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Alt 27.10.2012, 12:20
Wolfgang Wolfgang ist offline
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Orust KajakSport Broschüren sind immer auch unsere Begleiter gewesen, aber wenn man etwas Vorbereitungszeit hat, kann man aus dem Internet die daten sogar besser bekommen, da scheint ein Kollege aus der Oruster Verleiherstation das ganze Broschürenwerk zu Google Map konvertiert zu haben und alle platzdaten sind da dann abrufbar:
Tältplatser för kajak, Bohuslän
Kenner kennen den Link schon lange, er wurde mehrfach im Seekajakforum publiziert.

Noch ne Quelle, die man nutzen kann ist das Fatbootforum WIKI dieser Link hier geht direkt in die Schweden Schärenseiten - hier allerdings, zu Thema Westschweden kann das Wiki noch etwas nachgebessert werden.
Der GoogleMap-Link fehlt dort z.B.

Auch unsere Erfahrung (gerade dies Jahr im Mai/Juni) bei der Tour sowohl um Orust und Tjörn als auch in den Norden (Koster Inseln) zeigten, daß die Sportboot-Seekatten eigentlich zu unhandlich sind, die Topo-Karten viel besser passen - Ich hatte beides als A3-1:1-Kopien mit, ich denke, es waren von den Topo-Karten auch nur die 100.000der, denn jede kleinste Felskuppe im Wasser war nicht drauf - ist auch nicht nötig. Gut wir kennen die Gegend schon von vielen Fahrten, aber es ist such nicht so schwierig, das zu finden, was man finden will. Zugegeben, kommt man bei Hamburg Sund raus in die schären, ist es manchmal nicht ganz einfach, sich zurecht zu finden und genau zu sagen, wo ist was. Die Felsen und Passagen sehen auf den ersten Blick alle irgendwie unspezifisch aus, da hilft auch kein GPS. Mehr logisches Denken über die eigene Fahrtroute.

Platte See an einem Tag darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, das wir uns im Skagerrak befinden, Schnittstelle Nordsee/Nordatlantik. Es gibt Ecken, an denen man gut und gern gewaltig eins vor den Latz bekommen kann - besonders vor offen angeblasenen Felswänden, an denen sich dann schöne Reflexwellenmuster ("Stehende Wellen") ausbilden, die erhebliche Sattelfestigkeit des Paddlers bedürfen - da hoppelt es gewaltig. Mehrfach haben wir das westlich und südlich vor Lysekil erlebt, auch nordwestlich von Marstrand ist es recht offen, und zwischen Havtenssund und Grebbestad gibt es ebenfalls ne offene Zwangspassage, an der es auch über Tage gewaltig kacheln kann. Wagt man sich nicht weit genug raus auf das offene Wasser, wird es kabbelig wie in den Gatten zwischen den Ostfriesen bei Ebbe und Nordwest.

Daher: Schären sind nicht gleich Schären.
Allerdings: die westschwedischen Schären haben einfach die schönsten Platze, meist mit Sandstrand und Wiese, daher auch für Zelthäringe geeigntet.

Anfahrt ist für norddeutsche mit der Kiel-Göteborg-Fähre eigentlich ideal. Rechtzeitig gebucht macht es auch wirtschaftlich sinn. Anfahrt über Vogelfluglinie bzw. Beltbrücken oder Jütland und kurze Fähre ist sparen am falschen Ende - genau gerechnet kommt nix bei rüber. Travemünde-Malmö mit Frachtfähre ggf. auch ne alternative, aber obs das bringt...

Übrigens: der Kanal zwischen Kungsham/Smögen und Hunebrostrand mag auf den ersten blick öder aussehen als die Herausforderung außen rum zu paddeln. Aber dem ist nicht so: eine schnuckelige Tour!!!

Noch was: einen guten punkt zu finden, wo man einsetzt, ist nicht so ganz trivial, man muss ja auch seinen Wagen irgendwo lassen - unseren Startpunkt-Favoriten erzähl ich aber nicht, sonst geht der auch noch kaputt - und ggf. möchte man zum wagen auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurück, es könnte ja sein, dass das wetter einen Strich durch die Fahrtenplanung macht, also denkt auch da dran... In den Städten und größeren Orten ist das anlanden oft nicht einfach z.B. Lysekil, Kungsham, Grebbestadt - es ist ne felsige Gegend. Das gilt auch für das Einkaufen. Smögen z.B. ist wirklich einen Besuch wert, aber geh da mal aus dem Boot, in der nähe eines Ladens - da muß man dann bisweilen nen Kilometer oder zwei marschieren.

Gute Wasserbevorratung ist auch komfortabel, es sind zwar über all Marinas mit wasserhahn und schaluch, aber auf dem einsamen schären, auf denen man ggf. mehrere Tage zelten möchte, findet man keine Zisternen oder Wasserleitungen. Dagegen haufenweise Trockenklos und Soppel-Stationen...
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