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Zurück   DKV-Kanu-Forum > Kanu-Freizeitsport > Küste

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  #1  
Alt 17.05.2012, 12:50
Udo Beier Udo Beier ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.399
Frage Feststoffschwimmweste KAIKOURA TOUR (Palm): Wer hält dagegen?

Ahoi!

Bei der Auswahl von Auftriebskörpern sollten Küstenkanuwanderinnen und –wanderer Feststoffschwimmwesten in die engere Auswahl mit einbeziehen, auch wenn sie manchem ein wenig zu viel Wärme spenden, sorgen sie doch von Anfang an für den nötigen Auftrieb, auch wenn ihnen nicht das Prädikat „ohnmachtssicher“ verliehen werden kann. Aber sind wir wirklich auf dieses Eigenschaftsmerkmal, welches die Hersteller von Rettungswesten ihren Produkten auch nur bedingt zusichern können, angewiesen?

Zumindest entlang der deutschen Nord- und Ostseeküste kenne ich nur einen einzigen Kanuten, einen nur bedingt seetüchtigen Solo-Paddler, der mit einer Rettungsweste u.U. seine Kenterung überlebt hätte. Seetüchtige Gruppen-Paddller (=> „Less than three there never should be!“) würden – von winzigen Ausnahmen mal abgesehen – bei ihrer Rettung, nämlich bei der Hilfe während des Wiedereinstiegs, nur durch eine Rettungsweste behindert werden, und zwar im zweifachen Sinn:
  1. Wird die Rettungsweste nicht aktiviert (d.h. der Auftriebskörper bleibt unaufgeblasen) verursacht sie einen negativen Auftrieb von ca. 10 Newton (= 1 kg) und erschwert – wenn auch minimal – das Schwimmen!
  2. Wird sie aber aktiviert, dann behindert sie den „Kenterbruder“ massiv beim Wiedereinstieg in sein Seekajak aber auch beim Schwimmen (um z.B. das von Wind bzw. Strömung abgetriebene Kajak wieder einzuholen).
Ich habe mich daher nachdem ich seit Jahrzehnte eine Rettungsweste trug, mich für eine Schwimmweste (mit mehreren Taschen) entschieden, letztlich auch weil ich den Komfort schätze, verschiedene Ausrüstungsgegenstände (z.B. UKW-Handsprechfunkgerät, Seenotsender (PLB), Handy, Kamera, Notverpflegung, Rettungsdecke, Seenotsignalmittel und Lippenpflegestift mit LSF), Geld) griffbereit am Körper zu tragen:
  • „Kaikoura Tour“ (Hersteller: Palm) (Auftrieb: 60 N (bis Gr. S) bzw. 70 N (ab Gr. M) (Gewicht: ca. 1,4 kg).
Insgesamt verfügt sie für je 3 Taschen links und rechts auf der Vorderseite und je eine große Tasche auf der Rückseite (außen & innen). Außerdem stehen noch 11 Schlaufen bzw. Haken plus 2 Plastikhalterungen zur Verfügung, an denen man verschiedene Dinge sichern (z.B. alles was wir lose in den Taschen verstauen) bzw. hängen kann (z.B. Brillensicherungsband, Lippenpflegestift, zusätzliche Signalpfeife, Nicosignal und notfalls eine Taschenlampe). Weiterhin ist sie mit 6 verstellbaren Haltegurten ausgestattet, um individuelle Einstellungen optimal zu ermöglichen. Schließlich verfügt diese Weste ab der Größe M über ein Auftriebsplus von 20 N, also summa summarum von 70 N statt den vorgeschriebenen 50 N. Wer bietet mehr?

