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  #1  
Alt 27.03.2017, 14:26
Udo Beier Udo Beier ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.306
Daumen hoch Freya Hoffmeister ist wieder unterwegs (Etappe 1-Nord)

Ahoi!

Seit dem 25. März 2017 ist Freya Hoffmeister (52) wieder mit ihrem 560 cm langen und 58 cm breiten Seekajak vom Typ „Freya 18“ (POINT 65° N) unterwegs:

www.freyahoffmeister.com > Expeditionen > Nord-Amerika > Map bzw. Tabelle
https://www.facebook.com/freya.hoffmeister (Tagebucheintragungen)

Ihr dritter Kontinent

Nach Australien (ca. 13.700 km in 1 Jahr) und Süd-Amerika (ca. 27.000 km in knapp 5 Jahren) hat sie nunmehr vor, Nord-Amerika (ca. 54.000 km in 8-10 Jahren) zu umrunden. Da die „Arktik“-Route nicht immer – wenn überhaupt – eisfrei ist, hat sie noch eine „Subtropik“-Route in der Planung. Immer dann, wenn die Nord-Route nicht paddelbar ist, wird sie wenigstens auf der Süd-Route Kilometer machen. Das Ziel beider Routen wird New York sein und gestartet werden beide Routen von Seattle (USA) aus.

Freya wird jedoch nicht ständig auf Tour sein; denn wie schon bei ihren beiden anderen Kontinentalumrundungen wird sie sich auch dieses Mal alle 3 bis 5 Monate eine Auszeit vom Paddeln gönnen und nach Deutschland zurückkehren, um sich psychisch, physisch, sozial und finanziell zu regenerieren.

Gestartet ist Freya am vergangen Samstag von Seattle (USA) aus in Richtung Kanada und weiter Richtung Alaska.

Der erste Tag lief planmäßig ab: In 10:10 Std. legte sie 46,2 km zurück.

Am zweiten Tag hatte sie mit dem Wind (25 kn = 6 Bft.) (=> knapp 4 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit) und den Temperaturen (=> kalte Hände & Füße) zu kämpfen, sodass sie nach 8:00 Std. und 31,5 km/Tag schon um 14.25 Uhr auf Protection Island (Mündungsgebiet Puget Sound) an Land ging, um für diesen Tag Schluss zu machen.

An ihrem dritten Tag plante sie – sofern Wind und Tide es zulassen – bis Port Angeles (ca. 45 km) zu kommen, um dann von dort aus den ca. 20 km breiten Sprung über die Juan-de-Fuca-Street nach Vancouver Island zu wagen:

https://www.google.com/maps/@49.9480.../data=!3m1!1e3

Spätestens danach muss sich Freya entscheiden, ob sie entlang des ca. 500 km langen Küstenstreifens auf der Westseite, der rauen Pazifik-Seite, von Vancouver Island paddeln will oder die „Chicken“-Route wählt, die entlang der etwas geschützteren, aber tidenabhängigeren Ostseite führt. Rein von den Kilometern her, ist der Unterschied nicht so groß, wohl aber von den Gewässerschwierigkeiten. Auf der Pazifikseite rollt meist Dünung heran, die sich vor der Insel zu mächtigen Grundseen aufbauen und einem das Anlanden sehr erschweren können. Auf der Ostseite wird sie demgegenüber überwiegend mit Stromkabbelungen (Tide Races) und Kap- bzw. Tunneleffekten zu kämpfen haben, bei denen sie Spitzengeschwindigkeiten erreichen kann, wenn sie mit der Tide und mit dem Wind paddelt, oder einfach nicht vorankommt, wenn es gegenan strömt & windet.

Küstenkanuwandern ist eine situative Sportart

D.h. der Verlauf einer Küstentour wird wesentlich vom Wetter und den Gezeiten bestimmt. Bei der Tourenplanung müssen wir uns immer bewusst sein, dass wir am Ende eines Tourentages woanders anlanden könnten, als zu Beginn geplant wurde. Das musste bzw. durfte auch Freya schon an ihrem dritten Fahrtentag erfahren; denn statt die ca. 45 km nach Port Angeles (USA) zu paddeln, um dann einen Tag später die ca. 20 km weite Querung hinüber nach Vancouver Island (CDN) zu wagen, hat sie aufgrund der ruhigen Wetterlage (=> Flaute) und der flotten Tide (=> bis zu 10 km/h Fahrt über Grund) unterwegs schon nach wenigen Kilometern ihren geplanten Kurs geändert und ist Non-Stopp und "direttissima" über die Juan-de-Fuca-Street hinüber nach Vancouver Island mit dem Zielpunkt Victoria Habour gepaddelt.

https://www.google.com/maps/@48.3115.../data=!3m1!1e3

Ja, an diesem 3. Tage tat Freya das, wofür sie bekannt ist. Um 7.20 Uhr in der Frühe verließ sie Protection Island und um 18.45 Uhr landete sie in Victoria an. Für die 56,9 km hat sie 11:25 Std. gebraucht. Im Schnitt paddelte sie an diesem Tag 5 km/h, was mit einem Seekajak, welches samt Ausrüstung an die 100 kg wiegt, recht beachtlich ist.

Gruß aus Hamburg:
__________________
Udo Beier

Geändert von Udo Beier (11.04.2017 um 13:48 Uhr) Grund: Aktualisierung 3. Tag
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  #2  
Alt 11.04.2017, 13:45
Udo Beier Udo Beier ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.306
Frage Freya Hoffmeister: „Menscheln“ erlaubt! (Tag #13)

Ahoi!

„Freya goes North“! Seit 17 Tagen ist nun Freya Hoffmeister unterwegs. 12 Tage davon ist sie gepaddelt; denn Wind & Welle zwingen sie doch ab und an, einen Tag abzuwettern. Außerdem muss sie auch mal einfach „verschnaufen“ bzw. sich um ihre Versorgung kümmern.

