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  #1  
Alt 12.03.2018, 17:49
Udo Beier Udo Beier ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.399
Pfeil Freya Hoffmeister wieder unterwegs (2. Jahr Nord-Amerika) (ab Fahrtentag #152)

Ahoi!

Freya Hoffmeister sitzt mal wieder in ihrem Seekajak und paddelt, paddelt, paddelt … nun schon das zweite Jahr rund Nord-Amerika!

Wir erinnern uns:
25.03.17 – 30.07.17: Seattle (USA) – Kodiak (Alaska) = 3.047 km in 128 Tagen;
https://www.google.com/maps/@50.5669.../data=!3m1!1e3
05.08.17 – 27.08.17: Seattle (USA) – Pacific City (USA) = 695 km in 23 Tagen.
https://www.google.com/maps/@44.6735.../data=!3m1!1e3
Seit dem 9. März 2018 ist Freya nun wieder unterwegs. Sie startete von jenem Ort, wo sie am 27.08.17 Schluss gemacht hatte, nämlich am Cape Kiwanda (nahe Pacific City / Portland / Oregon / USA).

Im ersten Jahr ihrer wohl mindestens 8 Jahre dauernden Nord-Amerika-Umrundung wurde sie von insgesamt 5 Küstenkanuwanderinnen und –wanderer begleitet, und zwar hintereinander. Daran hat wohl Freya Gefallen gefunden, sodass sie sich dazu entschloss, auch 2018 interessierte Leute, die was vom Küstenkanuwandern verstehen, mitzunehmen. Bislang hat sie sich mit insgesamt 4 Leuten verabredet, ein bis zwei Wochen zusammen entlang der Pazifikküste zu paddeln.

Im Folgenden soll sporadisch darüber berichtet werden.

Geplant ist erst einmal, einige Monate Richtung Süd zu paddeln:

Seattle – Los Angeles:
https://www.google.com/maps/@35.5815.../data=!3m1!1e3

Bis Los Angeles wären das insgesamt ca. 1.900 km Pazifikküste. Eine scheinbar unüberwindbare Küstenpassage!? Steilküste folgt auf Steilküste! Praktisch keine vorgelagerten Inseln, die für den nötigen Wind- und Wellenschutz sorgen könnten! Bloß ab und an ein paar Strände, die aber nur erreichbar sind, wenn die davor liegende Brandungszone überwunden werden kann!

Ca. 370 km davon hatte Freya schon im letzten Jahr befahren und das ohne große Probleme. Sie muss halt ein Gespür dafür haben, was geht und was nicht geht. Wenn die auflaufende Dünung und folglich die Brandung am Küstensaum zu hoch ist, startet sie nur dann, wenn sie sicher ist, einen Weg durch die Brandung hinaus auf den Pazifik zu finden.

Ihre Taktik ist dabei stets dieselbe: Möglichst nicht auf einen ungeschützten Strand anlanden, sondern immer nur dort:
  • wo ein Fluss mündet,
  • wo eine Bucht geschützt hinter einer Landzunge bzw. Kap liegt
  • bzw. wo ein natürlicher oder künstlicher Hafen anzutreffen ist.
Auf diese Weise fand Freya z.B. ihre ersten vier Anlande- und Startstellen:

1. Übernachtung: Cape Kiwanda (Pacific City)
https://www.google.com/maps/@45.2140.../data=!3m1!1e3

2. Übernachtung: Salmon River Mündung
https://www.google.com/maps/@45.0455.../data=!3m1!1e3

3. Übernachtung: Depoe Bay
https://www.google.com/maps/@44.8090.../data=!3m1!1e3

4. Übernachtung: Newport (Yaquina Bay)
https://www.google.com/maps/@44.6158.../data=!3m1!1e3

Bislang hat es fast immer geklappt, dass innerhalb der nächsten 30 bis 50 km eine solche geeignete Anlandestelle, die zugleich auch immer eine geeignete Startstelle ist, anzutreffen war … und wenn nicht, dann musste Freya halt solange paddeln, bis solch eine Stelle kam, notfalls erst nach über 100 km, wie im Juni 2017 entlang der Küste von Alaska:

172 km in 2 Tagen: vom 27.6.17, 4.10 Uhr bis 28.6.17, 11.30 Uhr:
http://freyahoffmeister.com/north-am...6-2017-day-95/
http://freyahoffmeister.com/north-am...6-2017-day-96/

„Arktis-Runde“

Lassen wir uns überraschen, ob Freya dieses Jahr auch noch dazu kommen wird, etwas Strecke auf ihrer „Arktis-Runde“ zu paddeln?