Laut Prospektangaben stehen zum Küstenkanuwandern auch noch z.B. die folgenden Schwimmwesten zur Auswahl:
  • ”Ranger Explorer” (Delta)
  • "cVest Type III PFD“ (NRS)
  • “Bahia Tour PFD” (Kokatat)
  • “MsFIT Tour PFD – Women’s” (Kokatat)
  • “Taupo Tour” (Palm)
  • "Offshore” (Prijon)
  • "Aquatic Pro“ (Reed Chill Cheater)
  • “TowMotion PFD” (Stohlquist)
  • “Drifter DLX” (Stohllquist)
  • “Xipe” (Yak)
Für welche dieser Schwimmwesten wir uns entscheiden, sollte letztlich davon abhängen, wie gut sie sitzt, und zwar beim Paddeln und beim Schwimmen! Denn eine Schwimmweste, die beim Paddeln stört, die tragen wir nicht am Körper, sonder verstauen sie auf dem Achterdeck. Und eine Schwimmweste, die beim Schwimmen stört, verdient den offizielle Terminus „Schwimmhilfe“ nicht; denn offiziell werden die üblicherweise als „Schwimmwesten“ bezeichneten Auftriebskörper als „Schwimmhilfen“ bezeichnet! „Rettungswesten“ demgegenüber sind jene Auftriebskörper, die zumindest gemäß genormten Bedingungen „ohnmachtssicher“ sind.

Wer mehr über Rettungs- und Schwimmwesten erfahren möchte, möge zum folgenden Thread surfen: http://forum.kanu.de/showthread.php?t=6466

Immer eine Handbreit Luft unterm Kinn wünscht Euch:
__________________
Udo Beier

Geändert von Udo Beier (12.11.2015 um 12:39 Uhr)
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  #2  
Alt 15.08.2012, 09:56
Udo Beier Udo Beier ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.399
Daumen hoch Feststoffwesten (Schwimmhilfen)

Ahoi!

In der YACHT, Nr. 18/12, S.88-94, stellt M.-S.Kreblin in dem Beitrag:

„Für Spaß und Sport: Regattawesten – eine Marktübersicht“

20 Schwimmhilfen (Auftrieb: 50 Newton) vor. Gleich einleitend ist Folgendes zu lesen:
  • „Es muss nicht immer die teure und wartungsintensive Automatikweste sein. Für Jollensegler, Binnenschiffer und Regattapiloten reicht oft auch eine Nummer kleiner: REGATTAWESTEN; die mit ihren Feststoff-Füllungen bis zu 50 Newton Auftrieb bieten.“
Und weiter:
  • Schwimmhilfen (50-N-Feststoffwesten) „erfüllen im Wasser eher die Aufgaben eines Auftriebhelfers, der es dem Gekenterten erlaubt, entspannter sein Boot zu klarieren, ohne sich ständig aus eigener Kraft an der Wasseroberfläche halten zu müssen.“
Folgende Anforderungen werden an solch eine Schwimmhilfe gestellt:
  • Schnelles und bequemes anlegen (z.B. mit Hilfe eines Frontreißverschlusses).
  • Durch körperbetonten Schnitt sollte der Auftriebskörper auch ohne Schrittgurt nicht hochrutschen dürfen.
  • Gute Beweglichkeit von Rumpf und Armen, d.h. der Auftriebskörper solle möglichst weit über dem Becken enden und dort gut fixiert werden können, und die Armausschnitte sollten möglichst groß sein.
  • Problem: Je lockerer die Schaumstoffeinlagen in der West vernäht werden, desto mehr Wasser kann eine Weste aufnehmen (was beim Wiedereinstieg störend sein kann!).
  • Möglichkeit der Justierung der Weste mittels Klettverschluss (==> flach, aber leichter lösbar) bzw. Schnallen (==> sollten den Wiedereinstieg nicht behindern!).
Anmerkungen U.B.: Wer sich als Küstenkanuwanderer:
  • durch eine Feststoffweste nicht beengt fühlt
  • und ansonsten nicht solo paddelt
  • sowie die nötigen Rettungstechniken zum Wiedereinstieg oder die Rolle beherrscht,
der sollte sich für solch eine Feststoffweste entscheiden, die je nach Größe zwischen 50 – 70 N Auftrieb bietet. Bei der Auswahl sollte dabei darauf geachtet werden, dass man eine Weste mit möglichst mehreren Taschen auswählt, in denen man die nötige Ausrüstung (z.B. UKW-Handsprechfunk, Seenotbake, Nicosignal, Handy, Kamera, Rettungsdecke, Sonnencreme) und Notverpflegung verstauen kann.