438 km legte Freya bislang zurück. Die Hälfte von Vancouverisland hat sie schon hinter sich. Wie wir es von ihr gewohnt sind, kommt sie auch voran:

Foto: Unterwegs im Seegang
https://www.facebook.com/cackletv/ph...type=3&theater

Dennoch gab es einen Tag, zufällig der 13. Fahrtentag, an dem Freya „menschelte“!? Zumindest konnte sie sich nicht dazu durchringen, an Land zu bleiben. Aber sich „durchbeißen“ nach dem Motto „Augen zu und durch!“ und einfach Strecke zu paddeln, ja das konnte sie auch nicht. Nun, das Wetter war an diesem Tag einfach grenzwertig: Zu gut, um einen Ruhetag einzulegen, und zu schlecht, um Kilometer zu machen!

Kartenskizze: Ucluelet – Tofion (Vancouverisland (Pazifikküste))
https://fusiontables.googleuserconte...mplt=4&hml=KML

Die folgenden Momente auf der geplanten 40-km-Tagespassage von Ucluelet nach Tofino (CDN) mögen ein Beispiel dafür hergeben, dass auch eine ausgebuffte „Long-Distance-Kayakerin“ an dem zweifeln kann, was sie gerade tut.
  • Am Tag zuvor war der Wetterbericht noch okay, aber die Realität präsentierte Dauerregen und Wind. Am liebsten wäre Freya in dem Haus von alten Bekannten geblieben, wo sie für ein paar Tage einen Zwischenstopp einlegen durfte. Aber ihr Ziel, in 8-10 Jahren Nordamerika zu umrunden, rief!
  • Also machte sie ihr Seekajak startklar … und zieht sich dann wieder in ihre Unterkunft zurück, da die Nachmittagsprognose weniger Wind versprach!
  • Als die Sonne sich schließlich blicken ließ, nahm sie das als Startsignal wahr!
  • Auch wenn es nur ein „Spritztour“ werden sollte; denn sie wollte noch ein, zwei Nächte „Standquartier“ machen, fuhr sie ihr Seekajak nicht leer; denn sicher ist sicher, bei der zu erwartenden rauen See, ist es durchaus ratsam, mit etwas Gepäck das Seekajak zu stabilisieren!
  • Draußen herrschte echtes „Kabbelwasser“! Gut das der kanadische Kayaker davon Abstand genommen hatte, bei diesen Bedingungen sie für einen Tag zu begleiten!
  • Freya kam an einer Glocken-Tonne vorbei, die sich im 3-4 m hohen Seegang mit lautem Getöse hin und her neigte, als ob sie ihr andeuten wollte, dass sie bei diesen Seegangsverhältnissen hier draußen nichts zu suchen hat!
  • Alles nahm wieder zu: der Wind, die Windsee, die Dünung und auch der Regen. Freya fühlte sich fit weiterzupaddeln, sah aber ein, dass das nicht die besten Paddelbedingungen waren!
  • Dann kam sie an einer roten Nebelwarntonne vorbei, die genau dann anfing zu „heulen“, als Freya sie passierte. Das war sicherlich kein gutes Omen!?
  • Mit der Strömung paddelnd, machte Freya Tempo, aber ihre Zweifel, ob es Sinn macht, bei diesen Gewässerbedingungen hier Strecke zu paddeln, mehrten sich!
  • Als sie an einer geschützten Bucht vorbei kam, sagte ihre innere Stimme, dass es besser ist, dort anzulanden und die angekündigte Wetterbesserung abzuwarten!
  • So weit, so schlecht; denn bei Lufttemperaturen zwischen 6-8° C, bei frischen bis stürmischen Wind und Regen erlebte sie gefühlte Temperaturen, die nahe am Gefrierpunkt lagen und zumindest ihre Hände und Füßen frieren ließen!
  • Nach einer Stunde klarte das Wetter auf und Freya starte erneut … ohne beim Landgang sich zu verpflegen!
  • In der Zwischenzeit war es Nachmittag geworden … und ihr angepeiltes Ziel Tofino lag noch 36 km entfernt und ihr Magen knurrte!
  • Als dann noch mächtige Grundseen sich vor ihr aufbauten und ihr den Weg versperrten, gab sie endgültig auf. Nein, das war kein Tag zum Paddeln!
  • Insgesamt hatte Freya an diesem Tag knapp 11 km zurückgelegt.
Ja, früher, da wäre Freya sicherlich einfach weitergepaddelt … aber jetzt … wird sie langsam alt? (fragt sie sich selber!) Sicherlich nicht; denn in der Zwischenzeit hat sie wieder ihr „Tagessoll“ von 40 km zweimal hintereinander erreicht.

Link: www.freyahoffmeister.com > Posts > Day #13

Gruß aus Hamburg:
__________________
Udo Beier

Geändert von Udo Beier (11.04.2017 um 14:03 Uhr)
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  #3  
Alt 09.05.2017, 10:05
Udo Beier Udo Beier ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.306
Pfeil Freya unterwegs, um sich „unsere“ Träume zu erfüllen! (Tag #45)

Ahoi!

Was macht eigentlich Freya Hoffmeister? Nun, am 25.3.17 ist sie ja in Seattle (USA) zu ihrer Nordamerikaumrundung aufgebrochen. Die ersten 1.000 km hat sie schon hinter sich und die ersten 50 Fahrtentage fast auch! Z.Zt. ist sie seit 45 Tagen unterwegs und hat dabei in 33 Paddeltagen 1.232 km zurückgelegt (Stand: 8.5.17):

Fotos:
https://photos.google.com/share/AF1Q...pocG1VNzRLSlVB
https://photos.google.com/share/AF1Q...pocG1VNzRLSlVB
https://photos.google.com/share/AF1Q...pocG1VNzRLSlVB

WFA-Bedingungen nach 14 Paddeltagen erfüllt!?

Die Bedingungen für das Wanderfahrerabzeichen 2017 hat sie somit bereits erfüllt, genau genommen schon an ihrem 19. Fahrtentag; denn innerhalb von 14 Paddeltagen hat sie 503 km zurückgelegt. Es fehlt ihr jetzt nur noch die „Gemeinschaftsfahrt“ … oder erkennt der DKV Freyas Tour als „internationale Gemeinschaftsfahrt“ an; denn dieses Mal steht bei dieser Umrundung – ganz im Gegensatz zur ihrer Australienrundtour – nicht im Vordergrund, möglichst schnell einen Kontinent „abzuhaken“! Vielmehr soll diese Kontinentaltour auch der „Völkerverständigung“ dienen. Ruft doch Freya, unsere „Botschafterin des Kanusports“, in ihrer Homepage www.freyahoffmeister.com seetüchtige Kanuten dazu auf, sie auf ein oder mehreren Etappen zu begleiten. Die bekannte britische Seakayakerin Justine Curgenven, die z.Zt. auf Vancouver Island lebt, hatte dieses Angebot auch schon angenommen und Freya 10 Tage entlang der Pazifikküste von Vancouver Island Gesellschaft geleistet.