Rum um Alaska:
https://www.google.com/maps/@56.0846.../data=!3m1!1e3

Das hieße, dass sie Ende Mai samt ihrer Ausrüstung nach Kodiak (Alaska) fliegen müsste, um dann nach zwei Monaten Paddeln Ende Juli – also dann, wenn es dort oben im Norden wieder beginnt, etwas kälter zu werden - noch für ein bis zwei Monate ein paar Kilometer auf ihrer „Tropic-Runde“ zurückzulegen!?

Gruß aus Hamburg:
__________________
Udo Beier

Geändert von Udo Beier (26.08.2018 um 11:06 Uhr) Grund: Ergänzung: div. Anlandestellen
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  #2  
Alt 14.03.2018, 09:21
Udo Beier Udo Beier ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.399
Unglücklich Freya’s „first stupid day“ (Fahrtentag #152)

Ahoi!

Aller Anfang ist schwer! Langsam paddelt sich Freya Hoffmeister „warm“. Am zweiten Paddeltag (#153) dieses Jahres rund Nord-Amerika legte sie 25 km zurück, am dritten 30 km und am vierten nochmals 30 km. Lediglich am ersten Paddeltag kam sie nur auf 3 km; denn er endete schon nach 45 Minuten:

http://freyahoffmeister.com/posts/ > 9.03.18

Was war los?

Nun, der erste Fahrtentag im 2. Jahr rund Nord-Amerika wurde am Cape Kiwanda nahe Pacific City (Portland/Oregon/USA) gestartet:

Cape Kiwanda:
https://www.google.com/maps/@45.2148.../data=!3m1!1e3

und zwar genau dort, wo Freya am 27.08.17 ihre 1. Jahresetappe beendet hatte.

Dieses Mal sollte gleich vom ersten Tag an ein „Gastpaddler“ Freya begleiten, und zwar so wie es schon im letzten Jahr 5 andere Leute taten, Leute, die so viel Küstenerfahrungen besaßen, dass sie zumindest unter „Aufsicht“ Freya begleiten konnten, ohne dass sich dadurch das Gefahrenpotenzial von Freyas Rundtour wesentlich erhöhte.

Dieses Mal handelte sich um den US-amerikanischen Seakayaker namens José, über dessen Qualifikationen Freya sich nicht äußerte. Klar ist nur, dass José im gleichen Seekajak-Modell paddeln sollte wie Freya, nämlich im Model „Freya“ von POINT 65°N, welches José von Freya zur Verfügung gestellt bekam. Und klar ist auch, dass José vorher nicht mit diesem Seekajak zur Probe gefahren ist.

Last out!

Am Starttag herrschten Brandungsbedingungen, die nach eingehender Besichtigung & Besprechung von beiden als fahrbar eingestuft wurden. Getreu einer alten „Brandungsfahrerdevise“ startet der erfahrenste Kanute als letzter, sodass er die Möglichkeit hat, den weniger erfahrenen Kanuten eine Anschubhilfe durch die Brandung zu geben. Gesagt, getan. Zuvor wurde jedoch verabredet, wohin José paddeln sollte, nämlich in den Wellenschutz der nur ca. 1 km entfernt liegenden Felsinsel „Haystack Rock“ („Chief Kiwanda Rock“).