Zu empfehlen ist z.B. die Weste von „Kaikoura Tour“ von PALM. Sie verfügt über 8 Taschen und diverse Halteschlaufen. Ab Größe M bietet sie einen Auftrieb von 70 N statt 60 N. Zu schließen ist sie per Frontreißverschluss. Für den nötigen Halt sorgt insbesondere ein Steckverschluss, der so unter dem Reißverschluss platziert ist, dass man mit ihm nicht beim Wiedereinstieg z.B. am Süllrand bzw. den Rettungshalteleinen hängen bleibt.

Gruß aus Hamburg:
__________________
Udo Beier
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  #3  
Alt 17.08.2012, 01:14
Wolfgang Wolfgang ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 15.01.2007
Ort: Bremen
Beiträge: 263
Standard Weihnachtsbaum-Schwimmweste

Tja...mal so meine Gedanken:
wer Udo mal so unvermittelt auf dem Wasser antrifft, hat ja manchmal das Gefühl, ein elektronischer Weihnachtsbaum kommt da einem entgegen. Überall behängt, nur nicht mit Lametta, Christbaumkugeln, Kerzen, Lebkuchen; aber mit Leuchtraketen, Nebeltöpfen, Trillerpfeire, Mobiltelefon, UKW-Funke, GPS, PLB, Wetterstation, Rettungsdecke, Schleppleine, Wurfsack(?), erste Hilfe Pack, Geldbeutel, Dokumententasche, Fahrzeugschlüssel, Kamera, Fernglas, ... und dann für alles Taschen an der Weste?

Und sein Favorit hat statt 50kN 70kN? reicht das???? 20kN sind Auftrieb für 2 kg... bei der Ausrüstung am Mann ist dieser Zusatzauftrieb doch schon längst aufgezehrt, gar überzehrt.
Klar, die Secumar Halbautomaten haben nix am Stauraum aber 150kN. Die propagierten Schwimmhilfen nach Norm irgendwo um weniger als die Hälfte....

Also Schwimmen ohnmachtssicher und nix zum spielen oder doch absaufen und immer seine Playstation zum Unterwasserspielen in der Tasche, ....

Also wir lernen: Udo sucht die Taschenweste die nicht mal Josef Beuys-selig schöner hatte. Soetwas verkaufte früher LLBean in Freeport/Maine/USA in der Anglerabteilung... allerdings mit vollautomaischer Aufblasung und ausgestellt war die dort an einer Anglerpuppe, die auf einem einem inflatable Anglerchair saß ... doppelt gesichert... Hosenträger und Gürtel

Hier ein Video für ein ideales Set für Udo: Mit Supertaschen. a CargoLifeVest

oder die hier

also.. da ist noch viel am markt

Oder wär das nicht was für uns?
Vielleicht sollte man aber doch bei den Piloten lernen und dieses Gerät an Bord führen.
Kostet nicht mehr als ne gute Schwimmweste....

Das alles nur mal, damit Udo hier nicht immer nur mit sich selbst diskutiert......
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  #4  
Alt 17.08.2012, 11:56
Schlumi Schlumi ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 26.02.2008
Beiträge: 371
Standard rettungsweste

Hi Wolfgang!
Herrlich...."jetzt strahlt Udo (bestimmt hat er auch eine festinstallierte, auf sich focussierte Kamera auf dem Vorderdeck) Du hast die Zeit seiner "Selbstgespräche" beendet!"
Gruß
Schlumi
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  #5  
Alt 21.08.2012, 16:01
Udo Beier Udo Beier ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.399
Ausrufezeichen Ausrüstung – griffbereit verstaut?

Ahoi!