Ja, Freya kommt voran! Sie ist nicht aufzuhalten! Meist geht sie früh morgens schon vor 7 Uhr „zur Arbeit“, d.h. aufs Wasser und paddelt je nach Wetterlage um die 8 Stunden. In der Regel schafft sie täglich an die 35 km, ab und an überschreitet sie aber auch die 50 km-Tagesmarke … wofür sie dann jedoch etwas länger braucht, nämlich an die 11 Stunden; denn bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp 5 km/h dauert halt alles etwas länger. In Anbetracht dessen, dass Freya ca. 75 kg Gepäck (inkl. Verpflegung und Trinkwasser) mit sich führt und dass bei der Berechnung ihrer Durchschnittsgeschwindigkeit auch die täglichen Pausenzeiten mit einbezogen werden, ist das gar nicht so langsam, wie manch stromabwärts paddelnder Rallye-Fahrer denken mag.

Und wie kommt Freya voran?

Natürlich, Wind und Welle, richtiger: starker bis stürmischer Wind und von der einlaufenden Dünung erzeugte Grundsee bereiten ihr immer wieder Probleme. Die Routenplanung, d.h. soll sie auf- oder ablandig entlang der vor ihr liegenden Inseln paddeln, und die Pausen- & „Biwak“-Planung, d.h. wo gibt es „brandungsfreie“ Anlandemöglichkeiten, wird wesentlich davon bestimmt, Grundseen möglichst zu umfahren bzw. ganz zu meiden.

Grundsee zu umfahren ist übrigens gar nicht so schwer, wenn beim Paddeln stets vor einem der Horizont nach „Brechern“ Ausschau gehalten wird. Tauchen dort vor einem immer größer werdende Wogen auf, die aufsteilen und schließlich brechen, muss man sich diese Stellen merken und möglichst seeseitig umfahren. Je erfahrener man ist, desto aufmerksamer ist man und desto erfolgreicher gelingt es einem, diesen meterhohen Grundseen auszuweichen. Wenn man jedoch wie Freya tagelang, wochenlang, monatelang unterwegs ist, kann man nicht stets auf das Glück setzen, solche „White Spots“ immer umfahren zu können. Irgendwann hat man auch mal Pech. So auch Freya und ihre Mitpaddlerin Justine. Freya wurde von solch einem plötzlich vor ihr aus dem Nichts aufbauenden Brecher gestreift. Eine Kenterung konnte sie durch eine kräftige hohe Stütze gerade noch so verhindern. Justine dagegen wurde von dem Brecher voll erwischt, kenterte … und rollte wieder hoch. Zum Glück wurde sie von dem Brecher nicht mit in die Brandungszone transportiert, sodass sie die Chance nutze, möglichst schnell aus dem kritischen Bereich wieder heraus Richtung Seeseite zu paddeln.

Und sonst?

Ihr schwedischen Long-Distance-Kayak-Modell von POINT 65°N vom Typ „Freya“ (560x58 cm, ca. 400 Liter Volumen) hatte Freya bei ihrer Umrundung von Südamerika gute Dienste geleistet. Obwohl die Gewässerbedingungen sehr ähnlich sind (=> brandungsumtoste Felsküste), hat sie jetzt mit ihrem extra verstärkten Modell gleich von Anfang an Probleme. Mal leckte es hier, mal dort, schließlich überall. Nachdem sie erst einen Monat unterwegs war, fand sie schließlich einen hilfsbereiten Bewohner von Vancouver Island, der sich bereit erklärte, über das Unterschiff eine neue Mattenschicht zu laminieren. Ja, da hat sie nochmals Glück gehabt, wie damals als sie vor der brasilianischen Küste beim Surf über ein Riff ihr Seekajak „schrottete“, und zwar quasi vor der Haustür eines GFK-Bootsbauers!

„Unsere“ Träume?

Natürlich träumt kein deutscher Kanute davon, Nordamerika zu umrunden! Was jedoch nicht heißt, dass der eine oder andere von uns nicht davon träumt:
  • mal die Küste von Vancouver Island (V.I.) entlang zu paddeln, um z.B. den Orcas beim Luftholen zu beobachten (die ca. 700 km lange Pazifikküste von V.I. hat Freya in 26 Tagen zurückgelegt, d.h. sie hat sich bewusst gegen die Befahrung der weniger kritischen Ostseite von V.I.; der Georgia-Strait und Johnstone-Strait, entschieden),
  • die ca. 550 km lange „Inside Passage“ (CDN) (erster Abschnitt) von Port Hardy (Vancouver Island) bis hoch nach Prince Rupert (British Columbia) zu bezwingen (ca. 450 km davon hat Freya schon zurückgelegt, wobei zu betonen ist, dass sie auch hier wieder darauf verzichtet hat, entlang der geschützteren „Innenpassage“ zu paddeln.
  • den verbliebenen ca. 500 km langen zweiten Abschnitt der „Inside Passage“ von Alaska (von Ketchikan bis nach Juneau) zu befahren (wobei noch nicht bekannt ist, welche Route hier Freya plant zu paddeln).
=> https://www.google.com/maps/place/Ba...4d-130.1498672

Aber wer Zeit, Geld & Lust dazu hat, selbst mal die eine oder andere dieser Teiletappen zu paddeln, sollte jedoch nicht so früh im Jahr starten; denn derzeit ist es dort nicht so warm wie bei uns – im auch nicht gerade so warmen – Deutschland:

=> https://www.windy.com/53.357/-130.24...34,8,m:e74acx4

Zumindest Freya, die mit ihren beiden vorherigen Kontinentalumrundungen demonstriert hat, dass sie „wärmeresistent“ ist, muss noch beweisen, dass sie auch „kälteresistent“ ist; denn zur Zeit klagt sie immer mal wieder über kalte Füße & Hände. „Mensch Freya, was machst Du denn erst, wenn Du jenseits des Polarkreises paddeln wirst?“

Link: http://freyahoffmeister.com/posts/
Position am 8.5.17: Trage die folgenden Koordinaten bei GOOGLE EARTH ein.
53.3531 -130.1705

Gruß aus Hamburg:
__________________
Udo Beier

Geändert von Udo Beier (10.05.2017 um 10:17 Uhr)
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  #4  
Alt 27.05.2017, 10:10
Udo Beier Udo Beier ist offline
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Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.306
Pfeil Freya: Abenteuer pur (Tag #62+63)

Ahoi!