Mit genügend Schwung vom Start weg gelang es José, die anrollenden Brecher zu durchfahren und die weiteren Kaventsmänner zu umfahren. Jedoch hielt er sich nicht an die Vereinbarung, weiter links zu paddeln, um in den Wellenschutz zu kommen, stattdessen driftete er nach rechts ab, geriet dadurch in höhere Brecher und kenterte. Ihm gelang jedoch der „Cowboy“-Wiedereinstieg:

www.youtube.com/watch?v=BZQJGG405AE

was immerhin zeigt, dass José nun doch nicht ganz so unerfahren war.

Freya bemerkte noch von Land aus diese Kenterung und startete sofort, um ihm zu Hilfe zu eilen. Nach bangen 10 Minuten Ausschau halten entdeckte sie ihn schließlich inmitten der rauen See und erreicht ihn kurz darauf. José berichtete, dass er Probleme mit der Steueranlage hatte, sodass er nicht in der Lage war, den verabredeten Kurs einzuschlagen. Da er nach der Kenterung seine Sitzluke noch nicht gelenzt hatte, suchten beide einen geschützteren Bereich hinter der Felsinsel auf, bildeten ein Päckchen und lenzten. Obwohl José sich „all right“ fühlte, entschied Freya, umzukehren und die Tour für diesen ersten Tag zu beenden, zumal für den nächsten Tag weniger Seegang vorhergesagt wurde.

First in!

Während José draußen vor der Brandungszone in der Nähe einer roten Tonne warten sollte, plante Freya als die erfahrenere von beiden als erste durch die verhältnismäßig harmlosen Brecher zu paddeln, anzulanden und dann ihren Gast heranzuwinken, sodass sie ihm kurz vorm Anlanden noch so viel Hilfestellung leisten konnte, dass sein Seekajak nicht querschlägt, kentert und dann samt Paddler im Cockpit an den Strand rollt.

Anschließend folgte José … anfangs wie geplant, doch dann kenterte er erneut außerhalb der Reichweite von Freya. Zunächst blieb José noch bei seinem Seekajak. Als er jedoch bemerkte, dass er von der Strömung hinausgetrieben wurde, ließ er es los und schwamm erfolgreich durch die Brandung ans nahe Ufer.

Nun galt Freyas ganze Aufmerksamkeit dem Seekajak. Sie schwamm, bekleidet mit einem Trockenanzug, hinterher, erreichte es, richtete es auf, befestigte ihre Schleppleine am Bug und versuchte, das Seekajak im Schlepp, ebenfalls ans nahe Ufer zu schwimmen.

Exkurs – Zur Gefährlichkeit des Schleppens in der Brandung:
Warum Freya nicht stattdessen in ihr eigenes Seekajak stieg, durch die Brandung raus zum „Kenterkajak“ paddelte, um es dann wieder zurück an den Strand zu schleppen, können wir Freyas Bericht nicht entnehmen! Wahrscheinlich war es ihr sehr wohl bewusst, dass das Anlanden durch die Brandung in einem Seekajak schon schwierig genug ist, geschweige denn, dass versucht wird, mit einem Seekajak bzw. „Kenterkajak“ im Schlepp durch die Brandung anzulanden; denn es ist nicht auszuschließen, dass das geschleppte Kajak von einem anrollenden Brecher mitgerissen und auf den „Schlepper“ (also Freya) geschmissen wird. Körperverletzungen sind dann nicht mehr auszuschließen. Unter Umständen könnte sich sogar der Schlepper so unglücklich in der Schleppleine verheddern, dass er erdrosselt wird!?

Das „Kenterkajak“ nun schwimmend an Land zu schleppen, war leichter gedacht als getan; denn es bestand die Gefahr, dass die Strömung Freya samt „Kenterkajak“ auf gefährliche Felshindernisse trieb. Also holte sie das auf dem Achterdeck des „Kenterkajaks“ verstaute Grönlandpaddel hervor, steckte es zusammen und versuchte mit Hilfe dieses Paddels ihre Schwimmbewegungen zu verstärken. Warum Freya, die bis zu 30 verschiedene Grönlandrollen beherrscht, nicht stattdessen ins Seekajak einstieg und dann mit dem Grönlandpaddel aus der Gefahrenzone paddelte, können wir ihrem Bericht nicht entnehmen! Vielleicht war der Seegang zu rau, bzw. sie befand sich schon in der Brandungszone, welche das Lenzen bzw. Paddeln in einem teils gefluteten Seekajak fast unmöglich macht, bzw. in der Hektik der Rettungsaktion hatte sie sich dazu entschieden, schwimmend das „Kenterkajak“ durch die Brandung an Land zu schleppen … was sie ja – um das hier vorwegzunehmen – auch erfolgreich zu Ende führte.