Anlässlich meiner Bemerkungen zur Bedeutung von Feststoffwesten für das Küstenkanuwandern, insbesondere deren Möglichkeit, wichtige Ausrüstungsteile griffbereit zu verstauen:

www.kuestenkanuwandern.de/ausruest/120517.html

ist hier in diesem Thread von Wolfgang gepostet worden, ob nicht die Gefahr bestände, sich mit Ausrüstungsteilen zu überladen ähnlich wie bei Seekajaks, in die soviel Ausrüstung verstaut wird, bis nichts mehr in die Gepäckluken bzw. aufs Deck passt? Nun, diese Gefahr ist nicht unbegründet …

Ich habe deshalb mal selber überprüft, was ich so alles in die 8 Taschen meiner Feststoffschiffweste packe oder an die 11 Haken meiner Feststoffweste hänge:

Nico-Signal = 220 Gramm (hängend)
UKW-Handsprechfunkgerät = 290 Gramm
Seenotbake = 140 Gramm
Handy = 130 Gramm
Rettungsdecke = 60 Gramm (im Rückenfach)
Feuerzeug = 15 Gramm (im Rückenfach)
wasserdichter Behälter mit Pflaster & Geld = 55 Gramm
Lippenstift = 20 Gramm (hängend)
Schokoladendose = 140 Gramm (im Rückenfach)
Fotoapparat = 230 Gramm
----------------------------------------------------------------------
Gesamtgewicht: 1,3 Kilogramm
=======================================

Meine Feststoffschwimmweste Modell „Kaikoura Tour“ (Hersteller: PALM) hat bei Größe L insgesamt 70 N Auftrieb (entspricht 7 kg). Sie selber wiegt 1,4 kg. Inklusive der 1,3 kg für meine oben aufgezählten Ausrüstung komme ich auf 2,7 kg Abtrieb, so dass diese Schwimmweste noch einen Netto-Auftrieb von 43 N (= 4,3 kg) bieten kann.

Bis zum letzten Jahr trug ich noch eine Rettungsweste von SECUMAR (Gewicht: ca. 1,0 kg). Dazu kamen die folgenden Ausrüstungsteile, die entweder in oder an der Rettungsweste verstaut waren bzw. mangels Unterbringungsmöglichkeit am Körper hingen:

Nico-Signal = 220 Gramm (hängend)
UKW-Handsprechfunkgerät = 290 Gramm
Handy = 130 Gramm (am Körper getragen)
Lippenstift = 20 Gramm (hängend)
Fotoapparat = 230 Gramm (am Körper getragen)
-------------------------------------------------------------
Gesamtgewicht: 0,890 Kilogramm
==================================

D.h. beim Tragen der Rettungsweste plus obiger Ausrüstungsteile komme ich auf ein Gewicht von 1,890 kg (=> Abtrieb). Im Vergleich zu meiner Feststoffschwimmweste von PALM (Netto-Auftrieb = 4,3 kg) bietet mir also meine Rettungsweste von SECUMAR einen Auftrieb, der rein rechnerisch 6,190 kg niedriger liegt. Das ist ein Manko der Rettungswesten, das erst dann ausgeglichen wird, wenn die Reißleine zum Auslösen der CO2-Patrone gezogen und die mindestens 150 N (= 15 kg) umfassende Schwimmblase aufgeblasen wird. Leider ist das sofort mit einem anderen Manko verbunden, nämlich jenem, dass man mit solch einer aufgeblasenen 150-N-Rettungsweste recht hilflos – dafür aber praktisch „ohnmachtssicher“ im Wasser treibt. Weder wird man in der Lage sein, nach einer Kenterung (mit Ausstieg) schnell genug hinter seinem vom Wind oder Seegang abgetriebenen Seekajak her zu schwimmen, noch wird einem problemlos der Wiedereinstieg z.B. per Parallel- bzw. V-Methode oder der „Cowboy“-Wiedereinstieg gelingen.

Last not least bleibt die Frage, ob es wirklich nötig ist, sich mit solcher Ausrüstung abzuschleppen? Wer immer nur entlang des Sandstrandes oder Deiches paddelt und das auch nur bei schwachen Winden, u.U. sogar immer nur mit Kameradinnen und Kameraden auf die er sich verlassen kann bzw. gar unter der Obhut eines Fahrtenleiters, der denkt darüber sicherlich anders nach, als ein Fahrtenleiter, der mit einer Gruppe ihm nur flüchtig bekannter Küstenkanuwanderinnen und –wanderer unterwegs ist und Kilometer weit hinaus aufs offene Meer bei 4-5 Bft. Wind in Böen 5-6 Bft. paddelt.