Freya Hoffmeister paddelt ihre Route! Vancouver Island hat sie abgehakt und die kanadische „Inside Passage“ auch. Seit dem Fahrtentag #53 kämpfte sie sich entlang der „Inside Passage“ von Alaska. Ihr nächstes größeres Ziel ist die Überwindung der Passage zwischen Prince Rupert (CDN) und dem ca. 500 km entfernt liegenden Sitka (Alaska).

Foto (in Action):
https://photos.google.com/share/AF1Q...pocG1VNzRLSlVB

Unterwegs mit einem „Ami“

Am 16.5.17 verließ sie Prince Rupert. Seitdem hat sie ca. 320 km zurückgelegt (Stand: 25.5.17). Z.Zt. paddelt sie mal wieder nicht solo! Sie wird bis Sitka von dem – ihr unbekannten („Blind Date!“) - Amerikaner Mike Dziobak (61) begleitet, der dafür extra per Auto 4 Tage lang aus Michigan (USA) anreiste. Ein Experiment, welches nicht ohne Risiko ist. Dennoch, die 10 Tage mit Justine Curgenven waren ein voller Erfolg und die mit Mike scheinen auch nahezu reibungslos zu vergehen. Freya packt wohl vor dem Start etwas schneller, dafür ist Mike mit seinem US-amerikanischen QCC-KAYAK „Q700X“ (549x53 cm) unterwegs kaum zu bremsen. Freya verfügt bei der Querung von Brecherzonen mehr Erfahrung, aber Mike erkennt das an und folgt ihr dann, wenn es kritisch wird, nahezu „blind“. Freya liebt den Kontakt zum nahen Wasser und zeltet möglichst dicht hinterem Spülsaum und Mike, nun der verzieht sich lieber im bewaldeten Hinterland, weil das mehr Windschutz und Schutz vor fliegender Gischt bietet. Dafür – und damit sind wir wieder beim ersten Punkt - braucht er etwas länger, um am nächsten Morgen sein ganzes „Gerödel“ wieder zurück zum Seekajak zu bringen. Nur eines muss noch Mike begreifen, bei einer Annäherung aus dem Hinterland Freya rechtzeitig zuzurufen: „Hey Freya, I am not a bear!“!

Foto (Zeltstillleben):
https://www.facebook.com/photo.php?f...type=3&theater

Hochwasserprobleme

Bislang verläuft alles reibungslos … fast. Am Fahrtentag #62 verschätzten sie sich an der Ostseite von Dall Island damit, wie hoch in der Nacht die Tide auflaufen wird. Eigentlich dürfte es kein Problem sein, den Hochwasserstand abzuschätzen; denn wir können am Spülsaum erkennen, wie hoch das letzte Hochwasser auflief und daraus ableiten, wie hoch das nächste Hochwasser etwa auflaufen könnte. Nur, dass ist die Theorie! In der Praxis gibt es jedoch stets mehrere Spülsäume, nämlich die von der Nipp-Tide, der Mitt-Tide, der niedrigen Spring-Tide, der höheren Spring-Tide (=> HAT = Highest Astronomical Tide / Höchster Gezeitenwasserstand (HGzW) und die von der Sturmflut. Das Vertrackte dabei ist nur, dass trockenliegende Anlandestelle manchmal trügerisch trocken liegen, d.h. so flach liegen, dass sie nicht immer den für die Zeltaufbauentscheidung relevanten Spülsaumen zeigen, da er u.U. im nahen Urwald liegt!

Der Ängstliche verzieht sich dann mit seinem Zelt im Urwald, der fast undurchdringlich bis an die Hochwasserlinie reicht, und der Mutige sucht sich den aktuellsten Spülsaum aus und baut – sofern Platz vorhanden ist – kurz dahinter sein Zelt auf. Der letzteren muss sich jedoch bewusst sein, dass manchmal das nächste Hochwasser u.U. höher auflaufen kann; d.h. das „Nachthochwasser“ kann höher sein als das „Taghochwasser“. Der Grund dafür liegt an den Gezeitenkräften; denn es gibt ja i.d.R. innerhalb von 24 Std. stets zwei Hochwasser, wobei – so eine Interpretation der Gezeitentheorie - das eine Hochwasser im Wesentlichen von der Anziehungskraft des Mondes erzeugt wird und das andere Hochwasser von den Fliehkräften. Welche Kraft nun ein höheres Hochwasser verursacht, können wir den Gezeitentafeln entnehmen oder z.B. der „Gezeiten“-App. Diese zeigt für die Region, wo sich Freya & Mike gerade am 24.5.17 aufhielten, auf, dass nicht nur eine Spring-Tide zu erwarten war, sondern auch dass das Hochwasser um 12.44 Uhr 3,60 m hoch auflief und das nächste Hochwasser in der Nacht um 00.30 Uhr 4,40 m hoch anstieg, also 90 cm höher. Ja, und diese 90 cm führten dazu, dass Freya & Mike eine unruhige Nacht erlebten. Es begann damit, dass kurz nach Mitternacht das Wasser immer lauter plätscherte und endete damit, dass zumindest Freya für eine knappe Stunde lang, den Teil ihres Zeltbodens, der etwas tiefer lag, anhob, damit er nur unter- aber nicht überspült wurde.

Vorsicht Stromkabbelung!