Dann tauchte auch schon ein Rettungshubschrauber auf. Freya aber wollte nicht in dieser Brandungszone das Seekajak zurücklassen. Sie fühlte sich fit und war sich sicher, zwischen den Felsen hindurch den nahen Strand zu erreichen. Sie signalisierte das auch der Hubschrauberbesatzung und schwamm weiter, nur manchmal unterbrochen von „Tauchgängen“, wenn es galt, einem Brecher zu entfliehen, der drohte, das Seekajak mitzureißen und auf sie zu schmeißen. Nach 40 Minuten war der Spuk vorbei. Freya spürt Boden unter ihren Füßen und winkte José zu sich, um das vollgelaufene Seekajak an Land zu ziehen, derweilen der Hubschrauber über ihnen schwebte und die Situation beobachtete.

Ende gut, alles gut!?

„My first stupid day!“ Freya erkannte, dass ihr in Sachen Gruppenpaddeln doch die nötigen Erfahrungen fehlen, um kritische Unfallsituation in einer Gruppe zu meistern. Manchmal ist halt eine „Solo-Tour“ weniger riskant und leichter beherrschbar als eine Gruppenfahrt.

Sie einigte sich mit José, die Tour ohne ihn fortzusetzen und überlegt sich nun, den drei weiter im Süden auf sie wartenden Gäste die Teilnahme abzusagen. Zumindest täte sie gut daran, in Zukunft an die Begleitung ein paar Bedingungen zu stellen. Mir fallen dazu u.a. die folgenden Punkte ein:
  • eigenes, Rau-Wasser- und zugleich tourentaugliches Seekajak; denn entlang der ungeschützten Pazifikküste sollte schon in einem Seekajak gepaddelt werden, das einem völlig vertraut ist!
  • langjährige Tourenerfahrungen, d.h. ca. 10.000 Gesamtpaddelkilometer sollten schon auf dem Tacho sein und davon über 1.000 km im letzten Jahr!
  • Brandungserfahrungen; denn beim Streckepaddeln etwas abseits von der Küste, lassen sich wohl mit etwas Um- & Weitsicht potenzielle Kaventsmänner umpaddeln, spätestens aber beim Starten bzw Anlanden ist der Kontakt zu solchen Brechern nicht gänzlich zu umgehen!
  • Bomb-proof Roll!
Natürlich sollte die Begleitung auch die Bereitschaft erklären:
  • notfalls früh morgens im Dunklen zu starten bzw. die Nacht durchzupaddeln,
sowie bestätigen, dass sie in der Lage ist,
  • längere Zeit ohne Pause
  • ihr mit ca. 50 kg beladenes Seekajak mit 5-6 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit zu paddeln, nicht langsamer, aber auch nicht schneller.
Solche Zusicherungen werden jedoch von jenen, die Freya unbedingt begleiten wollen, schnell gemacht. Ihr Wahrheitsgehalt ist erst unterwegs überprüfbar, quasi dann, wenn es zur Sache geht und schon das "Kind in den Brunnen gefallen ist"!?