Wenn Ihr mal wieder einen trefft, der so amüsant über die "Ausrüstungsfetischisten" unter uns Küstenkanuwanderern polemisiert, wie es Wolfgang, der zugleich Küstenreferent des LKV Bremen ist, hier in diesem Thread tut:

+++ Originalton Wolfgang ++++++++++++++++++++++

Tja...mal so meine Gedanken:
wer Udo mal so unvermittelt auf dem Wasser antrifft, hat ja manchmal das Gefühl, ein elektronischer Weihnachtsbaum kommt da einem entgegen. Überall behängt, nur nicht mit Lametta, Christbaumkugeln, Kerzen, Lebkuchen; aber mit Leuchtraketen, Nebeltöpfen, Trillerpfeire, Mobiltelefon, UKW-Funke, GPS, PLB, Wetterstation, Rettungsdecke, Schleppleine, Wurfsack(?), erste Hilfe Pack, Geldbeutel, Dokumententasche, Fahrzeugschlüssel, Kamera, Fernglas, ... und dann für alles Taschen an der Weste?

+++++++++++++++++++++++++++

dann fragt ihn doch einfach mal, ob er eigenverantwortlich für Fremde auch Fahrten bzw. Kurse hinaus aufs Meer - z.B. über das DKV-Sportprogramm bzw. -Bildungsprogramm - anbietet.

Gruß aus Hamburg:
__________________
Udo Beier

Geändert von Udo Beier (21.08.2012 um 16:14 Uhr)
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  #6  
Alt 11.12.2013, 14:53
Udo Beier Udo Beier ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.399
Frage Schwimmwesten

Ahoi!

„Schwimmweste oder Rettungsweste? Was ist das Problem?

Ein Kanute:
  • der zusammen mit einer Gruppe
  • entlang der Küste paddelt
  • und der nach einer Kenterung sicher schwimmen kann
  • und die nötigen Rettungsmethoden (X-Lenz-Methode; P- und V-Wiedereinstiegs-Methode) beherrscht,
der braucht keine Ohnmachtssicherheit versprechende Rettungsweste, sondern der benötigt eine das Schwimmen im Wasser unterstützende Hilfe (=> Schwimmhilfe = Feststoffschwimmweste), die ihm die Anwendung der Rettungsmethoden erleichtert. Ausgenommen hiervon sind Touren bei Kälteschock auslösenden Wassertemperaturen (unter 13-15° C Wassertemperatur), wobei dann jedoch mit Rettungswesten inkl. Auslöseautomatik gepaddelt werden müsste; da im Falle eines Kälteschocks (=> Atemnot, Hecheln, Gleichgewichtsstörung) der Kanute nicht mehr in der Lage wäre, den Auslösemechanismus seiner aufblasbaren Weste selber zu ziehen!

Wenn wir uns für eine Schwimmweste entscheiden, sollte darauf geachtet werden, dass die Weste:
  • so fest sitzt, dass sie beim Schwimmen nicht verrutschen kann (hier: genügend Einstellmöglichkeiten);
  • nicht beim Paddeln stören (hier: beim Sitzen im Kajak sollte sie nicht so auf der Spritzdecke aufliegen, dass sie sonst hoch gedrückt wird);
  • nicht beim Wiedereinstieg nach einer Kenterung stört (hier: sie sollte im Brustbereich nicht so dick sein, dass sie uns bei Anwendung der Parallel-Wiedereisntiegs-Methode) behindert);
  • über so viele Taschen verfügt, dass wir die für uns (überlebens-)wichtigen Sachen dort griffbereit verstauen können (z.B. Notverpflegung, Rettungsdecke, Seenotsignalmittel, UKW-Sprechfunkgeräte, Kamera);
  • schnell und bequem angezogen sowie mit wenigen Griffen auch etwas lockerer getragen werden kann, um so einen Wärmestau auf dem Wasser oder an Land zu verhindern (hier: beides kann durch einen Frontreißverschluss erreicht werden)
  • und „unübersehbar“ sein (hier: Signalfarbe, Reflexstreifen).
Welche Schwimmweste für uns infrage kommt, das müssen wir nach Abwägung der obigen 6 Punkte u.a. schon selber entscheiden. Eine Übersicht, welche Schwimmwesten so auf dem Markt angeboten werden, bringt im KAJAK-MAGAZIN, Nr. 1/14, S.70-74, Jörg Knorr in dem Beitrag:
Kaufberatung: Feststoff-Schwimmwesten
für den Seekajak- und Touring-Einsatz
Insgesamt werden 7 Westen vorgestellt:
  • Artistic Orco EXP
  • Palm Kaikoura
  • Astral Seawolf
  • Hiko Sport Stamina
  • Stohlquist Trekker
  • Aqua Design Ocean
  • Nookie Explorer II
Gruß aus Hamburg:
__________________
Udo Beier
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  #7  
Alt 11.12.2013, 19:47
rainer207 rainer207 ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 15.01.2007
Ort: Meißen an der Elbe
Beiträge: 200
Standard Polemik

