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Alt 30.10.2012, 13:13
MartinP MartinP ist offline
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Registriert seit: 30.10.2012
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Hi,

ich war im September für ein langes Wochenende im südlichen Archipelago vor Göteborg.
Dies ist der Artikel, den ich für unseren Paddelklub geschrieben habe:

Grüße - Martin

Paddeln im südlichen Archipelago vor Göteborg

Die Anreise erfolgte über Kopenhagen bis zum Flughafen Landvetter. Von dort ging es mit dem “Flygbussarna” Busdienst bis in die Innenstadt von Göteborg. Dort noch schnell zum “Naturkompaniet” Geschäft um Gas für den Kocher und ein paar gefriergetrocknete Gerichte zu kaufen. An der „Brunnsparken“ Bushaltestelle gibt eine Servicestelle der Busgesellschaft von Göteborg und dort habe ich ein 5er Ticket gekauft. Man kann ich den Bussen keine Tickets kaufen.

Mit dem Bus und einmal Umsteigen ging es dann bis vor die Haustür vom Kajakverleih „Escapeoutdoors“ (www.escapeoutdoors.se) im Stadtteil Önnered. Der Verleih liegt in einem kleinen Fischer- und Sportboothafen. Als ich ankam war gerade eine Gruppe dabei abzulegen. Übrig blieb noch ein weißes „UK Seakayaking Explorer“ und ich dachte schon, das würde wohl ein privates Boot sein, aber der Mitarbeiter vom Verleih sagte mir gleich, das es für mich schon am Bootssteg bereit gelegt wurde. Ich konnte ein Teil meines Gepäcks im Verleih lassen, mein Handy noch schnell etwas laden Trinkwasser tanken. Mir wurden noch ein paar Tipps für Übernachtungsplätze mitgegeben.



Geben 18:00 bin ich dann in See gestochen. Die Orientierung war zuerst nicht einfach, weil viele Inseln flach sind und aus der Ferne alle gleich aussehen. Ich hatte mir schon zuhause eine Karte in Folie laminiert und eine Offline-Karte auf das iPhone geladen. Damit konnte ich ganz gut navigieren.



Nach ca. 1 Stunde wusste ich die erste Schifffahrsrinne passieren. Die Inseln sind fast alle bewohnt und werden mit Fähren von Festland versorgt. Im Kajak bedeutet das, dass man ständig nach allen Seiten Ausschau halten muss, da die Fähren sehr schnell sind und man sich nicht drauf verlassen sollte, das man gesehen wird. Weiterhin sind auch viele Sportboote unterwegs.
Gegen 20:00 hatte ich die Insel „Kallö“ gefunden für mein erstes Biwak. Die Inseln bestehen fast alle aus Felsen. Manchmal gibt es kleine Grasflächen (oft sehr nass) und Strände. Ich habe einen Strand gefunden der eben genug war, um mein Zelt aufzustellen.



Die Nacht war ruhig und trocken und ich bin schon um 7:00 wieder auf dem Wasser gewesen. Mein Ziel war es die Nordwest Ecke des Archipelagos anzusteuern. Nachdem ich ein bisschen zwischen den Inseln gepaddelt bin, ging es durch einen schmalen Kanal („Galterö Sund“) zwischen „Galterö“ und „Brännö „hindurch in die Schifffahrtsrinne die in den Hafen von Göteborg führt. Dort tauchte auch gleich eine Fähre der Stena Line auf, die ordentlich Wellen erzeugt hat. Ich bin dann von der Nordwest Ecke an der westlichen Außenseite der Inseln Richtung Süden gepaddelt. Ein bisschen habe ich gehofft Seehunde zu treffen, aber die waren wohl gerade im Urlaub. Sehr kleine Inseln luden für eine Kaffeepause ein.



Vorbei an der Insel St. Känso (Anlanden verboten, da Militärgelände) und am Naturreservat „Vargo“ dann zu einer der größeren Inseln „Styrsö“. Eigentlich wollte ich dort aussteigen und ein Geschäft suchen, aber der Hafen sah wenig interessant aus, sodass ich weitergepaddelt bin (wieder an der Westweite des Archipelagos) bis ich schließlich in „Vrängö“ angekommen bin. Auf dem Weg habe ich noch die Kajakgruppe getroffen die kurz vor mit beim Kajakverleih abgelegt haben. Auf „Vrängö“ konnte ich in den Hafen einfahren und eine Ecke finden an der ich mein Kajak anladen konnte. Am Hafen gab es einen Supermarkt und eine Fischimbiss. Ich versorgte mich mit etwas Bier und einem Fischburger. In den Waschräumen für die Hafengäste konnte ich noch mein Handy laden und in der Zwischenzeit dem Leben im Hafen zuschauen. Im Supermarkt gab es Krebse zu kaufen und die wurden Eimerweise nach Hause geschleppt.



Ich bin dann wieder in See gestochen. Mittlerweile war es Nachmittag und er Wind hatte aufgefrischt. Mein Ziel war die südlichste Insel „Kalvholmen“. Als ich die letzten Kilometer bis zu Insel paddeln wollte waren die Wellen allerdings schon so, dass ich meine Pläne änderte und nach Osten ausgewichen bin. Alleine wollte ich nichts riskieren.



An der Ostseite des Archipelagos bin ich dann nach Norden gepaddelt und wurde dabei von mehr und mehr Regenwolken überholt. Da ich mir nicht sicher war, wie sich das Wetter entwickeln würde, habe ich für das Biwak eine Insel gewählt („Längholmen“) von der aus ich am nächsten Tag entweder schnell zum Kajakverleih zurück oder noch weiter zwischen den Inseln paddeln könnte.
Gegen 18:00 hatte ich das Zelt auf einer kleinen Wiese gleich beim Strand aufgeschlagen und dann fing es auch schon an zu regnen. So ein Abend im Zelt kann dann schon etwas langweilig werden...



Am nächsten Morgen war dann zu meiner Freude doch gutes Wetter und blauer Himmeln. Ich war schon um 6:00 auf dem Wasser und konnte noch die Nordost Ecke des Archipelagos erreichen (die Insel „Rivö“, die von vielen Schafen bewohnt ist). Von dort aus habe ich dann den Sund zwischen den Inseln und Festland gequert. Wieder sehr vorsichtig, da ich das Fahrwasser von einigen Fährlinien queren musste. Nach einer letzten Kaffeepause auf einem Felsen mitten im Sund dann der letzte Abschnitt bis zum Kajakverleih. Mittlerweile war es stark bewölkt und ein paar Minuten bevor ich mein Ziel erreicht hatte fing es an zu regnen. Zum Glück konnte ich im Verleih meine Sachen in Ruhe sortieren und etwas trocknen. Mit dem Bus ging es dann wieder zurück nach Göteborg.

Paddeln in dem Archipelago von Göteborg ist sehr schön und durch die viele Inseln ist man selten weiter als ein paar hundert Meter vom Land entfernt. Allerdings sind die meisten Inseln bewohnt und fast alle dort haben Motorboote für den Transport. Das heißt man muss auf diese und auch auf die Fähren achten. Es war kein Problem Übernachtungsplätze zu finden und in den größeren Häfen gab es Geschäfte, Klos und Frischwasser.
Der Kajakverleih „Escapeoutdoors“ hat zwar nur eine Homepage auf Schwedisch, aber man kann Emails auf Englisch senden und die Boote Online reservieren. Das Bootsmaterial war erstklassig. Soweit ich sehen konnte haben sie fast nur Boote von „UK Seakayaking“.

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