Aber das gilt auch für die „Fahrtenleitung“: Freya hat wohl nach tausenden von Kilometern Solo-Paddeln Gefallen daran gefunden, in Begleitung mit wenigstens einem Seakayaker zu paddeln. Das kann natürlich bei Freya dazu führen, dass sie allzu schnell den Beteuerungen eines „Gastpaddlers“, 100% seetüchtig zu sein, Glauben schenkt. Insofern ist es nicht überraschend, dass Freya 11 Tage nach ihrem ersten „Seenotfall“, also an ihrem Fahrtentag # 163, wieder einen „Gast“ fast „unbesehen“ mitnahm und ihn wieder mit ihrem zweiten Seekajak paddeln ließ. Zum Glück ergab es sich jedoch, dass für die nächsten Tage die prognostizierten Wetter- & Gewässerbedingungen ein Streckepaddeln nicht zuließen. Freya nutzte diese Chance und setzte am Fahrtentag # 165 für ihren „Gast“:
  • Brandungsübungen, also eine Art verspätete Probefahrt unter rauen Gewässerbedingungen
an.

Gruß aus Hamburg:
__________________
Udo Beier

Geändert von Udo Beier (26.08.2018 um 09:52 Uhr) Grund: div. Ergänzungen bis #165
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  #3  
Alt 09.07.2018, 15:25
Udo Beier Udo Beier ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.399
Daumen hoch Freya Hoffmeister 250 Tage unterwegs rund Nordamerika: Ab jetzt wird‘s kalt & einsam!

Ahoi!

Freya Hoffmeister ist – was denn sonst – unterwegs mit ihrem Seekajak, um Nordamerika zu umrunden. Bislang ist sie ihrem – auf mehrere Jahre angesetztem Ziel – um 250 Fahrtentage näher gekommen.

Foto:
https://photos.google.com/share/AF1Q...pocG1VNzRLSlVB

Am 24. März 2017 war sie gestartet. Nun befindet sie sich in ihrem zweiten Jahr auf dem Weg von der nord-pazifischen Küste hinüber nach New York. Da sie die Nordroute nur im kurzen arktischen Sommer paddeln kann, wechselt Freya die Route und paddelt dann alternativ die Südroute.

Gestartet ist sie beide Routen von Seattle (USA) aus. Zwischendurch nimmt sie 4-5 Monate „Expeditionsurlaub“, d.h. dann fliegt sie nach Hause ins heimatliche Husum und organisiert von dort aus ihre nachfolgenden Touren.

2018?

Dieses Jahr hat Freya zunächst ab Anfang März von Cape Kiwanda aus ihre Südroute fortgesetzt und ist Mitte Mai bis kurz vor Los Angeles gekommen.

Danach flog Freya hoch nach Kodiak Island (Alaska/USA), um nun für 2 bis 3 Monate zu versuchen, auf der Nordroute Strecke zu machen.
Tourendaten 2018 (Stand: 08.07.18):
09.03.2018: Start auf der Südroute: von Cape Kiwanda (nahe Newport)
14.05.2018: Zwischenstopp auf der Südroute: Port San Louis (nördl. von Los Angeles/USA)
=> 1.549 km in 67 Fahrtentagen, davon 45 Paddeltage mit 35 km/Tag.

01.06.2018: Start auf der Nordroute: von Dry Spruce Island (Kodiak Island/Alaska)
08.07.2018: Zwischensumme nach 250 Fahrtentagen Rund Nordamerika: Unimak Island (östlichste Aleuten Insel)
=> 931 km in 32 Fahrtentagen, davon 25 Paddeltage mit 37 km/Tag.
Z.Zt. ist sie ganze 250 Fahrtentage unterwegs. Sie befindet sich östlich von Unimak Island am False Pass zu Gast bei „Trident Seafood“ am östlichsten Zugang zum Behringmeer, dem Tor zum Nordpolarmeer. Die Inseln der Aleutenkette lässt sie links – also westlich – liegen. Ja, ab jetzt wird es kalt & einsam:

Vom False Pass zur Nelson Lagoon:
https://www.google.com/maps/@54.8936.../data=!3m1!1e3

Behringmeer:
https://www.google.com/maps/@60.2043.../data=!3m1!1e3

Botschafterin des Kanusports

Freya nimmt wohl ihre – anlässlich ihrer Südamerika-Umrundung – vom DKV verliehene Auszeichnung „Botschafterin des Kanusports“ ernst. Erstmals seit Beginn ihrer Nordamerikaumrundung ruft sie erfahrene Küstenkanuwanderinnen und –wanderer dazu auf, sie für ein, zwei und mehr Wochen zu begleiten.