An der reflexartigen Häme auf Udos Beiträge ändert sich seit Jahren nichts, wohl ein nicht nachreifendes Schulhofecken-Syndrom.
Ich könnte darauf eher verzichten als auf die fachlich und persönlich fundierten Hinweise von U.B.
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  #8  
Alt 21.12.2013, 20:35
JoFi JoFi ist offline
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 24.09.2013
Beiträge: 2
Standard Tipps immer sehr durchdacht!

Auch in diesem Fall sind die Tipps von Udo sehr durchdacht! Ich verwende seit vielen Jahren eine britische Militär Feststoffschwimmweste, die auch über viele Taschen verfügt, in denen ich zwar weniger Elektronik u.a aber ein Messer mit mir führe. Positiv sollte man erwähnen, dass diese Schwimmweste gut wärmt, gut schützt ( z.B. bei Bootsschleppereien) und (last not least) ein bequemes Kopfkissen bei Uferpausen abgibt ( u.a. daher weniger empfindliche Elektronik in meinen Taschen). Da die alte bald ihren Geist aufgibt (wie lange halten eigentlich die Füllungen?), gucke ich mir die von Udo aufgeführten Alternativen gerne mal an.
Unbekannterweise darf ich mich bei Udo für all die fundierten und ausgewogenen Tipps in diesem Jahr bedanken!
Joachim
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  #9  
Alt 08.10.2018, 16:36
LihofDirk LihofDirk ist offline
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 27.09.2018
Ort: In der Pfalz am Rhein
Beiträge: 2
Standard

Zitat:
Zitat von Udo Beier Beitrag anzeigen
...[*]„Kaikoura Tour“ (Hersteller: Palm) (Auftrieb: 60 N (bis Gr. S) bzw. 70 N (ab Gr. M) (Gewicht: ca. 1,4 kg).[/LIST]Insgesamt verfügt sie für je 3 Taschen links und rechts auf der Vorderseite und je eine große Tasche auf der Rückseite (außen & innen).
...
Das 2018 Modell hat auf der Rückseite nur (noch?) die Aussentasche

Zitat:
Zitat von Udo Beier Beitrag anzeigen
...

Meine Feststoffschwimmweste Modell „Kaikoura Tour“ (Hersteller: PALM) hat bei Größe L insgesamt 70 N Auftrieb (entspricht 7 kg). Sie selber wiegt 1,4 kg. Inklusive der 1,3 kg für meine oben aufgezählten Ausrüstung komme ich auf 2,7 kg Abtrieb, so dass diese Schwimmweste noch einen Netto-Auftrieb von 43 N (= 4,3 kg) bieten kann. ...
Der Auftrieb berücksichtigt immer das Eigengewicht, sonst wäre die Angabe "Wasserverdrängung"

Die Prüfvorschrift von Palm für den Auftrieb sieht vor, die Schwimmweste mit einem Gewicht belastet vollständig einzutauchen (ohne dass das Gewicht auf Grund aufliegt) und dann den Auftrieb mit einer Federwaage zu messen, als Differenz aus der Untergetauchten Gewichtskraft und dem Belastungsgewicht.
Korrekt wäre auch noch die Wasserverdrängung des Gewichtes zu berücksichtigen (Volumen bei einer Hantelscheibe ergibt sich aus Gewicht und Dichte vom Stahl, oder man misst das Volumen durch überlaufen lassen eines randvoll gefüllten Gefässes)
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