Ja, wer sich nach Alaska begibt, der kann immer was erleben. Am Fahrtentag #62 war es das extra hohe Nacht-Hochwasser und ….. am nächsten Fahrtentag, dem Tag #63, mußten nördlich von Dall Island die Tlevak Narrows, eine Meeresenge, gequert werden, in dem während der Hochphase der Tide eine Gezeitenströmungsschnelle (Tidal Race) sich ausbildet, die bis zu 15 km/h, bei Springtide sogar noch stärker strömen kann:

https://tidesandcurrents.noaa.gov/cu...1/tab2pc3.html (> Tlevak Strait)

Diese Stromkabbelung galt es möglich in der Niedrigwasserphase zu meistern, was jedoch voraussetzte, dass schon kurz nach 5 Uhr früh am Morgen gestartet und folglich schon um kurz vor 4 Uhr aufgestanden und gepackt werden musste (Sonnenaufgang ca. 4.30 Uhr). Da Freyas Begleiter, Mike, zu langsam packte, paddelte sie schon mal voraus, wohl wissend, dass er sie noch vor der Enge einholen würde. Um es vorweg zu nehmen, noch während der Stauwasserphase konnten beide diese Enge durchfahren.

Quelle: http://freyahoffmeister.com/posts/ > Day #62 und #63
Karte vom Routenverlauf: www.freyahoffmeister.com > North America > Maps

Gruß aus Hamburg:
__________________
Udo Beier
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  #5  
Alt 14.06.2017, 11:48
Udo Beier Udo Beier ist offline
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Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.306
Daumen hoch Freya Hoffmeister: Gibt’s was Neues? (Tag #81)

Ahoi!

Nun ist Freya schon 81 Tage unterwegs, um Nordamerika zu umrunden. Ca. 2.300 km davon hat sie nun schon hinter sich gebracht. Da passiert jeden Tag etwas Berichtenswertes. Wer nichts versäumen will, muss selber Freyas Blog-Einträge lesen:

http://freyahoffmeister.com/posts/

und auf ihrer Karte die von ihr gewählte Route samt Übernachtungsplätzen aufrufen:

www.freyahoffmeister.com >Expeditions >North-Amerika 2017 ff. >Trip Map

Unter dem folgenden Link:

http://freyahoffmeister.com/north-am...6-2017-day-79/

finden wir einen lesenswerten Bericht über eine anspruchsvolle Tour am 79. Fahrtentag in Richtung „Glacier Bay National Park“. Da zeigt Freya, dass sie die Routen- & Tidenplanung, Tidal-Race-Querungen und Surflandings beherrscht!

Gruß aus Hamburg:
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Udo Beier
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  #6  
Alt 22.06.2017, 19:55
rainer207 rainer207 ist offline
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Registriert seit: 15.01.2007
Ort: Meißen an der Elbe
Beiträge: 195
Standard Freya Hoffmeister

..was immer wieder
noch zu sagen wäre: Hauptsache, dem Mädle passiert nix.
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  #7  
Alt 05.07.2017, 19:57
Udo Beier Udo Beier ist offline
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Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.306
Daumen hoch Freya Hoffmeister: 100 Tage unterwegs

Ahoi!

Wo hockt denn Freya Hoffmeister? Wo paddelt sie? Kommt sie immer noch wie geplant voran? Hat sie mit Problemen zu kämpfen? Oder ist sie lösungsorientiert … und findet bei jeder auftauchenden Schwierigkeit gleich eine Lösung bevor aus ihr ein handfestes Problem werden könnte!?

Portrait:
https://www.facebook.com/photo.php?f...type=3&theater

Streckenübersicht:
https://fusiontables.googleuserconte...mplt=4&hml=KML

Nun, am 25.03.17 ist sie ja von Seattle (USA) aus gestartet. Danach hat sie Vancouver Island (CDN) seeseitig abgehakt (ca. 700 km in 26 Tagen) und die kanadische „Inside Passage“ (von Port Hardy bis Prince Rupert) auch (ca. 550 km in 20 Tagen). Als nächstes nahm sie sich die „Inside Passage“ von Alaska mit Ziel Sitka vor (ca. 500 km in 19 Tagen)). Anschließend peilte sie Yakutat (Alaska) an (ca. 500 km in 12 Tagen) und danach Cordova (ca. 430 km in 11 Tagen), wobei anzumerken ist, dass Freya am 2.07.17 genau an ihrem 100 Fahrtentag Cordova erreichte. 69 Paddeltag hatte sie dafür benötigt und dabei insgesamt 2.986 km zurückgelegt. Rein statistisch kommen dabei die folgenden Durchschnittswerte heraus: Freya ist Ø 8.12 h pro Tag gepaddelt, hat dabei Ø 43 km pro Tag zurückgelegt mit Ø 5,3 km/h!

Vorsicht „Dumpers“:
https://www.facebook.com/photo.php?f...type=3&theater

Non-Stop-Paddeln

Natürlich sind das Werte, die mal unter- und mal überschritten werden. Letzteres passierte des Öftern auf der letzten Passage Yakutat – Cordova, die sich dadurch auszeichnete, dass sie fast gar keinen Schutz vor Wind & Welle bot. Die Folge: Die Dünung läuft dort ungestört ein und erzeugt kurz vor dem zum Anlanden ausgesuchten Strandabschnitt ein, zwei hohe Brecher („Dumper“), die nur mit viel Erfahrung und Glück gemeistert werden können, und zwar nicht nur beim Anlanden, sondern auch beim Starten. Beide Manöver haben dabei Schwierigkeiten zu bieten:
  • denn beim Anlanden fehlt meist die Sicht auf den „Landeplatz“, sodass Freya beim Anlanden erst sehr spät merkt, ob vor ihr Felshindernisse liegen bzw. der Strand zu steil ist;
  • und beim Starten – und zwar solo, d.h. keiner schiebt sie mit Schwung durch die Brecher – muss der richtige Moment abgepasst werden, also jener Moment, wo der einlaufende Brecher nicht so wuchtig ist, dass er die startende Freya samt Kajak quer treibt oder rückwärts an den Strand spült.
  • Es ist dabei genau jener Moment, den sie auch beim Anlanden abpassen muss. Nicht nur jede 7. Welle ist besonders hoch (und nicht zum Anlanden geeignet), sondern auch jede 7. Welle ist besonders niedrig. Diese Welle musste Freya beim Anlanden genau abpassen, um dann auf ihrem Rücken an den Strand zu paddeln, und zwar so hoch hinauf, dass sie nicht vom Rücklauf des Brechers wieder zurück ins Tiefe gezogen wird.
Freya hatte vor dieser Passage so viel Respekt, dass sie sich dazu entschloss, nur noch möglichst selten anzulanden. Wie häufig sie das tat, können wir ihrer Tageskilometerleistung entnehmen, die weit über ihrem durchschnittlichen Tagespensum liegt:
  • Fahrtentag # 85 = 105 km in 24:35 Stunden;
  • Fahrtentag # 91 = 89,3 km in 17:55 Stunden;
  • Fahrtentag # 95/96 = 172 km Non-Stop in 31:20 Stunden;
  • Fahrtentag # 100 = 107 km in 19:10 Stunden.
Treibsand:
https://www.facebook.com/photo.php?f...type=3&theater