In ihrem ersten Jahr wurde sie hintereinander von insgesamt 1 Kanutin und 4 Kanuten begleitet, und zwar an 56 von 128 Fahrtentagen.

Im Zweiten begleiteten sie von insgesamt an 70 von 122 Fahrtentagen nacheinander 4 Kanutinnen und 5 Kanuten.

Ihre Erfahrungen darüber sind rundweg positiv. Nach ihrer Solo-Umrundung von Neuseeland (Südinsel), Australien und Südamerika hat sie wohl erkannt, dass die Lebensweisheit „Geteilte Freude ist doppelte Freude und geteiltes Leid ist halbes Leid.“ einen wahren Kern hat. Natürlich lief nicht immer alles glatt:

So wurde sie im ersten Jahr auf ihrer Nordroute von einem eingefleischten, angegrauten Junggesellen begleitet, dem wohl die Gruppengröße zu groß erschien; denn nach 14 Tagen ließ er Freya allein zurück („Ich fahre schon mal vor!“) … um dann 11 Tage später wieder ihren Anschluss zu suchen. Danach lief es bestens.

Zu Beginn dieses Jahres lief es dagegen am allerersten Tag gar nicht so gut. Es passierte ein echter Seenotfall, den Freya jedoch mit „Bordmitteln“ alleine meisterte. Dass das so weit kam, lag aber auch an Freya; denn sie setzte ihren – nicht ganz seegangstüchtigen - „Gast“ in ihr Zweit-Seekajak, ohne dass groß gecheckt wurde, ob die Ausrüstung (=> Steueranlage) richtig eingestellt war und das Seekajak passte (=> nicht zu kipplig?). Zwei Kenterungen waren der Preis für diese Fahrlässigkeit! Aber Freya ließ sich davon nicht abschrecken. 10 Tage später empfing sie den nächsten „Gast“ und ab dann lief alles ohne besondere Vorkommnisse ab!

… und nun?

Wen es interessiert, wie kalt & einsam es im Behringmeer werden wird, der kann das auf Freya’s Homepage verfolgen:

http://freyahoffmeister.com/posts/

Gruß aus Hamburg:
__________________
Udo Beier

Geändert von Udo Beier (12.07.2018 um 08:47 Uhr)
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  #4  
Alt 18.08.2018, 00:11
Udo Beier Udo Beier ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.399
Ausrufezeichen Bruchlandung im Beringmeer: Freya Hoffmeister (Fahrtentag #263)

Ahoi!

Diesen 5. August 2018, ihren 263. Fahrtentag rund Nord-Amerika, wird Freya Hoffmeister nicht so schnell vergessen.

Foto Freya Hoffmeister (von Michael Madera):
https://www.facebook.com/photo.php?f...type=3&theater

Es geschah bei ihrem 7.350. Paddelkilometer, dass sie auf dem Weg von Nelson Lagoon nach Port Heiden beim Anlanden durch die Brandung an der nördlich gelegen Küste der Aleutenkette, und zwar bei Cape Seniavin, ihr Seekajak zerbrach:

Aleutenkette:
https://www.google.com/maps/place/56%C2%B024'19.8%22N+160%C2%B006'53.3%22W/@56.2314763,-159.9859994,502314m/data=!3m1!1e3!4m5!3m4!1s0x0:0x0!8m2!3d56.4055!4d-160.1148

Kajak-Crash:
https://photos.google.com/share/AF1Q...dyaWZwbFZ1OGR3

Nein, nein, diese Havarie ist nicht vergleichbar mit jener, die ihr einst entlang der brasilianischen Küste passierte. Damals riss sie ihr Bug auf, als ein Kaventsmann sie über ein knapp unter der Wasseroberfläche liegendes Riff schleuderte. Jetzt war die Grundberührung derart heftig, dass ihr schwedisches Seekajak von POINT 65°N regelrecht in Höhe der Sitzluke auseinanderbrach. Lediglich die Rettungshalteleinen hielten die beiden Bootshälften zusammen. Dennoch hatte Freya etwas Glück im Unglück; denn zum einen blieb sie selber unverletzt und zum anderen zerbrach das Seekajak so „geschickt“, dass sowohl der Bug- und der Heckstauraum unbeschädigt blieben.

