rollversuchen beginnen.

Nasenklammer und Schwimmbrille dienen ja auch nicht nur dem Komfort, sondern der Panikvermeidung.

Also schön die Kirche im Dorf lassen. Was passiert sonst, wenn vor allem absolute Anfänger übertrieben dargestellte Beiträge lesen? Sie halten das für unrealistisch ("ey, die spinnen doch alle...") und verzichten womöglich ganz auf risikomindernde Maßnahmen.

Zum oben unterstrichenen Wort "mindernd": Ja Paddeln ist potentiell lebensgefährlich, wie das Leben als solches. Alle hier und an anderer Stelle genannten Maßnahmen für irgendwelche Notsituation sind kein Allheilmittel, sondern mindern nur mein Risiko und erhöhen ggf. meine Überlebenscchancen. Aber sicher ist das keineswegs...
Der gesunde Menschenverstand ist nicht bei Globetrotter erhältlich, obwohl doch mein wichtigstes Überlebenshilfsmittel...

Beispiel aus frühen Tagen zum Nutzen toller Ausrüstung:
Beim Inselspringen in der Nordee mit einer Gruppe unausgerüsteterr Paddler in nur mäßig geeigneten Booten (so war das halt damals... ) aber stabiler Wetterlage (immerhin... ) war einer dabei, der einen Super-Eski hatte, damals schon mit Lenzpumpe und bis unter die Zähne ausgerüstet. Hat ihm in nichts genützt, da er bei Kaiserwetter durch die nur leichte Dünung auf der Seeseite seekrank wurde (Seekrankheit äußert sich nicht immer durch Überkeit, in diesem Falle wurde der Paddler fast panisch und wollte SOFORT nach Hause, nicht an den nahen Strand, sondern tatsächlich nach Hause...) und ans Festland geleitet werden musste. Für ihn war die Tour gelaufen. Seine beiden Begleiter trafen mit der nächsten Tide am vereinbarten Biwakplatz ein und wir setzten die Tour fort.
Aber jetzt nicht schadenfroh über den "armen Wicht" lachen, denn jede Art der Seekrankheit kann jeden von uns jederzeit beim Küstenpaddeln überkommen... Wohl dem, der dann auf Kameraden hoffen kann.

Zum Glück passieren die meisten Paddelunfälle noch auf dem Weg zum Wasser...

Karlsson
Mit Zitat antworten
  #5  
Alt 13.01.2008, 22:44
Udo Beier Udo Beier ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.399
Standard Panik und Kälteschock

Ahoi Karlsson,

Du stellst richtig fest, dass die ab & an zu beobachtende Luftnot bei manchen "Kenterbrüdern & -schwestern", die sich im Hallenbad Kenterübungen unterziehen, nicht auf einen "Kältschock", sondern auf "Panik" zurückzuführen ist.

Ich vermute, dass bei einer Kenterung draußen ins ca. 5° C kalte Wasser ebenfalls "Panik" mitspielen wird, welche dann jedoch zusätzlich in ihrer Wirkung durch den "Kälteschock" eine Verstärkukng erfahren wird.

Ich vermute, dass dann die meisten von uns, die ansonsten im Sommer mit der Hand rollen können, dann - wenn sie sich nicht vorher auf die Kenterung mental einstellen konnten - nur noch ans Aussteigen denken werden.

Gruß aus Hamburg:
__________________
Udo Beier
Mit Zitat antworten
  #6  
Alt 14.01.2008, 13:35
Chillosaurus Chillosaurus ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 27.01.2007
Ort: Kings -town
Beiträge: 1.128
Standard

Zitat:
Zitat von Udo Beier (DKV) Beitrag anzeigen
Ahoi Karlsson,
[...]Ich vermute, dass dann die meisten von uns, die ansonsten im Sommer mit der Hand rollen können, dann - wenn sie sich nicht vorher auf die Kenterung mental einstellen konnten - nur noch ans Aussteigen denken werden. Gruß aus Hamburg:
Meinst du Aussteigen mit Schwimmen?
Wie kommst du dann zu der Ansicht, dass irgendjemand dann an Aussteigen denken würde? Vielleicht ja der ein oder andere, dann wird er aber merken, dass im Gegensatz zum Sommer die Handrolle doch die bessere Alternative ist (sicherer mit BEIDEN Händen). Ich hingegen, und ich kann ja auschließlich von mir sprechen, sehe zu, dass ich den Karren auf der Stelle wieder hoch kriege! Der Gedanke ans Aussteigen alleine würde mich in einen Eiszapfen verwandeln.

Was meinst du mit mentaler Vorbereitung? Das durchgehen der Rolle im Kopf oder die Erkenntnis, dass man reinfällt, während sich das Boot langsam um seine Längsachse dreht?

Mit EINER Hand Rollen... Ja das wäre auch noch mal 'ne Steigerung. Da fehlt dann nicht mehr viel, bis man es ganz ohne schaft.
Mit Zitat antworten
  #7  
Alt 14.01.2008, 16:21
h-g h-g ist offline
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 21.09.2007
Beiträge: 21
Standard

moinsen ,
mit einer Hand ist es nicht viel anders als mit zwei Händen ! - der Schlüssel zum Erfolg ist , wie bei jeder anderen Art der Rolle , der Hüftschwung - Probiers mal im Schwimmbad aus - mit ein bisschen Übung wirst Du schnell ein Erfolgserlebnis haben. ( dazu am besten eine Hand in die Spritzdecke stecken ).
Viel Spass beim Üben.

Liebe Grüsse
h-g

( im seekajak habe ich es noch nicht probiert )
Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen

Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu

Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Der ideale Kopfschutz fürs Brandungspaddeln? Udo Beier Küste 2 23.04.2018 09:15
Gibt es das „ideale“ Seekajak? Udo Beier Küste 2 20.12.2013 22:25
Der ideale Bootswagen für's Küstenkanuwandern? Udo Beier Küste 4 24.07.2012 16:24


Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 20:59 Uhr.


Powered by vBulletin® Version 3.8.11 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2018, vBulletin Solutions, Inc.