Gastfreundschaft als Regenerationsquelle

Wie schafft das Freya, 100 Tage Paddeln so durchzuhalten, dass sie, wenn sie es abrufen muss, -zig Stunden durchpaddeln kann? Sicherlich gibt es bei ihr einen „Long-Distance-Sea-Kayaking“-Gen. Und dann ist es von großem Vorteil, wenn es nicht - wie überwiegend bei Ihrer Tour rund Australien bzw. Süd-Amerika – erst morgens um 6 Uhr hell und schon abends um 6 Uhr dunkel wird. Dort oben Alaska wird es im Juni/Juli praktisch nie stockdunkel, vielmehr ist es für 3 Stunden „dämmerig“ und dann wird es wieder hell. Ja, dann fällt einem das „Durchpaddeln“ schon etwas leichter. Ihr Hauptproblem war dabei zu vermeiden, unterwegs auf dem Wasser nicht einzuschlafen, in Untiefen zu geraten und zu kentern.

Solche Höchstleistungen zu bringen, und zwar 100 Tage lang, das schafft natürlich auch Freya nicht. Ihre wichtigste Regenerationsquelle war daher die Einladungen von Einheimischen, bei ihnen für ein paar Tage zu verweilen, d.h. warm zu duschen, auszuschlafen, auszuruhen, Wäsche zu waschen, Verpflegung zu beschaffen, Internetkommunikation zu pflegen …. Diese Einladungen wurden Freya meist von anderen Paddlern vermittelt … und manchmal wurde sie auch einfach von einem Gastgeber zum nächsten Gastgeber weitergereicht. Und wenn sie mal irgendwelche Probleme hatte, fanden sich immer welche in den zentralen Ortschaften, die in der Regel nicht mehr als 1.000 Einwohner haben, einer, der zur Lösung beitragen konnte. So hatte sich doch tatsächlich unterwegs jemand dazu bereiterklärt, ihr mürbe gewordenes Unterwasserschiffs mit einer neuen Diolenmatte zu verstärken.

Blind date

Bei dieser Tour ist es das erste Mal, dass Freya öffentlich dazu aufrief – entsprechende Seetüchtigkeit vorausgesetzt - sie auf einer Passage zu begleiten. Als erstes nahm diese die Britin Justine Curgenven, bekannt als Seakayak-Video-Filmerin, wahr. Sie begleitet Freya knapp 14 Tage entlang der Seeseite von Vancouver Island. Es war ein voller Erfolg. Ab Prince Rupert paddelte der US-Amerikaner Mike Dziobak (61) an ihrer Seite. Leider war er nicht sehr gesellig und – beim Tragen ihres Kajak an Land – wenig hilfsbereit, machte unterwegs unabgesprochen manche Extra-Tour und wenn Freya am Strand zeltete, baut er sein Zelt im Wald auf und umgekehrt. Nach 14 Tagen reichte es Freya und bot Mike die „Scheidung“ an, was er jedoch ablehnte, um dann am folgenden Tag früh um 4 Uhr morgens vor ihrem Zelt zu stehen und mit einem „See you later!“ von dann paddelte. Ja … und 9 Tage später trifft Freya ihn tatsächlich wieder an den „White Sulphur Hot Springs“. Dort stand er in seiner roten Jacke, gerade als Freya vorbei paddeln wollte. Freya ist nicht „menschenscheu“ und auch nicht nachtragend, eher neugierig, was „ihr“ Mike in der Zwischenzeit erlebt hat. Ja, und der „gruppenuntaugliche“ Mike war wie verwandelt. Von da an war er redselig, anhänglich und hilfsbereit. 5 Tage paddelten sie noch zusammen, dann jedoch kehrte Mike um, da er sich die bevorstehende Passage durch die „Dumpers“ nicht zutraute.

Paddelabschnittsgefährte Mike:
https://www.facebook.com/photo.php?f...type=3&theater

Freya hatte wohl Gefallen an diesen sporadischen „Pärchen“-Touren gefunden, zumindest sah sie es als willkommener Abwechslung zu ihren Solo-Touren an. Ihre „Sehnsucht“ nach Geselligkeit selbst war so groß, dass sie es bislang bedauerte, nur vom Seekajak aus Bären beobachten zu können. Eigentlich vermisst sie irgendwie den Bärenkontakt an Land.

Bärenkontakt:
https://www.facebook.com/photo.php?f...type=3&theater

Auf alle Fälle wartete an ihrem 100. Fahrtentag in Cordova das nächste „Raubein“, ein Paddler namens Josh Thomas, der per Fähre angereist kam und nun Freya bis zum ca. 300 km entfernt liegenden Seward begleiten will. Übrigens, der nächste Begleiter steht auch schon fest, der in Fairbanks (Alaska) lebende Israeli Eyal Saiet. Er möchte Freya bis zum Ende ihre ersten Etappe „Round North-America“ begleiten. Als Zeitpunkt hierfür hat Freya Mitte August angesetzt und als Zielorte entweder Homer (ca. 300 km) oder Kodiak auf Kodiak Island.

Was dann?