Aber ich fang mal von vorne an. Am 2.8.18 landete sie mit ihrer derzeitigen „Paddelabschnitts“-Gefährtin Natalie Maderova in Port Moller an. Wegen zu heftigen Windes, konnten beide erst zwei Tage später wieder weiter paddeln. Am 5.8.18 ging es um 9.45 Uhr los in Richtung Cape Seniavin. 9 Stunden später erreichten sie nach 62 Paddelkilometern um 18.45 Uhr das Cape und beschlossen in der Nähe anzulanden. Und das sieht i.d.R. so aus:

„Landing Count Down“ (bei Brandungsbedingungen)

10 – Auswahl einer geeigneten Anlandestelle: Meist wurden am Abend zuvor über Google Earth und elektronischer Seekarte Landemöglichkeiten ausgesucht. Vor Ort galt es nun zu prüfen, ob der ausgewählte Küstenabschnitt bei den vorherrschenden Wind- und Strömungsbedingungen wirklich zum Anlanden geeignet ist: Ist der Strand zu felsig, zu steil; rollt Dünung heran, wie hoch steilt sie auf und wie flach läuft sie aus?

9 – Vorausarbeiten: Der Helm wird aufgezogen, die Schwimmweste fester geschnallt, die Paddelsicherungsleine sowie die Life-Line gelöst und das UKW-Sprechfunkgerät zur gegenseitigen Verständigung angeschaltet.

8 – Absprache: Die erfahrenste Kanutin landet als erste an und gibt, wenn Kanutin und Kajak sicher an Land liegen, der weniger erfahrenen Mitpaddlerin per Hand ein Zeichen bzw. über Sprechfunk ein Signal, zu folgen, wobei darauf zu achten ist, ob gegebenenfalls zu einer anderen Anlandestelle hin dirigiert wird.

7 – Beobachtung I: Nun nähert sich die erste Kanutin dem ausgewählten Strand und versucht, sich zum einen ein Bild von der anrollenden Dünung zu machen (=> gibt es Phasen, wo die Dünung nicht so hoch einläuft?).

6 – Beobachtung II: Anschließend versucht die Kanutin sich ein Bild davon zu machen, wie steil der Strand ist und wie steil & kräftig die Dünung am Strand bricht (=> je steiler der Strand ist, desto mehr wird die Dünung aufsteilen und desto kräftiger wird sie brechen!)

5 – Hindernisse: Die Kanutin hält bei der Annäherung Ausschau nach Hindernisse (Felsen), auf die das Seekajak von der Brandung gespült werden könnte.

4 – Hinterhalt: Bei der Beobachtung der Anlandestelle muss die Kanutin jedoch immer wieder nach hinten schauen, um sich zu vergewissern, dass nicht gerade eine besonders hohe Dünung einläuft und schon hinter ihr zu brechen anfängt.

3 – Annäherung: Die Kanutin paddelt langsam vorwärts und versucht jenen Punkt anzupeilen, bei dem die meisten Wellen beginnen aufzusteilen und zu brechen.

2 – Anlandevorbereitung: Damit das Anlanden gelingt, muss die Kanutin in der Lage sein, nach einem Surf auf den Strand schneller ihr Seekajak zu verlassen, als dass das Wasser des nachfolgenden Brechers sie wieder mit hinaus auf Meer zieht. Deshalb öffnet die Kanutin schon vorher ihre Spritzdecke, um schneller ihr Seekajak verlassen zu können.

1 – Attacke: Wenn die Kanutin meint, dass gerade eine flachere Dünung einläuft, versucht sie hinter einer gerade aufsteilenden und dann brechenden Welle her zu paddeln und das möglichst so, dass der ihr folgende Brecher hinter der Kanutin bricht und das brechende Wasser sie auf den Strand hinauf spült.

