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Alt 29.11.2017, 08:26
haubentaucher haubentaucher ist offline
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Vaaka schreibt von "Kadenz-Sensoren" und einer "Software, die zurückgelegte Strecke pro Schlag errechnet", was allerdings nur im Finetuning ein Optimierungsziel ist. Im 4er, den man dort sieht ist es außerdem sehr wichtig, dass keiner vor- oder nachzieht, weil das Unruhe ins Boot bringt und letztlich immer Geschwindigkeit kostet. Alleine im 1er kann man auch mit Schrittzählern die Frequenz ermitteln. Es ist aber für Freizeitpaddler eine relativ wertlose Zahl, wenn man mal davon absieht, dass sie in gewisser Wechselwirkung mit Puls und Geschwindigkeit steht.
Es gibt Paddler, die auf Kraft fahren und andere, die auf Frequenz fahren. Von der Geschwindigkeit her ist das eine zunächst mal nicht besser als das andere. Man kann es ein bisschen mit dem Radfahren vergleichen. Bei gleicher Geschwindigkeit nimmt die Belastung der Gelenke ab, wenn die Frequenz steigt. Wenn Du also noch viele Jahre fahren willst, ist ein kleineres Blatt besser oder ein Schaft, der einen Zentimeter kürzer ist.

Paddelschläge zu kontrollieren ist sehr aufschlussreich, aber dafür wäre eine Kamera besser. Am PC kann man dann den Paddelstil in Zweitlupe kontrollieren und bestimmte Momente sogar frameweise. Eine ganz billige reicht dafür schon.
Zum Verbessern der Technik empfielt sich dann der sog. Stoppschlag, der zunächst in Richtung Kraft-Paddeln zu führen scheint. Der Stoppschlag ist immer zu empfehlen, wenn die Bewegungsabläufe mit zunehmender Frequenz in Ungenauigkeiten verschwimmen.

Zum Messen der Herzfrequenz sind Brustgurte am besten. Soweit ich weiß gibt es keine Brustgurte, die autark arbeiten, sondern sie senden ihr Daten an eine Fitnesssuhr, teilweise mit GPS oder an eine Smartphone-App. Ganz billig ist soviel Technik allerdings nicht. Die einfacheren Geräte richten sich an Jogger, sind auf deren Bedürfnisse optimiert und bringen dafür viele Funktionen mit, die man als Paddler kaum nutzen wird. High-End-Pakete kosten viele hundert Euro.
Weil man relativ bald ein Gefühl dafür kriegt, werden diese Geräte nach einer Weile im Verein herumgereicht und das Gurtband natürlich abgewaschen.

Einfacher ist ein Armbanduhrhalter, der zwischen 5 und 10 € kostet. Man zählt z.B. nach einem Sprint beim Ausgleiten oder auf Strecke zwischendurch die Pulsschläge über 6 oder 12 Sekunden und multipliziert entsprechend mit 10 oder 5.
Noch wichtiger ist die Zeit, bis wieder der Ruhepuls erreicht wird – je schneller desto besser. Mehr als 5 Minuten gelten als ungut.
Kennt man die Distanz zwischen Landmarken, hat man auch seine Geschwindigkeit.

Ab 5 € bist Du also dabei. Meiner Ansicht nach ist weiteres Geld in angenehmerer Kleidung, einem besseren Paddel oder einem besseren bzw. zweiten Boot vorteilhafter investiert.

Chris
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