Ab der zweiten Augusthälfte wird es wieder kälter in Alaska. In Anbetracht dessen, dass Freya jetzt schon - mitten im Sommer von Alaska - unter kalten Füßen und Händen leidet, ist es nur konsequent von ihr, die Umrundung von Nord-Amerika nun im Süden, also auf ihrer „Subtropik“-Route von Seattle (USA) Richtung Panama fortzusetzen. Bevor sie aber das in Angriff nimmt, wird sie sicherlich erstmal für 2-3 Monate nach Hause fliegen, um nicht nur neue Kräfte zu tanken, sondern auch um sich darum zu kümmern, dass über ihren derzeitigen „Nebenjob“, Eigentümerin von zwei Eisdielen in Husum, das Geld reinkommt, das sie für die Finanzierung ihres derzeitigen – wohl defizitären - „Hauptjobs“ dringend benötigt.

Keine Feuerholzprobleme:
https://www.facebook.com/photo.php?f...type=3&theater

Link: www.freyahoffmeister.com > Expeditions > North-America

Gruß aus Hamburg:
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Udo Beier
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  #8  
Alt 13.07.2017, 16:33
Wolfgang Wolfgang ist offline
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Standard x-ray-Hans

Für Kodiak empfehle ich Freya, mit X-Ray-Hans Kontakt aufzunehmen: Hans Tschersich
(http://xrayhans2.tripod.com/ https://www.ehealthscores.com/provid...SCHERSICH.html

Dessen Sohn Philip hat ebenfalls dort oben einiges mit dem Kajak abgepaddelt http://tscheezy.tripod.com/

Wir haben Hans kennen gelernt, als wir die Nordinseln des Kodiak-Archipels umpaddelt haben. Hans kommt aus Hamburg, lebt aber seit Jahrzehnten in Kodiak als Radiologe. Wir haben ihn auf typisch amerikanische Weise kennengelernt: Nach 4 Wochen Kajak-Rundtour um die beiden großen nördlichen Inseln zurück in Kodiak City waren wir beim Abbauen unserer Boote und es sah aus wie in einem Yard-Sale (so sagten jedenfalls einige dortige Einwohner, die gleich Ausrüstung aufkaufen wollten) Da kam eine junge Frau mit Pick-up an und fragte, was wir für eine Tour gemacht haben. Sie wartete im Hafen auf Ihren Mann, der mit dem Boot zum Fischen raus war (kein Kayak). Als ihr Mann ankam, luden sie beide uns zum Abendessen ein. Es stellte sich raus, das es Sven Haakanson, Jr war, der damalige Direktor des Alutiiq Museum https://alutiiqmuseum.org/. Volltreffer.
Dort kann man viel über Kodiak und Kayak lernen.
Und weil wir aus Norddeutschland kamen, rief er umgehend bei X-Ray-Hans an, eben Hans Tschersich. absoluter Kenner aller Kajak-& Outdoormöglichkeiten dort umherum.
Hätten wir ihn nur schon vor der Tour kennengelernt.


Spätestens im Kodiak-Archipel kann Freya Bekanntschaft mit Grizzlies machen, allerdings hatten wir immer das Gefühl, das die Tiere an uns nicht interessiert waren. Nachts schlichen sie offensichtlich am Strand vor unseren Zelten vorbei (wenn morgens noch Niedrigwasser war, sah man deren Spuren am Strand), aber suchten wohl besseres: Fette Lachse.
Und auch Jäger erzählten uns: Problem sind nicht die Bären sondern die Fuchse! Die kommen ebenfalls gerne nachts. Freya wird sich freuen.

Und Buckelwale, Belugas sowie Seelöwen sind zuhauf in den Gewässern. Hans Tschersich hat mal ein Video gedreht, wie sich ein Harbour-Seal-Junges auf ein Kajakdeck gerobbt hat und sich durch die Gegend paddeln ließ - ich glaub, im Seakayaker war das vor Jahren auch abgebildet - ich hab von ihm das Video später zugeschickt bekommen. Skippy, nannten sie das Tier - so ist es noch auf seiner HP zu finden.

Kodiak ist wirklich eine traumhaft schöne Gegend zum paddeln. Da Freya ja nur außen fährt, entgeht ihr so einiges wie z.B. der innere Prince William Sound mit seinen Gletschern, aber bei so einem Vorhaben kann man halt nicht jedes Detail auskosten.

Also - Daumen hoch!
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  #9  
Alt 27.07.2017, 09:13
Udo Beier Udo Beier ist offline
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Daumen hoch Freya Hoffmeister in Alaska: Fotostrecke (Tag # 103 bis # 111; #125)

Ahoi!

Auf der ca. 330 km langen Passage entlang der Küste von Alaska, und zwar von Cordova nach Seward (5.-13.7.17), wurde Freya Hoffmeister erneut von einem Kanuten begleitet, und zwar von Josh Thomas, der in Alaska lebt.

Dieses Mal lief die „Pärchentour“ reibungslos ab. Josh erwies sich nicht nur als ein kompetenter Küstenkanuwanderer und hilfsbereiter Kamerad, sondern auch als ein semi-professioneller Fotograf. Insofern ist all jenen, die an Freyas Circumnavigation interessiert sind, zu empfehlen, sich seine Fotos anzuschauen. Dass bei diesen Fotos Freya etwas häufig abgelichtet wird, ist zu entschuldigen; denn vielleicht sind das für die nächsten Jahre die einzigen Fotos von ihr unterwegs auf der Arctic-Route:

https://photos.google.com/share/AF1Q...5uOWNKSmo5aVlR

Statistik: Freya ist nun seit 111 Tagen auf ihrer Rund-Nordamerika-Tour und hat während dieser Zeit an 78 Tagen gepaddelt (70 %). Insgesamt legte sie bislang 3.316 km zurück. Summa summarum kommt sie durchschnittlich auf 42 km pro Paddeltag, wofür sie täglich Ø 8:22 Std. unterwegs war, und zwar mit einer Geschwindigkeit von Ø 5,1 km/h.

Karte: Von Seward zum Kodiak Island-Archipel (inkl. 80-km-Querung)
https://www.google.com/maps/@58.1258.../data=!3m1!1e3

Ausblick: „The tour must go on!“ Heute, 27.7.17, wird ihr an ihrem Fahrtentag #125 sicherlich der 40 km weite Sprung hinüber zum Kodiak Island-Archipel gelungen sein, übrigens seit dem 17.7.17 (Tag #115) mit einem neuen Kurzzeitpartner, nämlich mit Eyal Saiet (34), der sie wohl für 2-3 Wochen begleiten wird. Nun, Freya, die bekennende "Solistin", hat wohl Gefallen an der "Zweisamkeit" gefunden!?