0 – Ausstieg & Sicherung: Nach dem die Kanutin mit dem letzten Spülwasser eines Brechers den Strand hoch surft, schmeißt sie ihr Paddel Richtung Land und versucht dann, so schnell auszusteigen und ihr Seekajak hinauf auf den trockenen Strand zu ziehen, bevor der nächste Brecher sie überspült und wieder zurück aufs Meer zieht.

So weit, so theoretisch. Die Praxis sah dieses Mal anders aus. Bevor Freya zur „Attacke“ übergehen konnte, baute sich hinter ihr die Dünung besonders steil auf und brach über ihr so heftig zusammen, dass ihr stark beschleunigtes Seekajak zu kerzen anfing und auf dem Grund wohl stecken blieb. Aufgrund der schweren Beladung des Seekajaks entwickelten sich dabei derartige Kräfte, dass das Seekajak regelrecht mittig auseinanderbrach.

… und nun die Mitpaddlerin!

Anschließend galt es, die Mitpaddlerin hereinzulotsen, was auch problemlos gelang; denn:
  • erstens können wir von Land aus besser die Gefahren der anrollenden Dünung einschätzen,
  • zweitens können wir die Mitpaddlerin dorthin dirigieren, wo der Grund sich besser zum Anlanden eignet
  • und drittens können wir beim Anlanden das Seekajak der Mitpaddlerin ergreifen, an Land ziehen und stabilisieren, bevor das Seekajak von der Brandung querschlägt und zurück in den nächsten Brecher treibt.
SOS

Nachdem alles geborgen und gesichert wurde, nahm Freya per Satellitentelefon sofort Kontakt mit den Fischersleuten von Port Moller auf, schilderte die Lage und besprach, was nun zu tun sei: Nach Beruhigung der Wetterlage soll ein Fischerboot vorbeikommen und sie beide abbergen.

Was nun?

Am 9.8.18 kam per Schiff Hilfe. Natalie wurde samt ihres Gepäcks an Bord geholt, doch Freya wollte nicht aufgeben und stieg in ihr zweiten Seekajak, welches bislang für ihre Mitpaddler zur Verfügung stand, und versuchte weiter voranzukommen. Zumindest war der Wille stark, jedoch fühlte sich Freya etwas geschwächt von ihrer Havarie: Ihr Rücken schmerzte. Dazu kamen schlechteste Gewässerbedingungen und der plötzliche Zustand, wieder allein paddeln zu müssen. Nachdem sie in 8:30 Std. nur knapp 25 km vorangenommen war, gab sie demotiviert auf, wollte zumindest für dieses Jahr nicht mehr die Nordroute weiter entlangpaddeln. Erneut rief sie die Fischersleute von Port Moller um Hilfe und sie kamen tatsächlich und holten sie raus.

Aber Freya wäre nicht Freya, wenn sie nach 7 Ruhetagen nicht wieder „wild“ dazu entschlossen war, doch noch wenigstens bis Ende August entlang der Nordroute zu paddeln. Sie überredete die Fischerleute sie per Schiff zurück an den Ort zu bringen, wo sie abgeborgen wurde und paddelt so seit dem 16.8.18 wieder weiter … dieses Mal jedoch allein.

Gruß aus Hamburg:
__________________
Udo Beier

Geändert von Udo Beier (04.09.2018 um 11:03 Uhr) Grund: Ergänzt um Crash-Foto-Link
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  #5  
Alt 03.09.2018, 13:10
Udo Beier Udo Beier ist offline
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Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.399
Standard Back to home: Freya Hoffmeister (Fahrtentag #280)

Ahoi!

Freya Hoffmeister hat ihre am 9.3.18 gestartete 2. Etappe ihrer Nordamerikaumrundung am 28.8.18 in Naknek (Beringmeer/Alaska) beendet.

Einen Bericht darüber habe ich im SEEKAJAKFORUM.de gepostet:

http://www.seekajakforum.de/forum/read.php?1,112781

Gruß aus Hamburg:
__________________
Udo Beier
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