Gruß aus Hamburg:
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Udo Beier

Geändert von Udo Beier (27.07.2017 um 10:01 Uhr)
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  #10  
Alt 02.08.2017, 13:53
Udo Beier Udo Beier ist offline
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Daumen hoch Freya Hoffmeister: Finish mit Endspurt (Tag #128)

Ahoi!

Freya Hoffmeister hat die erste, knapp 4.000 km lange Etappe ihrer „Arctic-Runde“ geschafft.

Foto:
https://photos.google.com/share/AF1Q...pKdDRodXFrdkFn

Gestartet war sie am 25.3.17 in Seattle (USA). Ihre Route verlief überwiegend seeseitig entlang der Küste von Kanada und Alaska. Der Zielort ihrer ersten Etappe war beim Start noch nicht bekannt und hing letztlich von den anzutreffenden Gewässerbedingungen ab. Die Wetterlage erlaubte es ihr schließlich, bis zur Kodiak Island zu paddeln und nach einem für Freya typischen Endspurt am 30.07.17 im Ort Kodiak nach insgesamt 128 Fahrtentage und 90 Paddeltag anzulanden.

Kartenskizze: Rund Nordamerika
https://fusiontables.googleuserconte...mplt=4&hml=KML

An ihrem letzten Tag gab Freya nochmals alles. Um 4.20 Uhr ging es aufs Wasser und um 20.10 Uhr abends betrat sie endgültig Land. Dazwischen lagen nicht nur 15:50 Std. Paddeln, sondern auch 77 km. Gratulation „my elderly lady“ (53). Das schafft nicht jeder mit Ü 50 und sicherlich auch keiner mit U 50!?

Ja, was Freya da leistet ist schier unvorstellbar und eigentlich nicht nachahmenswert. Wer ist schon bereit, sein Leben fast ausschließlich dem „Küstenkanuwandern“ zu „opfern“. Praktisch durchpaddelt Freya im 2 bis 3-Wochen-Takt ein Revier nach dem anderen. Von jedem einzelnen dieser Reviere träumt zumindest jeder leidenschaftliche Küstenkanuwanderer. Ein Fahrtenbericht über ein jedes dieser Reviere würde von jeder Kanu-Zeitschrift sofort abgedruckt werden. Aber Printmedien können nicht in solch kurzen Abständen über solch lange Expeditionen berichten. Das ist frustrierend. Also überlässt man die Information der „Daheim gebliebenen“ Kanuten dem Internet und berichtet lieber zum x-ten Male über eine Befahrung eines Kleinflusses oder eines Großgewässers.

Was nun?

Im Juni 2018 wird Freya wieder nach Kodiak zurückkehren, um ihre Umrundung des nördlichen Teils von Nordamerika fortzusetzen. Dieses Jahr wurde sie hintereinander von vier Kanutinnen bzw. Kanuten für 1 bis 2 Wochen begleitet. Damit wollte sie zur Völkerverständigung mit beitragen, auch wenn sie das nicht nötig hat; denn dass Freya nur ihr „Ding“ dreht und alles, was um ihr herum passiert, ignoriert, kann ihr keiner vorwerfen. Wie sonst ist es zu verstehen, dass es Freya gelingt, spätestens nach 2 Woche eine Familie zu finden, die ihr für 2 bis 3 Tage ein Dach über ihren Kopf anbieten, um sich zu regenerieren und auf die nächste Zwischenetappe vorzubereiten!?

Freya hat an ihren Begleiterinnen und Begleitern Gefallen gefunden und ruft jetzt schon dazu auf, sich bei ihr zu melden, falls Interesse dazu besteht, mit ihr durch dick & dünn zu paddeln. Mich selbst hat sie auch schon – natürlich nicht ganz ernsthaft – gefragt „Na, Udo, wie wär’s? Später kommen noch Passagen mit weniger Seegang … aber dann bist Du schon 80!“ – „.. und Du schon 60!“, war meine Antwort.

Freya, die eingefleischte „Solo-Paddlerin“, ja sie ist zur „Klein-Gruppen-Paddlerin“ mutiert. Nun, an den beiden Lebensweisheiten: „Geteiltes Leid ist halbes Leid, geteilte Freude ist doppelt Freude!“ ist schon etwas dran. Jeden Tag Nudeln mit Tomatensoße zu essen, fällt einem sicherlich leichter, wenn man sich das Essen mit einem zweiten teilt. Und jeden Tag Seeottern, Seelöwen, Seeadler, Braunbären, Walfische und „Kaventsmänner“ zu erleben, ist sicherlich auch bereichernder, wenn man diese Erlebnisse mit jemanden teilen kann.

Wie geht es nun weiter mit ihr? Ganz so klar hat sie sich dazu noch nicht geäußert. Entweder paddelt sie noch ein, zwei Monate entlang ihrer „Subtropic“-Passage (mit Start von Seattle aus) oder sie fliegt gleich zurück nach Deutschland, um dann im Neuen Jahr mit neuen Kräfte sich vier Monate der Südrunde zu widmen, bevor sie dann im Juni 2018 wieder die Nordrunde in Angriff nimmt.

Expeditionsprognose!

Nun, die Südrunde wird Freya schon meistern. Das ist Hitze aushalten kann, hat sie bei ihrer Umrundung von Südamerika bewiesen. Was jedoch die Nordrunde betrifft, bin ich mir nicht so sicher, ob sie das wirklich aushält. Hat sie doch jetzt schon an kalten Füßen und Händen gelitten … und dazu kommt noch die Lösung des Versorgungsproblems und die Überwindung von Packeispassagen. Aber Freya wäre nicht Freya, wenn es ihr nicht gelänge, ein paar Männern zu überreden, ihr per Flugzeug die nötige Verpflegung nachzuschicken … und das Packeisproblem ist auch nicht unlösbar. Sie muss nur ein paar Inuits finden, die bereit sind, ihre Hunde vor Freyas Seekajak zu spannen!?

Gruß aus Hamburg:
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Udo Beier
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